Allosaurus

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Allosaurus
Allosaurus fragilis

Lebenszeitraum
Oberjura (Kimmeridgium bis Tithonium)

155,6 bis 145,5 Mio. Jahre

Fossilfundorte

Nordamerika, Südeuropa (Portugal), Ostafrika (Tansania)

Systematik
Klasse: Sauropsida
Unterklasse: Diapside Reptilien (Diapsida)
Teilklasse: Archosauromorpha
Überordnung: Herrscherreptilien (Archosauria)
Ordnung: Echsenbeckensaurier (Saurischia)
Unterordnung: Säugerfüßige (Theropoda)
Teilordnung: Carnosauria
Überfamilie: Allosauroidea
Familie: Allosauridae
Gattung: Allosaurus
Wissenschaftlicher Name
Allosaurus
Marsh, 1877

Der Begriff Dinosaurier wurde im Jahre 1842 vom englischen Zoologen Richard Owen geprägt. Das Wort Dinosaurier setzt sich aus den zwei griechischen Wörtern "deinos" (schrecklich) und "sauros" (Echse) zusammen. Grob übersetzt bedeutet Dinosaurier demnach "schreckliche Echse" oder "Schreckensechse". Als Dinosaurier bezeichnet man heute alle als Fossil gefundene Reptilien aus dem Mesozoikum. Neben den Dinosauriern gehören auch Flugsaurier und Plesiosauria zu den Sauropsida.

Allosaurus ist eine Gattung aus der Unterordnung der großen Säugerfüßigen (Theropoda). Die Arten der Gattung Allosaurus lebten in der Oberjura (Kimmeridgium bis Tithonium) in einem Zeitraum von 155,6 bis 145,5 Mio. Jahre. Fossilien wurden in Nordamerika, Südeuropa und in Nordafrika gefunden. Die ersten Spuren, die definitiv zu dieser Gattung zugerechnet werden können, wurden im Jahre 1877 von dem Paläontologen Othniel Charles Marsh beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Bei den frühen Dinosauriern handelt es sich überwiegend um Zweifüßer. Sie verfügten über kräftige hintere Extremitäten und dürften wahrscheinlich sehr schnell gewesen sein. Die Wirbelsäule fungierte wie ein Stützbalken oberhalb des Beckens, der das Körpergewicht trug. Längs der Wirbelsäule zeigten sich lange Dornfortsätze, die in kräftige Muskelstränge eingebettet waren. Die Muskeln dienten im Wesentlichen der Stützung des Rückens. Charakteristisch für Zweifüßer war auch ein langer Schwanz, der der Stabilisierung und dem Geichgewicht diente. Bei vierbeinigen Sauriern waren die vorderen und hinteren Extremitäten in etwa gleichlang. Die Wirbel der Wirbelsäule waren für gewöhnlich sehr kräftig ausgeprägt.

Über die Färbung der Haut kann nur spekuliert werden. Fossile Funde lassen allenfalls Rückschlüsse auf die Struktur der Haut zu. Aber auch hier liegen nur unzureichende fossile Funde vor. Hautabdrücke belegen, das die Haut ein schuppiges Aussehen aufwies. Die Beschuppung war je nach Körperregion unterschiedlich groß. Die Bauchbeschuppung war meist recht klein. Da sich Dinosaurier ähnlich den heutigen Reptilien und Vögeln über den Sehsinn orientierten, geht man davon aus, dass sie Farben erkennen konnten. Daher ist es anzunehmen, dass Dinosaurier nicht selten, vor allem während der Balz, ein farbenprächtiges Schuppenkleid aufwiesen.

