Bergbussard

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Bergbussard

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)
Gattung: Bussarde (Buteo)
Art: Bergbussard
Wissenschaftlicher Name
Buteo oreophilus
Hartert & Neumann, 1914

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Bergbussard (Buteo oreophilus) zählt innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Bussarde (Buteo). Im Englischen wird der Bergbussard mountain buzzard genannt. Dieses Taxon ist in zwei Spezies gesplittet: Buteo oreophilus und Buteo trizonatus. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Taxonomie

Diese Form bildet eine Superspezies mit Buteo buteo und Buteo brachypterus und möglicherweise auch mit Buteo jamaicensis und Buteo ventralis. Einige Autoren (z. B. Kemp & Kemp 1998, Dowsett-Lemaire & Dowsett 2006) betrachten diese Form auch als Artverwandte mit Buteo trizonatus. Beide waren unter Buteo buteo von Brown & Amadon (1968) zusammengefasst. Doch in jüngster Zeit haben die Autoren Amadon & Bull (1988), del Hoyo et al. (1994) als eigene Arten angesehen. Wink & Sauer-Gürth (2000) fanden keine Unterschiede in den Cytochrom b-Sequenzen zwischen dieser Art und der Art Buteo buteo. Studien von Kruckenhauser et al. (2004), basierend auf mitochondrialen DNA-Sequenzen und auf morphologischen Analysen, deuten darauf hin, dass Buteo oreophilus und Buteo trizonatus nicht monophyletisch sind und dass die letztere Form eher der Nominatform Buteo buteo buteo und die erstere eher der Unterart Buteo buteo vulpinus am nächsten kommt. Clark (2007) fasste vor kurzem die taxonomische Historie und den Status von Buteo oreophilus und Buteo trizonatus zusammen und auch er favorisierte die Trennung beider Arten, basierend auf einer Reihe von Gefieder- und morphologischen Unterschieden und die Tatsache, dass die Verbreitungsgebiete beider Populationen etwa 2.000 Kilometer voneinander getrennt sind.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Bergbussard erreicht eine Körperlänge von etwa 45,0 bis 50,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 102 bis 117 Zentimeter, wobei das Weibchen größer und schwerer ist als das Männchen. Der Bergbussard sieht dem Falkenbussard (Buteo buteo vulpinus) in Größe und Gefiederfärbung sehr ähnlich. In allen Altersgruppen weist die Unterseite tropfenförmige braune Flecken (keine horizontale Streifen) auf, am dichtesten bei den Erwachsenen, mit klaren Regionen im Bereich der unteren Brust und Unterbauch. Bei dem Bergbussard fehlen typischerweise die Streifen an den Flanken. Die Iris weist eine dunkle Färbung auf, während bei den Jugendlichen die Iris von einer biskuit-farbenen Tönung ist. Im Flug erscheinen die Flügel unten weißer als oben. Der Schwanz weist ein undeutliches Terminalband auf. Die Jugendlichen weisen nur wenige kleine Flecken an der Unterseite auf. Der Ruf klingt im Flug so ähnlich wie "keeeooo" oder "pee-ooo" und klingt fast wie ein Möwenschrei.

Lebensweise

Der Bergbussard ist ein Teilzieher und die Jugendlichen verlassen das Brutgebiet so wie sie selbständig geworden sind. Er trtt in Hügellandschaften und in Bergwäldern in einer Höhe von etwa 1.860 bis 2.310 Meter auf. Ferner hält sich der Bergbussard auch auf exotischen Plantagen, die mit Eukalyptus- und Pinien-Bäumen bepflanzt sind, auf. In Malawi beschränkt sich sein Lebensraum auf montane Regenwälder. Seine Beutetiere jagt er nicht im offenen Grasland außerhalb des Waldes. Der Bergbussard verbringt die meiste Zeit auf einer exponierten Stelle. In der Regel sieht man den Bergbussard einzeln oder in Paaren.

Verbreitung

Gewöhnlicher Afrogelbholz Afrocarpus falcatus
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Gewöhnlicher Afrogelbholz Afrocarpus falcatus

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Bergbussard in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Burundi, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Kenia, Malawi, Ruanda, Südafrika, Sudan, Vereinigte Republik Tansania, Uganda und Sambia. Zu seinen Lebensräumen zählen unter anderem gemäßigte Wälder, subtropische und tropische feuchte Montanwälder, subtropisches und tropisches Grasland in höher gelgenen Regionen sowie Plantagen.

Ernährung

Der Bergbussard ernährt sich von kleinen Säugetieren, dazu zählen Lamellenzahnratten (Otomys) wie Otomys irroratus, Afrikanische Striemen-Grasmäuse (Rhabdomys), wie Rhabdomys pumilio und Goldmulle (Chrysochloridae), wie Chlorotalpa duthieae, von Vögeln, darunter der Helmturako (Tauraco corythaix), der Schlichtbülbül (Andropadus importunus), der Napoleonweber (Euplectes afer) und Fasanenartige (Phasianidae). Zu seinem weiteren Beutesprektrum gehören unter anderem auch Schlangen, wie die Braune Sumpfnatter (Lycodonomorphus rufulus) und Südafrikanische Hausschlangen (Lamprophis), Chamäleons (Chamaeleonidae), Eidechsen (Lacertidae), Froschlurche (Anura), Springschrecken (Orthoptera), Bockkäfer (Cerambycidae), Hautflügler (Hymenoptera) wie Wespen (Vespinae) und Skorpione (Scorpiones). Hat der Bergbussard ein Beutetier erspäht, gleitet er von seiner exponierten Stelle hinab und ergreift die Beute mit seinen Klauen. In Uganda macht der Bergbussard Jagd auf Fledermäuse (Microchiroptera). Selten jagt der Bergbussard über Wiesen in der Nähe von Wäldern.

Fortpflanzung

Die Brutsaison fällt in die Monate August bis November und erreicht ihren Höchstpunkt von September bis Oktober. Der Horst ist eine Plattform aus Ästen und Zweigen und ist innen mit grünen Blättern von verschiedenen Bäumen wie Olea capensis, Pterocelastrus tricuspidatus, Sumachgewächsen (Rhus) und Kiefern (Pinus) ausgekleidet. Der Horst befindet sich meist in einer oberen Astgabel einer Kiefer oder eines Gewöhnlichen Afrogelbholz (Afrocarpus falcatus). Das Weibchen legt zwei Eier in den Horst ab. Die Inkubationszeit dauert etwa 39 bis 40 Tage. Die Jungvögel werden vom Weibchen in den ersten drei oder vier Tagen gehudert. Während dieser Zeit sorgt das Männchen allein für Nahrung. Mit 42 bis 45 Tagen sind die Jungvögel flugfähig, werden aber weiter von den Eltern mit Nahrung versorgt. Mit etwa 15 bis 18 Wochen sind sie dann endgültig selbständig.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Bergbussard heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Bergbussard selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Bergbussard als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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