Amurnatter

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Amurnatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Gattung: Elaphe
Art: Amurnatter
Wissenschaftlicher Name
Elaphe schrenckii
Strauch, 1873

Die Amurnatter (Elaphe schrenckii) gehört mit ihren acht Unterarten innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung Elaphe.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die kräftig gebaute Amurnatter erreicht eine Länge von 180 bis 200 cm, selten auch bis 220 cm oder darüber. Das Gewicht reicht von 300 bis etwa 500 Gramm und hängt von der Länge und dem Geschlecht ab. Männchen werden etwas länger und schwerer als Weibchen. Die südlichen Populationen werden länger als die nördlichen. Je nach Verbreitungsgebiet reicht die Grundfärbung von einem Schwarz, Graubraun, Grünbraun bis Dunkelbraun. Auch olivgrüne Populationen sind bekannt. Vereinzelt sind Rücken- und Flankenschuppen mit einem weißen bis gelblichen Querstreifen abgesetzt. Beim Männchen sind die Querstreifen immer gelblich. Die Beschuppung auf Rücken und den Flanken ist glatt, die Bauchbeschuppung ist leicht gekielt. Dadurch sind sie ausgezeichnete Kletterer. Der schmale und kleine Kopf setzt sich nur wenig vom Körper ab. Die Schnauze endet stumpf. Die mittelgroßen Augen weisen runde Pupillen auf.

Die tagaktive Amurnatter bevorzugt sonnige Plätze. Sie hat ihre aktivste Zeit bei zu starker Hitze allerdings in den frühen Morgen- und späten Abendstunden. Während der kalten Jahreszeit hält sie eine recht lange Winterruhe, die meist im September oder Oktober beginnt und Ende April oder Anfang Mai endet. Als frostfreie Winterquartiere dienen meist tiefliegende Nagerbauten. Die Amurnatter kann zwar sehr gut klettern, lebt aber überwiegend auf dem Erdboden. Bei starker Bedrohung kann es zu Abwehrbissen kommen.

Unterarten

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Amurnatter reicht vom südlichen Sibirien über die Mongolei und China bis nach Korea. Die Hauptverbreitungsgebiete erstrecken sich rund um den Amur. Die Schlangen bevorzugen feuchtwarme und sonnige Lebensräume. Sie sind meist an Flussufern, Buschlandschaften, auf Waldlichtungen und in Auwäldern anzutreffen. Auf landwirtschaftlichen Flächen sind sie nicht selten anzutreffen. Die Nähe zum Menschen wird ebenso wenig gescheut. In Höhenlagen kann man sie bis in Höhen von 2.000 Metern beobachten. Alpine Regionen werden allerdings gemieden. Die meisten Populationen leben im Flachland.

Nahrung

Amurnattern sind nicht wählerisch. Sie fressen alles was sie überwältigen können. Dazu gehören neben Kleinnagern, Eidechsen, Vögel sowie deren Brut und Eier auch andere Schlangen. Auf Nahrungssuche gehen sie sowohl auf Bäumen als auch auf dem Erdboden. Größere Beute wird durch Konstriktion (Umschlingen und Erwürgen) getötet, kleine Beute zwischen den Kiefern zerquetscht. Mit dem Kopf voran wird sie dann im Ganzen verschlungen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Amurnatter zwischen dem dritten bis vierten Lebensjahr. Die Paarungszeit beginnt im Mai, also nach der Winterruhe. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen regelmäßig zu ritualisierten Scheinkämpfen, die allerdings nie mit Verletzungen enden. Das unterlegene Männchen gibt am Ende nach und schleicht davon. Beim eigentlichen Paarungsspiel umschlingen sich die Geschlechter regelrecht und es kommt zu einem, bei Reptilien üblichen, Nackenbiss. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt dann die eigentliche Begattung des Weibchens.

Nach einer Trächtigkeit von gut zehn Wochen legt das Weibchen an einer feuchtwarmen Stelle, meist in feuchte Erde oder in Pflanzenresten wie Komposthaufen, zwischen zehn und dreizig, selten auch mehr ovale, weißliche Eier ab. Gelegentlich kann es auch zu Gemeinschaftsnestern mit mehr als 100 Eiern kommen. Die Eier weisen eine Größe von 50 mal 25 Millimeter auf. Nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich 60 bis 90 Tagen schlüpfen die Jungschlangen, die eine Länge von 29 bis 38 cm aufweisen. Nach etwa 14 Tagen erfolgt die erste Häutung. Amurnattern können ein Alter von über 20 Jahren erreichen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475
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