Östlicher Fleckenskunk

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Östlicher Fleckenskunk

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Skunks (Mephitidae)
Gattung: Fleckenskunks (Spilogale)
Art: Östlicher Fleckenskunk
Wissenschaftlicher Name
Spilogale putorius
(Linnaeus, 1758)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Östliche Fleckenskunk (Spilogale putorius) zählt innerhalb der Familie der Skunks (Mephitidae) zur Gattung der Fleckenskunks (Spilogale). Im Englischen wird die Art Eastern Spotted Skunk genannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Der älteste Vertreter der Fleckenskunks (Spilogale) ist Spilogale rexroadi. Die Art lebte im frühen Pliozän von Kansas bis ins zentrale Mexiko. Die Art hatte in etwa die Größe des Zwerg-Fleckenskunks (Spilogale pygmaea), hatte jedoch eine abweichende Gebissform. Spilogale rexroadi war deutlich stärker an eine carnivore Lebensweise angepasst und gilt als primitive Form der Spilogale. Die ältesten fossilen Funde des Östlichen Fleckenskunks stammen aus dem frühen bis mittleren Pliozän. Das heutige Verbreitungsgebiet deckt sich im Wesentlichen mit dem ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Fossile Funde als dem Pleistozän stammen insbesondere aus Florida, USA (Kinlaw, 1995).

Erkennung und Unterschiede

Rein äußerlich können der Westliche Fleckenskunk (Spilogale gracilis) und der Östliche Fleckenskunk kaum unterschieden werden. Unterscheidungsmerkmale sind die Anzahl der Chromosomen und die höchst unterschiedliche Tragezeit. Spilogale putorius verfügt über 64 Chromosomen und hat eine Tragezeit von 50 bis 65 Tagen. Spilogale gracilis hat 60 Chromosomen und eine verzögerte Tragezeit von 210 bis 230 Tagen (Kinlaw, 1995).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Östliche Fleckenskunk weisen ein feines und dichtes Fell auf. Das Fell ist tiefschwarz gefärbt und weist 6 unterbrochene breite weiße Streifen auf. Die Streifen haben einen warnenden Effekt auf mögliche Angreifer. Die Körperform ist wieselartig länglich. Die kurzen Beine enden in Füßen mit jeweils 5 Zehen. Die Zehen der Vorderfüße weisen leicht gebogene, 7 mm lange Klauen auf. Die Klauen der Hinterfüße sind mit etwa 3 mm deutlich kürzer. Die Füße sind insgesamt einer grabenden und kletternden Lebensweise angepasst. Die Anpassung ist deutlich stärker als bei den nah verwandten Mephitis und den Ferkelnasenskunks (Conepatus). Östliche Fleckenskunks weisen je nach Geschlecht und Unterart unterschiedliche Maße und Gewichte auf. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 463 bis 596 (519,44) mm, eine Schwanzlänge von 193 bis 211 (201,67) mm, eine Hinterfußlänge von 43 bis 51 (47) mm, eine Condylobasallänge von 56,3 bis 61,9 (58,85) mm, eine Jochbeinbreite von 34,9 bis 37,8 (36,25) mm, eine Schädelhöhe von 17,8 bis 19,6 (18,45) sowie ein Gewicht von 287 bis 511 (399) g. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 403 bis 470 (465) mm, eine Schwanzlänge von 165 bis 193 (182) mm, eine Hinterfußlänge von 39 bis 47 (43,9) mm, eine Condylobasallänge von 55 bis 56,4 (55,61) mm, eine Jochbeinbreite von 33,1 bis 34,8 (34) mm, eine Schädelhöhe von 16,2 bis 18,4 (17,97) mm sowie ein Gewicht von 244 bis 322 (399) g. Der Schädel ist dorsal leicht abgeflacht. Das kräftige Gebiss verfügt über 34 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p3/3, m1/2. Weibchen verfügen über 6 bis 10 Zitzen. Für gewöhnlich liegen 2 Paar Zitzen pectoral, 1 Paar abdominal und 1 Paar inguinal in der Leistengegend. Im Analogenitalbereich liegen paarige Analdrüsen, über die ein übelriechendes Sekret abgegeben werden kann. Östliche Fleckenskunks verfügen über 53 Wirbel, die sich in 7 Halswirbel (Cervical vertebrae), 14 Brustwirbel (Thoracic vertebrae), 7 Lendenwirbel (Lumbar vertebrae), 2 Kreuzbeinwirbel (Sacral vertebrae) und 23 Steißbeinwirbel (Coccygeal vertebrae) gliedern (Kinlaw, 1995; Nowak, 1999).

Lebensweise

Östliche Fleckenskunks sind vorwiegend nachtaktiv. Eine Winterruhe wird nicht gehalten, die Tiere sind ganzjährig aktiv. Es sind jedoch saisonale Inaktivitäten festgestellt worden, die geografisch variieren. Die Siedlungsdichte ist regional höchst unterschiedlich und liegt bei 8,8 bis 40 Individuen je km². Die Reviergröße der Östlichen Fleckenskunks beträgt durchschnittlich 4 bis 5 ha. Während der Ruhephasen halten sich die Tiere in Erdbauten auf. Diese werden meist selbst gegraben, gelegentlich auch von anderen Tieren übernommen. Nachgewiesen ist, dass Östliche Fleckenskunks auch die Erdbauten von Gopherschildkröten (Gopherus) übernehmen. Bauten werden auch von Flachland-Taschenratten (Geomys), Franklin-Zieseln (Spermophilus franklinii), Dreizehnstreifenzieseln (Spermophilus tridecemlineatus), Amerikanischen Buschratten (Neotoma), Langschwanzwieseln (Mustela frenata), Neunbinden-Gürteltieren (Dasypus novemcinctus) und anderen Tieren übernommen. Östliche Fleckenskunks sind ausgesprochen gute Kletterer. Nicht selten klettern sie in Wäldern auf Bäume bis in Höhen von 25 m (Kinlaw, 1995; Nowak, 1999).

Unterarten

Unterarten nach Wilson & Reeder (2005) und Kinlaw (1995)

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitungsgebiet
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Verbreitungsgebiet

Östliche Fleckenskunks kommen in den östlichen USA und im südöstlichen Kanada vor. Im Süden reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Nordosten Mexikos. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Wesentlichen über die Bergkette der Appalachen und den angrenzenden Regionen. Im Flachland kommt die Art auch auf landwirtschaftlichen Flächen vor. Hier finden die Tiere reichlich Nahrung in Form von [[Hausmaus, 1995; IUCN, 2011).

Biozönose

Prädator: Virginia-Uhu (Bubo virginianus)
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Prädator: Virginia-Uhu (Bubo virginianus)

Sympatrie

Östliche Fleckenskunks leben in Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenz zu Streifenskunks (Mephitis mephitis) und Wiesel (Mustela) (Kinlaw, 1995).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Östlichen Fleckenskunks gehören insbesondere Haushunde, Hauskatzen (Felis catus), der Virginia-Uhu (Bubo virginianus) und der Rotluchs (Lynx rufus) (Kinlaw, 1995).

Ekto- und Endoparasiten

Zu den nachgewiesenen Ektoparasiten zählen Flöhe (Siphonaptera) wie Polygenis gwyni, Buntzecken (Dermacentor) wie Dermacentor variabilis und Schildzecken (Ixodidae) wie Icodes cookei. Weit schlimmer wiegt jedoch der Befall von Endoparasiten. Hier sind insbesondere Bandwürmer (Cestoda) wie Oochoristica pedunculata, Oochoristica oklahomensis und Oochoristica wallacei, Fadenwürmer (Nematoda) wie Skrjabingylus chitwoodorum und Capillaria hepatica, Kokzidien (Coccidia) wie Isospora spilogales und Isospora sengeri zu nennen. Die beiden Arten der Kokzidien befallen insbesondere den Darmtrakt (Kinlaw, 1995).

Ernährung

Östliche Fleckenskunks ernähren sich sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Kost. Im Frühjahr und Sommer stehen hauptsächlich Insekten (Insecta) auf der Speisekarte. Sind diese nicht vorhanden, so werden auch kleine Säugetiere (Mammalia), Vögel (Aves), zuweilen auch Aas gefressen (Kinlaw, 1995).

Fortpflanzung

Östliche Fleckenskunks erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Paarungszeit erstreckt sich vom späten März bis gegen Ende April. Die Implementation reicht von 14 bis 16 Tage nach der Paarung. Während dieser Zeit erreichen die Eier den Uterus und das embryonale Wachstum beginnt. Die Tragezeit weist eine Länge von 50 bis 65 Tagen auf und ein Weibchen bringt im Schnitt 5,5 Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs ist bei der Geburt ausgesprochen hilflos sowie spärlich behaart und blind. Das Geburtsgewicht liegt bei etwa 9,5 g. Bereits nach 7 Tagen haben die Jungen ein Gewicht von 22,5 g erreicht, nach 21 Tagen ein Gewicht von 73,5 g. Im Alter von 30 Tagen brechen die Zähne durch, die Augen öffnen sich im Alter von 32 Tagen. Die Säugezeit endet etwa im Alter von 54 Tagen (Kinlaw, 1995).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Östliche Fleckenskunks gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. In der Nähe des Menschen sind sie keine gern gesehenen Gäste, da sie als Überträger der Tollwut gelten. Östliche Fleckenskunks geben den Tollwutvirus über den Speichel oder Bisse weiter. Ihre Neigung, in Behausungen der Farmer einzudringen, erhöht das Risiko der Übertragung auf Haustiere. Zahlreiche Tiere kommen in dicht besiedelten Regionen im Straßenverkehr ums Leben.

Synonyme

Nach Wilson & Reeder (2005) ist die Art unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind bicolor (J. E. Gray, 1837), mapurita (P. L. S. Müller, 1776), putida (F. G. Cuvier, 1798), ringens Merriam, 1890, striata (Shaw, 1800) und zorilla (Schreber, 1776).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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