Bernierente

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Bernierente
Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Schwimmenten (Anatini)
Gattung: Eigentliche Schwimmenten (Anas)
Art: Bernierente
Wissenschaftlicher Name
Anas bernieri
(Hartlaub, 1860)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Die Bernierente (Anas bernieri) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel ((Anatidae) zur Gattung der Eigentlichen Schwimmenten (Anas). Im Englischen wird die Bernierente Bernier's Teal oder Madagascar Teal genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch.

Da diese Vogelart auf Madagaskar lebt, hat sie sich wegen dieser geografisch gesehen langwierigen Isolation wahrscheinlich aus Vertretern der Weißkehlenten entwickelt, die Bernierente ist eine Brückenart zur Andamanen-Weißkehlente (Anas albogularis), der sie übrigens, was das äußerliche betrifft, sehr ähnlich sieht. Um 1850 wurden die Bernierenten erstmals entdeckt und 1860 wissenschaftlich beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Bernierenten werden circa 40-45 cm groß, beide Geschlechter wiegen etwa 400 Gramm. Zwischen den Geschlechtern gibt es äußerlich keine ausgeprägten, morphologischen Unterschiede. Bei beiden sind die Federn rotbraun und ockerfarben, wobei bei den weiblichen Vögeln, außer der warmen, braunen Färbung eine auffallende, schwarze Verzierung dazu kommt, vor allem an den Flanken und der Brust. Bei den männlichen Tieren, sind die Füße eher rötlich, beim Weibchen braun. Der Schnabel ist rötlich grau und leicht nach oben gebogen.

Lebensweise

Über die Lebensweise der Bernierente ist sehr wenig bekannt. Morgens und abends, ist sie besonders aktiv. Um diese Zeit warten sie schnatternd im flachen Wasser. Außerdem ruhen sie tagsüber oft lange auf Sandbänken. Von Juli bis August leben sie paarweise.

Verbreitung

Ursprünglich war der westliche Teil Madagaskars der Lebensraum der Bernierente. Um 1850/1860, also um die Zeit ihrer Entdeckung und Beschreibung als eigenständige Art, fand man sie in kleinen Gruppen entlang von Flussläufen und Sumpfniederungen. Der natürliche Lebensraum beschränkt sich heute auf den Bemambasee, nicht weit entfernt von der Westküste.

Ernährung

Zum größten Teil besteht ihre Nahrung aus Samen, Wasserpflanzen, Wirbellosen und Wurzeln, wobei Rispenhirse eine große Rolle in ihrer Ernährung spielt.

Fortpflanzung

Die weibliche Bernierente ist mit 10 Monaten geschlechtsreif. Es wird vermutet, dass sie in Baumhöhlen nisten und dort ca. 7 Eier legen, vermutlich im September. Paarungen wurden im August beobachtet. Es kann eventuell im April, nach der dortigen Regenzeit, zu einer zweiten Brut kommen. Während der Brutsaison verteidigt das zusammenlebende Paar ihr Territorium.

Nach 27-28 Tagen der Brutdauer, in der sowohl das Weibchen, als auch das Männchen die Eier ausbrüten, schlüpfen daraus die Küken, welche eine goldgelb gefiederte Bauchseite, ein schwarzbraunes Daunenkleid und schwarzbraun gefärbte Beine und Schnabel aufweisen.

Gefährdung und Schutz

Die Bernierente leidet vor allem unter dem Verlust ihres Lebens- und Brutraumes. Der Bemambasee wird Reisanbau genutzt, daher befindet sich nur noch ein Teilstück dieses Sees noch im ursprünglichen Zustand. Außerdem wurde genau in diesem See um 1950 auch noch eine Fischart ausgesetzt, welche als Speisefisch gilt und die die Wasserpflanzen relativ stark reduziert. Wegen der landwirtschaftlichen Nutzung, durch die dort lebende Bevölkerung wird regelmäßig das Riedgras abgebrannt, in welchem die Bernierenten gerne nisten. Diese Enten haben in ihrer Heimat keinen Schutzstatus und werden gejagt.

Bernierenten, gehören zu den seltensten Wasservögeln der Welt und sind stark gefährdet. 1993 wurde der Bestand auf nur noch 500 Individuen geschätzt.

Diese Entenart, wird im Kölner Zoo, im Masoala-Regenwald Zürich und dem Vogelpark Walsrode gehalten und offenbar erfolgreich nachgezüchtet. Da sie als leicht züchtbar gelten, besteht die Hoffnung, die Art, ähnlich wie bei den Hawaiigänsen, durch diese Maßnahme zu erhalten.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Günther Michler: Die Welt der Tiere, Elsevier (1983).

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