Allosaurus war ein großer zweibeiniger Fleichfresser. Sein Schädel war groß und mit Dutzenden von großen, scharfen Zähnen ausgestattet. Er erreichte eine durchschnittliche Körperlänge von 7,4 bis 12,0 Metern und ein Gewicht von 1,1 bis 2,0 Tonnen. Im Verhältnis zu den großen und mächtigen Hinterbeinen, waren seine Hände mit nur drei kleinen Fingern ausgestattet. Der mächtige Körper wurde von einem langen, kräftigen Schwanz ausgeglichen. Der Allosaurus war durch seine körperlichen Vorzüge sehr gut ausgestattet, große Pflanzenfresser zu erlegen. An den Kiefern seines großesn Kopfes von 90,0 Zentimeter Länge befanden sich nach hinten gebogene, sägeförmige Zähne Zähne, die 5,0 Zentimeter lange Kronen hatten. Seine Beutetiere packte er mit den spitzen Krallen seiner drei Finger, die sich an jeder Hand befanden. Er hatte aber mächtige bekrallte Hinterbeine. Das gesamte Gewicht lastete auf vier großen Zehen, deren Krallen mit einer Hornscheide überzogen waren. Drei seiner Zehen waren nach vorn gebogen, während die vierte nach hinten zeigte. Der Schädel des Allosaurus wies zahlreiche Knochenfenster auf, die durch Knochenverstrebungen miteinander verbunden waren. Durch diese anatomische Besonderheit wurde sowohl das Gewicht reduziert, als auch die Festigkeit des Kopfes erhöht. Zusätzlich war der Kopf noch durch knöcherne Erhebungen geschützt.

Allosaurus fragilis
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Allosaurus fragilis

Raubtierfußsaurier waren meist reine Fleischfresser, die aktiv Beutetieren nachjagten. Dazu zählte auch Allosaurus und stand an der Spitze der Nahrungskette, er jagte große pflanzenfressende Dinosaurier und andere Raubtiere wie zum Beispiel Ceratosaurus. Potenzielle Beute waren Ornithopoden, Stegosaurier und Sauropoden. Einige Paläontologen interpretieren, dass Allosaurus ein kooperatives soziales Verhalten zeigte und in Rudeln jagte, während andere wiederum behaupten, dass Allosaurus einzeln jagte. Bei der Jagd schlich sich Allosaurus mit gesenktem Kopf an sein Opfer heran. Mit seinem Schwanz balancierte er den kräftigen Körper aus. Beutetiere, die von einem Allosaurus verfolgte wurden, flüchteten meist in ein Sumpfgelände. Dabei fanden jedoch Jäger und Gejagte gemeinsam den Tod im Sumpf. Er packte mit seinen bekrallten Armen die viel kleineren Raubdinosaurier Compsognathus. Dabei stieß er mit voller Wucht seine messerscharfen Zähne in den Körper seines Opfers und zerfleischte es. Auch die bekrallten Hinterbeine wurden meist zum tödlichen Schlag erhoben.

