Clubiona terrestris

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Clubiona terrestris

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Clubionoidea
Familie: Sackspinnen (Clubionidae)
Unterfamilie: Clubioninae
Gattung: Eigentliche Sackspinnen (Clubiona)
Art: Clubiona terrestris
Wissenschaftlicher Name
Clubiona terrestris
Westring, 1851

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:024795]

Die Spinnenart Clubiona terrestris gehört innerhalb der Familie der Sackspinnen (Clubionidae) zur Gattung der Eigentlichen Sackspinnen (Clubiona).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Clubiona terrestris erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 Millimeter. Die Grundfärbung dieser Art ist gelblich-braun und weist einen gewölbten, fast kugelförmigen Hinterleib, der auf dem Rücken rötlich-braun und an den Seiten und unten gelblich-braun gefärbt ist. Der ganze Hinterleib ist mit kurzen, seidig glänzenden Härchen bedeckt. Die Beine weisen eine blaß braune Färbung auf und die Endglieder sind dunkler getönt. Diese Art ist zu fast allen Jahreszeiten zwischen niederer Vegetation und unter Steinen zu finden.

Lebensweise

Aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise begegnet man dieser Art nur selten, man kann sie aber leicht durch das markante Wohngespinst in der Vegetation, unter loser Baumrinde, im Moos oder unter Steinen finden. Clubiona terrestris wird im Frühjahr geschlechtsreif. Der Paarung geht kaum eine Werbung voraus, das Männchen benutzt seine längeren, zugespitzten Kieferklauen, um das Weibchen bei der stundenlangen Paarung zu halten. Das Weibchen legt ihre rötlichen Eier mit Hilfe der Spinnseide in ein dichtes, verschlossenes Wohngespinst und bewacht die Eier so lange, bis die Jungspinnen ausschlüpfen. Die Lebensdauer dieser Art beträgt etwa ein Jahr.

Verbreitung

Clubiona terrestris ist die häufigste Art in Mitteleuropa. In Deutschland wurden östlich von Schleswig-Holstein einschließlich Hamburg mäßig häufige Funde (20 bis 100) nachgewiesen. Je nach Verbreitungsgebiet sind die Lebensräume der Spinne verschieden: dies können Moore und deren Randbereiche, trockene und frische Laub- und Nadelwälder, Gebäude, Dünen, Knick, Hecke, Gebüsch, Ruderalflächen, Straßenränder, Brachen, Siedlungen sowie trockenes bis mittelfeuchtes Grünland sein.

