Blaugrüne Mosaikjungfer

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Blaugrüne Mosaikjungfer
Männchen

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Überfamilie: Aeshnoidea
Familie: Edellibellen (Aeshnidae)
Gattung: Mosaikjungfern (Aeshna)
Art: Blaugrüne Mosaikjungfer
Wissenschaftlicher Name
Aeshna cyanea
(Müller, 1764)

Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) gehört als Großlibellenart innerhalb der Familie der Edellibellen (Aeshnidae) zur Gattung der Mosaikjungfern (Aeshna). Im Englischen wird die Blaugrüne Mosaikjungfer southern hawker oder blue darner genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Die Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen sowie Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wählten in Kooperation mit dem Naturschutzbund (NABU) die Blaugrüne Mosaikjungfer zur Libelle des Jahres 2012.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Blaugrüne Mosaikjungfer erreicht eine Körperlänge von 70 bis 75 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von 95 bis 105 Millimeter. Der Abdomen weist auf einer schwarzen Grundfläche facettenreiche grünliche und bläuliche Musterungen auf, die aber nicht segmentübergreifend ausfallen. Der Thorax ist gelblichgrün gefärbt und steht im Kontrast zu den schwarzen Zeichnungen. Oben auf dem Thorax zeichnen sich auffällig grüne Flecken ab, die meist eine ovale Form aufweisen. Das Pterostigma, also das Flügelmal, ist bei beiden Geschlechtern schwach bläulich ausgeprägt und sitzt am äußeren Ende der Flügel. Die Flügel sind mit kleinen Äderchen durchzogen, die ihnen die nötige Stabilität verleihen. Die Flügelpaare sitzen wie die Beinpaare am Brustsegment. Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist aufgrund der Tatsache, daß sie die Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen kann, zu abrupten Richtungswechseln in der Lage. Sie bewegt ihre Flügel bis zu 30 mal pro Sekunde. Im Fluge wirkt die Libelle meist hektisch.

Blaugrüne Mosaikjungfer - Weibchen
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Blaugrüne Mosaikjungfer - Weibchen

Der große Kopf setzt sich deutlich vom Brustsegment ab. Die riesigen Facettenaugen bestehen aus annähernd 30.000 Einzelaugen, den sogenannten Ommatidien. Die Augen der Männchen sind blaugrün gefärbt, die der Weibchen weisen eine olivgrüne Färbung auf. Die Beisswerkzeuge, insbesondere die Mandibeln sind kräftig ausgebildet und verfügen über eine Vielzahl kleiner zahnartiger Auswüchse. Im Vorderen Mundbereich liegt das Labrum, also die Oberlippe, sowie an den Maxillen die Unterlippe, das sogenannte Labium. Der Thorax, wie der Brustbereich wissenschaftlich genannt wird, besteht aus drei Segmenten. Das sehr lange Abdomen, das eine gewisse Stabilität im Fluge erzeugt, ist für Libellen typischerweise in acht beweglichen Elementen unterteilt und endet beim Männchen in einer Greifzange, mit der er sich während der Paarung am Weibchen festhalten kann. Die Beine, die der Libelle als Fangapparat dienen, sind kräftig ausgebildet.

Lebensweise

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist äußerst revierverbunden und vertreibt Artgenossen und auch andere Großlibellen energisch. Nicht selten enden andere Libellen auch als Mahlzeit. Die Flugzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten zwischen Juni und Oktober. Aufgrund der hervorragenden Anpassung an der jeweiligen Umgebung ist die Blaugrüne Mosaikjungfer in ihrer Population noch nicht gefährdet. Bemerkenswert ist, daß die Blaugrüne Mosaikjungfer jegliche Scheu vor dem Menschen verloren hat. Es wurde schon beobachtet, daß sie sehr dicht an das Gesicht und über den Kopf fliegt respektive im Schwebflug ausharrt und neugierig den Menschen beäugt.

Verbreitung

Blaugrüne Mosaikjungfer
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Blaugrüne Mosaikjungfer

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist in weiten Teilen Europas, Asien, Nordafrika, insbesondere in Mittel- und Nordeuropa, verbreitet. Sie bevorzugt dabei stehende Gewässer wie Teiche und Tümpel sowie kleinere Seen mit entsprechender Vegetation. Fliessende Gewässer hingegen werden gemieden. Die Blaugrüne Mosaikjungfer kann sich schwierigen Umgebungen sehr gut anpassen. Selbst an kleinsten Gewässern ist sie anzutreffen.

Ernährung

Die Blaugrüne Mosaikjungfer ist ein Flugjäger und ernährt sich räuberisch von Insekten wie Mücken, Fliegen und anderen Geflügelten Insekten. Dabei sucht sie ihre Beute nicht von einer Ansitzwarte aus, sondern erbeutet sie mit ihren Fängen im aktiven Suchflug. Nicht selten erbeutet sie auch andere Libellenarten. Die Larven sind Lauerjäger und ernähren sich im Wasser von Kleinstlebewesen, gegen Ende der Larvalzeit auch von Kaulquappen und kleinen Fischen.

Fortpflanzung

Blaugrüne Mosaikjungfer
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Blaugrüne Mosaikjungfer

Die Paarungszeit der Blaugrünen Mosaikjungfer erstreckt sich über die Monate Juli bis August. Die eigentliche Paarung dieser Libellenart beginnt meist am Boden und endet nicht selten hoch oben in den Baumkronen. Die Paarung kann zwischen einigen Minuten und bis zu zehn Minuten dauern. Die Eiablage erfolgt durch das Weibchen alleine. Mit ihrem Legestachel sticht sie Pflanzenteile knapp oberhalb der Wasseroberfläche an und legt ihre Eier in die geschaffenen Ritzen. Insgesamt werden so um die 20 bis 30 Eier gelegt. Die Eier überwintern. Im Frühjahr des Folgejahres schlüpfen die Larven, die fortan am Grund des Gewässers leben. Die Larven ernähren sich räuberisch von Kleinstlebewesen im Wasser. Mit ihrer Fangmaske erbeuten sie ihre Nahrung und zerteilen sie mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen. Die Atmung erfolgt unter Wasser über ein spezielles Gewebe im Enddarm, den sogenannten Rektalkiemen. Die Larven weisen gegen Ende ihrer Entwicklung eine Länge von deutlich über 50 Millimeter auf. Nach einer Entwicklungszeit von zwei, selten auch drei Jahre, Monaten schlüpfen die Junglibellen im Juni. Dazu kriecht die Larve an einem Pflanzenstengel empor und schlüpft aus ihrer Exkuvie. Nach der Trocknung der Flügel fliegt die Blaugrüne Mosaikjungfer auf.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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