Blässgans

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Blässgans

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Gattung: Feldgänse (Anser)
Art: Blässgans
Wissenschaftlicher Name
Anser albifrons
Scopoli, 1769

Die Blässgans (Anser albifrons) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Feldgänse (Anser). Im Englischen wird die Art Greater White-fronted Goose oder White-fronted Goose genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Blässgans bleibt nur geringfügig kleiner als die bekannte Graugans oder die Saatgans. Sie erreicht eine Körperlänge von 66 bis 80 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 140 bis 165 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.700 bis 3.100 Gramm. Die Gans bleibt kleiner und leichter als der Ganter. Zudem hängt das Gewicht von der Jahreszeit ab. Die Oberseite des Gefieders, der Kopf und der Hals sind überwiegend graubraun gefärbt. Vor allen auf den Rücken sind die braunen Federn weißlich gesäumt. Die Bauchseite ist deutlich heller und mit schwarze Querflecken durchsetzt. Charakteristisch ist bei adulten Vögeln ein weißer Fleck oberhalb des Schnabelansatzes auf der Stirn. Der Schnabel ist blassrot gefärbt, die Beine weisen eine orangerote Färbung auf. Blässgänse leben in den Winterquartieren gesellig in zum Teil sehr großen Gruppen. In den Brutgebieten ziehen sich die Tiere paarweise zurück.

Verbreitung

Die Brutgebiete der Blässgans liegen in den arktischen Regionen von Russland, Skandinavien, Grönland und Nordamerika. Zum Winter hin ziehen Blässgänse in südliche Gefilde. In Europa liegen die Winterquartiere insbesondere rund um die Nord- und Ostsee, in Holland, Deutschland und Polen. In Deutschland leben die größten Populationen im Winter in Nordrheinwestfalen. In Südosteuropa liegen die Winterquartiere auch am Kaspischen Meer und am Schwarzen Meer. Hier bevorzugen die Blässgänse stehende Gewässer wie Seen, Teiche und Überschwemmungsgebiete. Gelegentlich leben sie auch an langsam fließenden Flüssen und Strömen. Schlafplätze befinden sich zumeist an ruhigen Uferabschnitten. Der Zug in die Winterquartiere erfolgt zwischen Oktober und Dezember. Der Rückflug in die Brutgebiete erfolgt zwischen Februar und März.

Ernährung

In ihren Brutgebieten und Winterquartieren fressen Blässgänse hauptsächlich Wasser- und Landpflanzen, aber auch Stauden, kleine Wurzeln, Klee und Löwenzahn. Die Nahrungsaufnahme findet meist in den frühen Morgen- und späten Abendstunden statt.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Blässgans im zweiten Lebensjahr. Zur ersten Brut kommt es meistens aber erst im dritten Lebensjahr. Blässgänse leben in lebenslanger monogamer Einehe. Die Tiere brüten in den arktischen Verbreitungsgebieten in der Tundra sowie in Sumpfgebieten und Mooren. Der Nistplatz befindet sich an geschützter Stelle am Boden. Das Nest ist eine einfache Bodenmulde, die mit Dunen ausgepolstert wird. Das Weibchen legt zwischen vier und sieben Eiern, die sie über einen Zeitraum von gut 28 Tagen ausbrütet. Während dieser Zeit wacht das Männchen über Weibchen und Gelege. Die geschlüpften Küken sind Nestflüchter, sie folgen bereits kurz nach dem Schlupf den Eltern. In Freiheit können Blässgänse ein Alter von bis zu 17 Jahren erreichen. In Gefangenschaft haben sie durchaus eine Lebenserwartung von 25 bis 30 Jahren.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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