Klima und Lebensräume

Allosaurus lebte im Oberjura (Kimmeridgium bis Tithonium) in einem Zeitraum von 155,6 bis 145,5 Mio. Jahre. Fossile Funde gab es in Colorado, Montana, Utah (USA), Südeuropa (Portugal) und in Ostafrika (Tansania). Seine Lebesräume waren die trockenen Ebenen. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts teilte man die Erde in verschiedene Zeitalter ein. Die Einteilung in die drei Ären Paläozoikum (Erdaltertum), Mesozoikum (Erdmittelalter) und Känozoikum (Erdneuzeit) hat noch heute Bestand. Jedes Äon wid zudem in Perioden unterteilt. Dinosaurier lebten im Wesentlichen im Mesozoikum, an dessen Ende sie ausstarben.
Allosaurus fragilis
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Allosaurus fragilis
Ihren Ursprung haben sie im auslaufenden Paläozoikum. Das Mesozoikum war geprägt von der globale Verschiebung der Kontinente, der sogenannten Kontinentalverschiebung. Während des Mesozoikum waren heutigen Kontinente mehr oder weniger miteinander zu einem Superkontinenten mit dem Namen Pangäa verbunden. Der nördliche Teil dieses Superkontinents wird als Laurasia, der südliche Teil als Gondwana bezeichnet. Im Jura, vor etwa 150 Millionen Jahren, begann das Auseinanderbrechen Pangäas. Aufgrund der in der Erde gefundenen Steinkohle, kann man sowohl in Europa als auch in Nordamerika während des Mesozoikums von einem tropischen Klima ausgehen. Sumpfige Moore waren weit verbreitet und prägten den Lebensraum der Dinosaurier. Die Landmassen der südlichen Erdhalbkugel lagen Jahrmillionen unter einer dicken Eisschicht. Dies zeigt, dass Südamerika, Afrika, Australien und auch Indien im Bereich der heutigen Antarktis lagen. Die restlichen Kontinente lagen auf der Höhe des Äquators. Im Laufe der Zeit drifteten die kontinentalen Platten auf einem zähplastischen Erdmantel auseinander. Die erste Periode des Mesozoikum ist der Trias. Aus dieser Periode stammen vor allem Gesteinsformationen wie Muschelkalk (mittlerer Mitteltrias), Buntsandstein (Untertrias und unterer Mitteltrias) und Keuper (oberer Mitteltrias und Obertrias). Eine Unterteilung des Trias in diese Einheiten lag nahe. Man bezeichnet diese Einteilung auch als Germanischen Trias. Das Klima war während des Trias ausgesprochen warm. Das Land war vor allem durch weite Ebenen geprägt, da fast alle Gebirge abgetragen waren. Die Ebenen waren durch große Seen und Sumpfgebiete geprägt. Im Mitteltrias sank das Meer deutlich ab und es bildeten sich die charakteristischen Muschelablagerungen. Der Muschelkalk endete und ging in den Keuper über. Der Keuper war vor allem durch ein trockenes und warmes Klima geprägt. In der folgenden Periode des Jura stieg der Meeresspiegel wieder stark an und der Superkontinent Pangäa begann in der Mitte auseinander zu brechen. Das Klima war im Jura feuchtwarm. Dies war selbst in den polaren Zonen der Fall. Es war ein ideales Klima für einen üppigen Pflanzenwuchs. Gegen Ende des Jura zogen sich die Ozeane immer weiter zurück und es bildeten sich weitläufige Verlandungszonen. In der Kreidezeit war das Klima weit weniger beständig als in den beiden Perioden zuvor. Ausgeprägte Warm- und Kaltzeiten wechselten sich ab. Man geht heute davon aus, dass die durchschnittliche Jahrestemperatur gegen Ende der Kreide nur bei etwa 16 Grad Celsius lag.
Allosaurus fragilis - Kopf mit Ober- und Unterkiefer
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Allosaurus fragilis - Kopf mit Ober- und Unterkiefer
Die Pflanzenwelt war bis zum Ende der Kreide überwiegend von nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae), kurz Nacktsamer, geprägt. Nacktsamer entwickelten sich bereits im Oberperm. Aber schon im Laufe der Kreide setzten such auch die ersten Bedecktsamer (Angiospermen) durch. Nacktsamer waren für eine Vielzahl an Pflanzenfressern die Nahrungsgrundlage. Der Boden war während des Mesozoikum von zahlreichen Farnen, Schachtelhalmen, Feigen, Eukalyptus und ähnlichen Pflanzen bedeckt.

Systematik Allosaurus

Gattung: † Allosaurus

Art: † Allosaurus amplexus - Cope 1878
Art: † Allosaurus atrox - Marsh 1878
Art: † Allosaurus europaeus - Mateus et al., 2006
Art: † Allosaurus ferox - Marsh 1896
Art: † Allosaurus fragilis - Marsh, 1877
Art: † Allosaurus jimmadseni - Chure et al., 2006
Art: † Allosaurus lucaris - Marsh 1878
Art: † Allosaurus maximus - Chure, 1995
Art: † Allosaurus tendagurensis - Janensch, 1925
Art: † Allosaurus trihedrodon - (Cope, 1877)

Literatur und Quellen

  • Helmut Werner: 1000 Dinosaurier. Giganten der Urzeit: Dinosaurier, Flugsaurier, Meeresreptilien und andere Urzeitechsen. Naumann & Göbel, 2007 ISBN 3625115190
  • Hazel Richardson: Dinosaurier und andere Tiere der Urzeit. Aussehen, Merkmale, Biologie. Verlag: Blv Buchverlag; Auflage: 1 (2004) ISBN 3405167655
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