In der folgenden Tabelle sind verschiedene Fundstellen aufgeführt: <2>

Biotoptyp Fundort Bundesland Fund-Bemerkung
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Waldhusener Forst Schleswig-Holstein -
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Bankau Schleswig-Holstein -
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Wahlsdorfer Holz Schleswig-Holstein -
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Borghorster Elblandschaft Schleswig-Holstein -
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Kannenbruch Schleswig-Holstein Waldrand. Niedrige Vegetation: Giersch, Brennesseln
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Pfefferberg Schleswig-Holstein Niedrige Vegetation am Waldrand
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Salem Schleswig-Holstein Niedrige Vegetation (Giersch, Brennessel, Waldmeister,
junge Buchen)
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Groß Disnack Schleswig-Holstein Niedrige Vegetation: Giersch, Gräser, Farn, Waldmeister,
Brennesseln, Springkraut. Teilweise in der Nähe
eines feuchten Bereiches im Wald
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Preten Niedersachsen Junger Kiefern-, Robinienwald mit Faulbaum und Farn
Moore und deren Randbereiche Bei Heidmühlen Schleswig-Holstein Kleines Hochmoor
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Bei Daldorf Schleswig-Holstein Unter Rinde am Boden liegenden Totholzes
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Bei Daldorf Schleswig-Holstein Unter Rinde toter stehender Bäume
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Schlamersdorf Niedersachsen In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Enweger Kopf und
Scheibigkopf bei Lorch
Hessen -
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Niendorf Schleswig-Holstein Nadel-/ Laubwald. Unter Rinde von Totholz
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Niendorf Schleswig-Holstein Unter Rinde von Totholz
Ruderalflächen, Straßenränder, Brachen, Siedlungen Behlendorf Schleswig-Holstein Straßen-/Waldrand, niedrige Vegetation (Brennessel)
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Boostedt Schleswig-Holstein Niedrige Vegetation
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Rade Schleswig-Holstein Wald, von niedriger Vegetation
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Lübeck, Ortsteil Moisling Schleswig-Holstein Giersch, Brennessel, von großer Kastanie überschattet
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Tarbeker Moor Schleswig-Holstein Niedrige Vegetation
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Grönauer Heide Schleswig-Holstein Niedrige Vegetation in einem Wäldchen
aus jungen Kiefern und Birken
Knick, Hecke, Gebüsch Grönauer Heide Schleswig-Holstein In Laubstreu
Knick, Hecke, Gebüsch Grönauer Heide Schleswig-Holstein In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Lübeck, Lauerholz Schleswig-Holstein Junger Laubwald. In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Kronsorde Schleswig-Holstein Junger Buchen-, Birken- und Eichenwald. In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Kronsorde Schleswig-Holstein Junger Buchen-, Birken- und Eichenwald. In Laubstreu
Moore und deren Randbereiche Wesloer Moor Schleswig-Holstein In Laubstreu
Synantrop: In oder an Gebäuden Lübeck, Altstadt: Kaisertor Schleswig-Holstein In Laubstreu direkt an Hauswand
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Dummersdorfer Ufer Schleswig-Holstein Junger Birken- und Buchenwald auf Sandboden
in Kiesgrubennähe. In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Lübeck, Lauerholz Schleswig-Holstein Junger Buchenwald mit blühenden Buschwindröschen.
In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Bei Roseburg Schleswig-Holstein Mischwald. In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Bröthen Schleswig-Holstein Junger Eichenforst (Monokultur) auf Sandboden
Moore und deren Randbereiche Tarbeker Moor Schleswig-Holstein Laubstreu in Moorrandbereich
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Tensfeld Schleswig-Holstein Laubstreu in Mischwald
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Bartelsdorfer Holz Schleswig-Holstein Gräbendurchzogener Mischwald
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Rappenberg (86m)
bei Wiershop
Schleswig-Holstein Mischwald auf Sandboden (Eiche, Birke, Faulbaum, Eibe).
In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Geesthacht Schleswig-Holstein Bewaldete Kuppe in Mischwald (Eiche, Birke, Kiefer).
Eiche und Kiefer dominierend. In Laubstreu
trockenes bis mittelfeuchtes Grünland NSG Besenhoster Sandberge
und Elbsandwiesen
Schleswig-Holstein Lockere Baum- und Graslandschaft. In Laubstreu zwischen
frischen Gräsern und Brennesseln. Halbschattig
Dünen Boberger Dünen Schleswig-Holstein Laubstreu im Randbereich
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Preten Niedersachsen Eiche, Birke, Buche mit Holunderunterholz. Boden
laubbedeckt. In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Negernbötel Schleswig-Holstein Laubstreu am Waldrand
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Schwerin Mecklenburg-Vorpommern Boden sandig und lehmig. Teilweise sehr hart,
teilweise locker sandig. Wald: Eiche, Birke,
Buche und sehr wenige Nadelbäume. In Laubstreu
trockene und frische Laub- und Nadelwälder Schwerin Mecklenburg-Vorpommern Boden sandig und lehmig. Teilweise sehr hart,
teilweise locker sandig. Wald: Eiche, Birke,
Buche und sehr wenige Nadelbäume. In Laubstreu
Knick, Hecke, Gebüsch Hornbek Schleswig-Holstein Birken-, Eichen, Kiefernknick. Halbschattig mit Rasenboden.
In Laubstreunestern
trockenes bis mittelfeuchtes Grünland Hornbek Schleswig-Holstein Grasbewachsener Sandhang zum Sumpf hin abfallend.
Lückenhaft mit Eichen, Birken und Kiefern.
In Laubstreu

Ernährung

Tagsüber verbirgt sich die Spinne in ihrem weißen Gespinstsack und geht bei Nacht auf Jagd. Dabei klettert und läuft die Spinne sehr vorsichtig umher und fängt alles, was freßbar erscheint. Da die Spinne kein Fangnetz baut, wird die Beute mit dem sehr empfindlich entwickelten Tastsinn aufgespürt.

Fortpflanzung

Die Spinnenart wird im Frühjahr geschlechtsreif. Das Männchen, das wie bei allen Clubiona-Arten deutlich längere Cheliceren als das Weibchen besitzt, sucht das Weibchen in seinem angelegten Schlupfwinkel auf. Außer klopfenden Bewegungen findet keine Werbung statt. Das Männchen besteigt das Weibchen von vorn und umgreift mit seinen langen zugespitzten Cheliceren dessen Hinterleibsstiel. Dann läßt das Männchen sich seitlich am Körper der Partnerin herab und führt einen Taster ein. Die gesamte Paarung dauert etwa 90 Minuten. Dabei findet mehrfach, jeweils unter Wechsel auf die andere Körperseite des Weibchens, ein Tasterwechsel statt. Nach der Paarung legt das Weibchen in ihrem Schlupfwinkel die rötlich gefärbten Eier ab. Nach dem Ausschlüpfen verbleiben die Jungspinnen noch längere Zeit - wohl bis zur nächsten Häutung - im Gespinst des Weibchens. Die Jungspinnen bauen schließlich dann ihre eigenen Wohnungen, überwintern dann halberwachsen und häuten sich im Mai des folgenden Jahres zum letzten Mal. Die Lebensdauer dieser Art beträgt etwa ein Jahr.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 21. April 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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