Balionycteris maculata

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Balionycteris maculata
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Flughunde (Megachiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Tribus: Kurznasenflughunde
Gattung: Balionycteris
Art: Balionycteris maculata
Wissenschaftlicher Name
Balionycteris maculata
(Thomas, 1893)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Balionycteris maculata gehört innerhalb der Familie der Flughunde (Pteropodidae) zur Gattung Balionycteris. Im Englischen wird die Art Spotted-winged Fruit Bat genannt. Innerhalb der Gattung ist Balionycteris maculata die einzige Art. Balionycteris maculata ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (vergl. Corbet & Hill 1992).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Balionycteris maculata kann leicht von anderen Arten der Flughunde (Pteropodidae) unterschieden werden. Markante Unterscheidungsmerkmale sind die unteren paarigen Schneidezähne, die oberen Molaren sowie die charakteristischen blassen Flecken auf den Flügelmembranen. Zu den ähnlichen Arten gehören Kurznasenflughunde (Cynopterini) wie Chironax melanocephalus und Cynopterus spp. (Hodgkison & Kunz, 2006).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Balionycteris maculata ist eine kleine Art der Flughunde und erreicht eine Körperlänge von 56,0 bis 66,0 (61,0) mm, eine Unterarmlänge von 40,9 bis 41,9 mm, eine Hinterfußlänge von 6,3 bis 7,5 (7,3) mm, eine Ohrlänge von 10,0 bis 11,0 (10,5) mm, eine Schädellänge von 20,8 bis 22,5 (21,7) mm, eine Condylobasallänge von 19,4- 21,5 (20.5), eine Hirnschädelbreite von 9,5 bis 10,3 (9,8), eine Hirnschädeltiefe von 7,9 bis 9,1 (8,2) mm, eine Jochbeinbreite von 13,3 bis 15,5 (14,5) mm sowie ein Gewicht von 12,5 bis 14,5 g. Die Augen sind recht groß, der Schwanz weist nur eine geringe Länge auf. Der Kopf und die dorsalen Bereiche des Körpers sind schwarzbraun gefärbt und dicht behaart. Ventral zeigt sich eine blasse, graubraune Färbung. Das Fell ist weich und fein. Das Patagium der kurzen und breiten Flügel ist dunkelbraun und spärlich mit hellen, cremefarbenen Flecken bedeckt. Die Daumen und Zeigefinger weisen kräftige Krallen auf, die Nasenlöcher sind länglich und breit. Das Gebiss besteht aus 30 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/2, c1/1, p3/3, m2/2 (Hodgkison & Kunz, 2006).

Lebensweise

Balionycteris maculata hält sich in den Ruhephasen am Tage in kleinen Hohlräumen auf. Die Art ist einzelgängerish oder in kleinen Gruppen anzutreffen. Als Ruheräume dienen beispielsweise Ameisen- und Termitennester oder auch Hohlräume unter Wurzeln. Eine Gruppe besteht aus einem Männchen und bis zu 9 adulten Weibchen sowie deren Nachwuchs. Einzelgängerisch leben für gewöhnlich nur Männchen. Von den Schlafplätzen fliegt Balionycteris maculata in der Nacht während der Nahrungssuche bis zu einem Kilometer weg. Balionycteris maculata orientiert sich während der Nahrungssuche und in der Kommunikation untereinander über hohe, akustische Signale (Hodgkison & Kunz, 2006).

Siehe auch: Echolokation der Fledermäuse

Unterarten

Verbreitung und Lebensraum

Balionycteris maculata ist in Südostasien im südlichen Thailand, auf der malaiischen Halbinsel, im nördlichen und westlichen Borneo und im Riau-Archipel anzutreffen. In Thailand konnte die Art nur in der Provinz Trang nachgewiesen werden. Die Art besiedelt Altwälder, Tieflandregenwald und Mangroven. Lokal reichen die Lebensräume bis in Höhen von gut 1.500 m (Hodgkison & Kunz, 2006).

Prädatoren und Parasiten

Auf der Insel Borneo fällt Balionycteris maculata gelegentlich den Sunda-Koboldmakis (Tarsius bancanus) zum Opfer (Niemitz 1984 in Hodgkison & Kunz, 2006). In Feldstudien konnten an Ektoparasiten vor allem Fledermausfliegen der Familien Nycteribiidae und Streblidae nachgewiesen werden. Nachgewiesen wurden auch Blutparasiten wie Hepatocystis sowie verschiedene Fadenwürmer (Nematoda), insbesondere im Darmbereich (Hodgkison & Kunz, 2006).

Ernährung

Balionycteris maculata ernährt sich ausschließlich von Früchten. Hier sind insbesondere Annonengewächse (Annonaceae) wie Cyathocalyx scortechinii, Polyalthia obliqua und Pseuduvaria Serosa, Ebenholzgewächse (Ebenaceae) wie Diospyros sumatrana, Brechnussgewächse (Loganiaceae) wie Fagraea racemosa und Strychnos axillaris, Schwarzmundgewächse (Melastomataceae) wie Memecylon megacarpum und Pternandra echinata, Maulbeergewächse (Moraceae) wie Ficus fistulosa, Ficus globosa, Ficus scortechinii und Ficus sundaica, Myrtengewächse (Myrtaceae) wie Eugenia griffithii, Rhizophoragewächse (Rhizophoraceae) wie Pellacalyx saccardianus, Rötegewächse (Rubiaceae) Diplospora malaccensis und Nauclea officinalis sowie Teestrauchgewächse (Theaceae) wie Adinandra sarosanthera zu nennen. Bei den Früchten handelt es sich meist um grünliche Früchte mit einem Gewicht von bis zu 4,5 g. Mit der Hauptnahrung in Form von Früchten nimmt Balionycteris maculata mit den Früchten zusammen gelegentlich auch Insekten (Insecta) wie Grillen (Gryllus) und andere Langfühlerschrecken (Ensifera) sowie Spinnentiere (Arachnida) zu sich (Hodgkison & Kunz, 2006).

Fortpflanzung

Balionycteris maculata erreicht die Geschlechtsreife im Alter von etwa 10 Monaten. Die Tragezeit erstreckt sich über rund 135 Tage, ein Wurf besteht aus einem Jungtier. Zu Geburten kommt es bis zu 2 mal im Jahr. Die meisten Geburten fallen in den Zeitraum von Juni bis Januar. Der Nachwuchs kommt mit geschlossenen Augen und Ohren zur Welt, das Geburtsgewicht beträgt rund 3,5 g, die Unterarmlänge etwa 18,8 mm. Die Jungtiere werden für bis zu 80 Tage gesäugt. Mit Erreichen der Flugfähigkeit weisen die Jungtiere ein Gewicht von 8 g und eine Unterarmlänge von 36,3 mm auf. Balionycteris maculata erreicht in freier Wildbahn eine Lebenserwartung von 4 oder mehr Jahren (Hodgkison & Kunz, 2006).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Balionycteris maculata gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Die größten Bedrohungen gehen von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume, insbesondere durch die Abholzung der Wälder zugunsten von landwirtschaftlichen Flächen aus. Auch Waldbrände stellen eine durchaus große Gefahr dar. Die Vernichtung der Lebensräume schreitet insbesondere im südlichen Thailand, auf Sumatra und den Riau-Inseln voran (Hodgkison & Kunz, 2006; IUCN 2009).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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