Buschmannhase

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Buschmannhase
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Unterfamilie: Palaeolaginae
Gattung: Bunolagus, Thomas, 1929
Art: Buschmannhase
Wissenschaftlicher Name
Bunolagus monticularis
(Thomas, 1903)

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Buschmannhase (Bunolagus monticularis) zählt innerhalb der Familie der Hasen (Leporidae) zur Gattung Bunolagus. Im Englischen wird die Art Riverine Rabbit oder Bushman Hare genannt. Ein weiteres (ungültiges) Synonym ist Lepus monticularis.

Die Art ist die einzige Art in der Gattung Bunolagus. Zudem ist die Art monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005). Nicht jeder Hase ist auch ein Hase. So zählt man den Buschmannhasen zu den Kaninchen.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Buschmannhasen erreichen eine Länge von 337 bis 470 mm, eine Schwanzlänge von 70 bis 108 mm, eine Ohrlänge von 107 bis 124 mm sowie ein Gewicht von 1.500 bis 1.800 g. Weibchen sind deutlich schwerer als Männchen. Das weiche und seidig wirkende Fell ist im Wesentlichen bräunlich gefärbt, ventral und im Kehlbereich zeigt sich eine cremfarbene Zeichnung. Charakteristisches Merkmal ist ein schwarzer Streifen seitlich des Rostrum. Die Spitze der Schnauze sowie der Augenring sind weißlich bis cremefarben. Der Schwanz ist matt braun gefärbt, die Schwanzspitze ist schwarzbraun (Nowak, 1999).

Lebensweise

Buschmannhasen sind nachtaktiv und halten sich am Tage in dichter Bodenvegetation in flachen Erdmulden versteckt. Die einzelgängerisch lebenden Tiere beanspruchen ein Revier in einer Größe von gut 15 ha. Die Reviere einzelner Individuen überlappen sich. Die Reviere der Männchen sind ein wenig größer als die der Weibchen (Nowak, 1999).

Verbreitung

Der Buschmannhase ist in Südafrika endemisch. Das rezente Verbreitungsgebiet erstreckt sich dabei nur über die zentralen und südlichen Regionen des Karoo Desert National Botanical Garden. Die Vorkommen erstrecken sich über kaum 100 ha. Buschmannhasen sing entlang von Gewässern anzutreffen und bevorzugen eine dichte Ufervegetation (IUCN, 2011).

Biozönose

Prädator: der Malaienadler (Ictinaetus malayensis)
vergrößern
Prädator: der Malaienadler (Ictinaetus malayensis)

Zu den natürlichen Feinden der Buschmannhasen zählen Habichtartige (Accipitridae) wie der Malaienadler (Ictinaetus malayensis) sowie kleinere Raubtiere (Carnivora) wie verwilderte Hauskatzen (Felis catus) und Haushunde. Die Nachtaktivität und hohe Sprünge auf der Flucht erschweren Prädatoren einen Riss (Nowak, 1999).

Ernährung

Der Buschmannhase ernährt sich im Wesentlichen von Blumen, Gräsern, Blättern und anderen grünen Pflanzenteilen. Auf Nahrungssuche gehen die Tiere in dichter Ufervegetation ausschließlich in der Nacht. Gräser stehen jedoch nur während der Regenzeit zur Verfügung. Weit oben auf der Speisekarte stehen Salzkräuter (Salsola) und Bocksdorne (Lycium). Buschmannhasen gelten als koprophag bzw. als autokoprophag (von griechisch kópros = Dung, Kot und phageín = essen). Sie fressen ihren weichen Tageskot, den sie gleich vom After aufnehmen und abschlucken. Der Kot der Nacht wird nicht gefressen. Kot enthält Mineralien wie Kalzium und Phosphor und ist reich an Vitamin B. Zusätzlich werden die Bakterien aufgenommen, die im hintern Darmbereich produziert werden (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Buschmannhasen leben polygam. Ein Männchen paart sich mit mehreren Weibchen und hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Die Paarungszeit erstreckt sich im südlichen Afrika von August bis in den Mai hinein. Während dieser Zeit kommt es zu meist 1 oder 2 Würfen. Ein Wurf besteht aus einem einzelnen Jungtier, dass ein Geburtsgewicht von gut 40 bis 50 (45) g aufweist. Die Geburt erfolgt im Nest der Mutter. Dieses ist rund 25 cm lang und 15 cm breit. Es befindet sich an geschützter Stelle unter Büschen. Das Nest ist mit weichen Gräsern ausgepolstert. Ein Jungtier ist bei der Geburt nackt, blind und völlig hilflos. Die Trage- und Säugezeit sowie die Lebenserwartung sind unbekannt (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Buschmannhasen gehören zu den am stärksten gefährdeten Säugetieren. Die Gesamtpopulation umfasst kaum 250 Individuen. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie CR, Critically Endangered, geführt. Die Hauptgefahr geht vom Lebensraumverlust aus. Der Lebensraum ist auf kleine Bereiche an jahreszeitlich überschwemmten Flüssen begrenzt. In den letzten 50 Jahren ist mehr als 2/3 des Lebensraum vernichtet worden. Flüsse wurden aufgestaut oder das fruchtbare Schwemmland wurde in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Ein Nachzuchtversuch in Gefangenschaft wurde im Jahre 1987 aufgrund der hohen Sterblichkeit unter den Jungen abgebrochen. Weitere Gefahren sind die Überweidung und die Bejagung durch den Menschen. Können die Gefahren nicht abgewendet werden, so ist die Art nicht mehr zu retten (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Hasen (Leporidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge