Copes Grauer Laubfrosch

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Copes Grauer Laubfrosch

Systematik
Klasse: Amphibien (Amphibia)
Unterklasse: Lissamphibia
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Laubfrösche (Hyla)
Art: Copes Grauer Laubfrosch
Wissenschaftlicher Name
Hyla chrysoscelis
Cope, 1880

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Copes Grauer Laubfrosch (Hyla chrysoscelis) zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung der Laubfrösche (Hyla). Copes Grauer Laubfrosch sieht dem Grauen Laubfrosch (Hyla versicolor) sehr ähnlich und wird auch häufig mit diesem Laubfrosch verwechselt. Die beiden Laubfrosch-Arten sind nur durch eine mikroskopische Prüfung der Chromosomenzahl (Träger der Erbinformation im Zellkern) und durch die Balzrufe der Männchen zu unterscheiden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Copes Grauer Laubfrosch ist ein verhältnismäßig großer Laubfrosch. Er erreicht eine Körperlänge von 30 bis 50 Millimeter. Allerdings wurde schon eine Rekordlänge von 62 Millimeter gemessen. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht kein Geschlechtsdimorphismus. Die Haut des Laubfrosches ist oberseits rauh und mit zahlreichen Warzen bedeckt. Copes Grauer Laubfrosch ist in der Lage, die warzige Haut in eine glatte Oberfläche umzuwandeln. Die Körperfarbe schwankt je nach Umgebung, Stimmung und je nach Klimafaktoren wie Jahreszeit und Feuchtigkeit zwischen einer grauen, grünen, braunen und perlgrauen Färbung. Vorherrschend ist jedoch die graue Färbung mit schwarzen Flecken auf dem Rücken. Die grüne Farbe tritt nur während der Reproduktionsphase und bei den einjährigen Fröschen auf.

Markantes Merkmal ist die weiße Markierung unter den Augen. Die Augen befinden sich gut sichtbar seitlich am Kopf. Die Pupillen, die eine schwarze Färbung aufweisen und mit einem goldgelben gesprenkelten Ring versehen sind, zeigen eine waagerechte und geschlitzte Form. Bei Lichteinfall ziehen sie sich zusammen, bei Dunkelheit weiten sich die Pupillen deutlich. Die ventrale Haut an den Hinterbeinen und in der Leistengegend weist eine goldgelbe bis orange Färbung auf und ist mit schwarzen Tupfen versehen. Der Bauch ist weißlich gefärbt. Die Extremitäten sind relativ kurz und enden an den vorderen Beinen in vier, an den hinteren Beinen in fünf Zehen. Die Zehen weisen an der Unterseite sogenannte Haftlamellen auf, die eine rundliche Form besitzen. Mit den Haftlamellen kann sich Copes Grauer Laubfrosch an senkrechten und glatten Untergründen und Oberflächen festhalten. Während der Reproduktionsphase ist die Kehle des Männchens dunkel gefärbt. In diesem Bereich besitzt das Männchen eine Schallblase, die als Resonanzkörper den Balzrufen dient. Im Gegensatz zum Grauen Laubfrosch (Hyla versicolor) erzeugt das Männchen des Copes Grauen Laubfrosches mit seiner Schallblase viel mehr mechanisch hektische Balzrufe, die weniger musikalisch klingen und sich eher wie eine quakende Ente anhören und nur einen Triller erzeugen.

Copes Grauer Laubfrosch
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Copes Grauer Laubfrosch

Des Weiteren besitzt Copes Grauer Laubfrosch ein sehr gutes Hörvermögen. Neben dem ausgezeichneten Hörvermögen nimmt er auch leichte Erdvibrationen wahr, jedoch lassen das gute Hörvermögen und die Empfindlichkeit für Erdvibrationen während der Überwinterung nach. Aufgrund des Glycerins im Blut besitzt Copes Grauer Laubfrosch eine hohe Einfrierungstoleranz von etwa 80 Prozent und kann so den strengen Frost in kälteren Regionen überleben. Im tiefgefrorenen Zustand steht das Herz still und die Stoffwechseltätigkeit ist auf ein Minimum reduziert. In diesem Energiesparmodus kann er bei Temperaturen bis minus sieben Grad Celsius und noch mehr überwintern. Das Glycerin fungiert für Copes Grauen Laubfrosch als ein ausgezeichnetes Frostschutzmittel. Die Eiskristalle, die bei hoher Glycerinkonzentration wachsen sind stumpf und dadurch weniger gefährlich für die Zellen. Als überwiegend nachtaktiver Frosch wird Copes Grauer Laubfrosch meist erst nach Einsetzen der Dämmerung oder mit einsetzender Dunkelheit munter und sucht seine Nahrung in Bäumen oder Sträuchern. Während der Paarungszeit hält sich Copes Grauer Laubfrosch überwiegend am Boden auf. Während dieser Zeit ist das Männchen sehr territorial eingestellt. Ansonsten sind das Männchen und das Weibchen gegenüber anderen Frosch-Arten tolerant. Jedoch sind sie auch opportunistische Kannibalen und können ihre Artgenossen und andere Laubfrösche fressen, wenn sie klein genug sind.

Habitat - Froschteich
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Habitat - Froschteich

Wie schon am Anfang des Artikels erwähnt, können die zwei Arten Copes Grauer Laubfrosch und Grauer Laubfrosch (Hyla versicolor) nur durch die Balzrufe der Männchen und durch die Chromosomenzahl auseinandergehalten werden, da die Gene und das Aussehen der zwei Arten sehr ähnlich sind. Jedoch weist Copes Grauer Laubfrosch zwei vollständige Chromosomensätze auf, das heißt, dass bei ihm ein doppelter Chromosomensatz vorhanden ist. Man bezeichnet dies auch als Diploidie, das bedeutet, dass jedes Chromosom in doppelter Zahl vorliegt. Der Graue Laubfrosch (Hyla versicolor) dagegen besitzt einen zweiten Chromosomensatz, das heißt, dass er mehr als zwei Sätze von Chromosomen in den Zellen aufweist als Copes Grauer Laubfrosch. Man bezeichnet dieses einzigartige Phänomen auch als Polyploidie = tetraploid: vier Chromosomensätze. Die Ursachen für solch ein Phänomen können Umwelteinflüsse wie Kälte sein. In diesem Falle führte das Pleistozän, allgemein bekannt als die Eiszeit, zu einem chromosomalen Extrasatz bei dem Grauen Laubfrosch (Hyla versicolor). Bis das Klima sich erwärmte und die Gletscher sich zurückzogen, hatten sich die zwei Sippen in unterschiedliche Richtungen entwickelt, und obwohl sie jetzt denselben Lebensraum teilen, kreuzen sie sich nicht mehr und bilden eigenständige Arten.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Copes Grauem Laubfrosch ist sehr weitläufig. Copes Grauer Laubfrosch kommt in südlichen Teilen von Ontario und Maine vor. Des weiteren hält er sich in Zentral-Texas, nordwestlich von Manitoba und im westlichen Nordflorida, in New Brunswick sowie in der östlichen Great Lakes Region, einschließlich im südlichen Michigan, im nördlichen Michigan und in Wisconsin auf. Ebenso sind die Lebensräume des Laubfrosches sehr vielseitig und abwechlungsreich. Dazu zählen bewaldete Gebiete nahe dem Wasser wie Sümpfe, Teiche und Seen sowie waldreiche Vorstädte, Waldparzellen mit Bauernhöfen und Mischwäldern oder mit Laubwäldern. Während der Sommermonate lebt Copes Grauer Laubfrosch in feuchten faulen Baumstämmen oder in hohlen Bäumen. Im Winter hält er sich unter Baumstümpfen, Wurzeln oder Blättern auf.

Copes Grauer Laubfrosch
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Copes Grauer Laubfrosch

Ernährung

Copes Grauer Laubfrosch ist sowohl ein Lauerjäger als auch ein aktiver Jäger. Bewegliche Beute erspäht er mit seinem recht gut entwickelten Sehsinn. Sobald sich ein Opfer in Reichweite der Zunge befindet, schnellt sie heraus und das Beutetier wird gepackt. Dabei kann sich der Beutefang am Boden abspielen oder auch an einem erhöhten Punkt in der Vegetation. Gelegentlich gelingt es demLaubfrosch auch, fliegende Insekten in vertikaler Ausrichtung zu fangen. Bei der Verfolgung eines Beutetieres kann er recht weite Sprünge vollführen, die nicht nur horizontal, sondern auch in vertikale Richtung verlaufen können. Auch in den Bäumen bewegt er sich als sehr guter Kletterer gewandt und geht auch hier auf die Jagd.

Copes Grauer Laubfrosch ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven wie Mücken (Nematocera), Stechmücken (Culicidae) und Fliegen (Brachycera). Daneben erbeutet er auch Milben (Acari), Webspinnen (Araneae), Blattläuse (Aphidoidea), Weberknechte (Opiliones) und Schnecken (Gastropoda). Da Copes Grauer Laubfrosch wie die meisten Frösche ein opportunitistischer Räuber ist, erbeutet er zum Beispiel auch kleinere Frösche, einschließlich andere Laubfrösche (Hylidae).

Die Larven von Copes Grauem Laubfrosch ernähren sich von Algen, Mikroorganismen, Plankton und zellulären Abfallstoffen. Gegen Ende ihrer larvalen Entwicklung fressen sie auch größere Beute wie andere Larven und Aas. Die Kaulquappen fressen dabei an toten Fischen, Schnecken und anderen Tieren. Im Wasser lokalisieren die Kaulquappen ihre Beute über ihren gut entwickelten Geruchs- und Geschmackssinn.

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Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden des Laubfrosches gehören Vögel, Schlangen, verschiedene Frosch-Arten und kleine Säugetiere. Um sich vor den Feinden zu schützen, hält er sich überwiegend auf Bäumen oder in Sträuchern auf. Ein weiterer Schutzfaktor ist der Farbwechsel der Haut, wodurch sich Copes Grauer Laubfrosch der jeweiligen Umgebung vortrefflich anpassen kann. Und um sich der Aufmerksamkeit seiner tagaktiven Feinde zu entziehen, geht er erst mit Einbruch der Dämmerung auf Nahrungssuche. Seine aktivste Zeit liegt jedoch in den Nachtstunden.

Größere Frösche wie der Amerikanische Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) und der Schreifrosch (Rana clamitans) sowie die Riesenwanzen (Belostomatidae) jagen mit Vorliebe die adulten Tiere dieses Laubfrosches. Die Eier und Larven des Laubfrosches werden von zahlreichen Fischen und größeren amphibischen Larven wie die Larven des Tigersalamanders (Ambystoma tigrinum) gefressen. Überwiegt die Zahl fleischfressender Wassertiere, so schränken die Kaulquappen ihre Tätigkeit im Wasser ein, indem sie sich versteckt halten. Aufgrund dessen verlangsamt sich das Wachstum der Larven und sie weisen nach der Metamorphose eine geringere Größe auf.

Copes Grauer Laubfrosch
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Copes Grauer Laubfrosch

Neben sichtbaren Prädatoren haben der adulte Laubfrosch, der Jungfrosch und die Kaulquappen eine Vielzahl mehr oder weniger unsichtbarer Feinde. Ekto- und Endoparasiten verschiedenster Art leben an den unterschiedlichsten Stellen im oder am Körper des Laubfrosches. Unter anderem lebt der Plattwurm (Polytoma nearcticum) in den Kiemen der Kaulquappen und in der Blase der Alttiere dieser Art. Des Weiteren befallen Fadenwürmer (Strongyloides) das Verdauungssystem der adulten Laubfrösche. Diese im Allgemeinen sehr kleinen Feinde haben eine weit größere Auswirkung als die größeren Prädatoren.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit des Laubfrosches beginnt unmittelbar nach der Winterruhe. Zu diesem Zeitpunkt zieht es die Frösche aus den Winterquartieren an die Laichgewässer. Als erstes treffen die geschlechtsreifen Männchen ein. Dies geschieht bereits stellenweise im späten April. Insgesamt kann sich die Paarungszeit bis in den frühen Mai hinziehen. Dabei betragen die abendlichen Temperaturen etwa fünfzehn Grad, was für den Laubfrosch optimal ist. Während der Paarungszeit ist in den späten Abendstunden das charakteristische Froschkonzert zu hören. Besonders in warmen und bewölkten Nächten produzieren die Männchen die intensivsten Froschkonzerte. Im Allgemeinen dauern die Froschkonzerte einige Wochen. Manchmal werden die Balzrufe im späten Juni oder im frühen Juli, abhängig von Temperaturen und ungewöhnlichen Wetterphänomenen fortgesetzt. Mit den extrem lauten Balzrufen wollen die Männchen potenzielle Partnerinnen beeindrucken. Die Töne werden im Rachen produziert und über die Schallblase, die hierbei als Resonanzverstärker dient, verstärkt. Neben den dominanten Männchen, also denjenigen, die das Froschkonzert anstimmen, gibt es noch sogenannte Satellitenmännchen. Diese Satellitenmännchen halten sich stets in der Nähe eines dominanten Männchens auf. Ziel der Satellitenmännchen ist es, ankommende Weibchen abzufangen und sich mit ihnen zu paaren. Zu einer Paarung kommt es in der Regel um Mitternacht. Wie für Frösche üblich, kommt es dabei zu einer Umklammerung des Weibchens durch das Männchen. Sie bilden dann ein sogenanntes Amplexus-Paar. Weibchen suchen sich bei der Balz ihren Partner selbständig aus. Dabei achten sie insbesondere auf den Gesang eines Männchens. Nicht selten erliegen sie aber auch der Täuschung eines Satellitenmännchens.

Copes Grauer Laubfrosch
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Copes Grauer Laubfrosch

Nachdem sich also ein Pärchen gefunden hat, wird ein passender Laichplatz ausgesucht und es beginnt die Ablage des ersten Laichballens. Dies geschieht in der Regel um Mitternacht. Die gesamte Eiablage kann sich bis in die frühen Morgenstunden hinziehen. Die Ablage erfolgt im flachen Wasser zwischen Wasserfplanzen, an denen die Eiballen angehaftet werden. Ein Laichballen kann, je nach Alter und körperlichem Zustand des Weibchens, zwischen zehn und vierzig Eier enthalten. Ein Ei weist einen Durchmesser von knapp zwei Millimeter auf und ist oberseits bräunlich bis gelblich gefärbt, unterseits weist ein Ei eine fast weißliche Färbung auf. Ein Laichklumpen ist kaum größer als zwei Zentimeter. Jedes Ei ist von einer gallertartigen Masse umgeben, die das Ei schützt. Parallel mit der Ablage eines Laichklumpens erfolgt dessen Besamung durch das Männchen. Es findet eine äußere Befruchtung statt. Zwischen den einzelnen Laichschüben, von denen es in der Nacht zwischen drei oder vier und gut fünfzehn bis zwanzig geben kann, werden vom Weibchen Pausen eingelegt. Nicht selten wird während einer solchen Pause ein anderer Laichplatz aufgesucht. Mit beginnendem Morgen ist die Eiablage abgeschlossen und die Laichzeit für das Weibchen beendet. Männchen bleiben zum Teil mehrere Wochen am Laichgewässer und paaren sich noch einige Male. Die Entwicklung der Eier hängt sehr stark von der Umgebungs- und Wassertemperatur ab. Wenn sich ein Laichklumpen von einem Halm löst und zu Boden sinkt, verlängert sich die Entwicklungszeit aufgrund der niedrigeren Temperaturen am Gewässergrund um ein paar Tage.

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Nach der Reifung der Eier schlüpfen die Larven. Je nach Wassertemperatur geschieht dies in der Regel in drei bis sieben Tagen. Die Entwicklungszeit der Larven kann sich über 40 bis 90 Tage erstrecken. In einem kalten Frühjhar kann sich die Entwicklung auch auf über 100 Tage ausdehnen. Unmittelbar nach dem Schlupf weisen die Larven, die auch Kaulquappen genannt werden, eine Länge von durchschnittlich vier Millimetern auf. Die Färbung und Musterung sind extrem variabel. Die Färbung der Flossen, die sich oberhalb und unterhalb am Schwanz befinden, variiert zwischen rötlich, gelblich sowie orangefarben. Des Weiteren weisen die Flossen zahlreiche schwarze Flecken auf. Die Grundfärbung der Larven ist hellgrün bis gelblich. Gegen Ende ihrer Entwicklungsphase erreichen die Kaulquappen eine Körperlänge einschließlich Schwanz von 32 bis 38 Millimetern. Die larvale Entwicklung und die Zuwachsrate sind stark vom Nahrungsangebot und vom Prädatoren-Druck abhängig. Nach dem Schlupf ernähren sich die Larven vom Dottersack ihres Eies. Kurz danach machen sie bereits Jagd auf Mikroorganismen, zusätzlich ernähren sie sich von Algen, Plankton sowie von zellulären Abfallstoffen. Dabei sind die Larven keineswegs wählerisch. Erbeutet wird alles, was sich überwältigen lässt. Das Gebiss besteht aus hornartigen Kiefern, die mit feinen Raspelzähnen besetzt sind. Der Körper ist langgestreckt und setzt sich letztlich aus einem Kopf und Magen sowie einem kräftigen Schwanz zusammen, der eine rötliche Färbung aufweist und mit dunklen Pigmenten gesprenkelt ist. Der Schwanz dient den Kaulquappen zur Fortbewegung und Steuerung. Neben den Flossen ist der Schwanz mit einem Saum versehen, der sich bis zum Kopf hin erstreckt. Die Augen liegen seitlich am Kopf. Die Atmung erfolgt über innere Kiemen, dem sogenannten Spiraculum. Gegen Ende der larvalen Entwicklung erfolgt die Ausbildung der Extremitäten.

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Je nach Umgebungs- und Wassertemperatur ist die Metamorphose von der Kaulquappe zum Jungfrosch in sechs bis acht Wochen abgeschlossen. In der Übergangsphase hält sich der Jungfrosch meist noch in der Nähe des Laichgewässers auf, ehe er vollständig das aquatile Leben aufgibt. Während der Anfangsphase lebt er noch von seinen Reserven, wobei er seinen Schwanz vollständig resorbiert. Erst danach geht der Jungfrosch aktiv auf die Jagd und verlässt sein Heimatgewässer. Dabei stellt er seine Ernährungsgewohnheiten vollständig um. Er ernährt sich rein carnivor. Auf Nahrungssuche geht der Jungfrosch wie auch der Altfrosch nach Einbruch der Dunkelheit. Die Jungtiere sind anders gefärbt als der adulte Frosch. Die Färbung des Jungfrosches weist ein sattes helles Grün auf. Der junge Laubfrosch wächst ausgesprochen schnell heran und wächst jedes Jahr, bis er die Körperlänge eines adulten Tieres erreicht hat. Copes Grauer Laubfrosch kann in Gefangenschaft ein Alter von über sieben Jahren erreichen. Die mögliche Lebensdauer dieser Art in der freien Natur ist unbekannt. Es ist wahrscheinlich, dass Copes Grauer Laubfrosch wegen der zahlreichen natürlichen Feinde sowie durch Krankheiten und andere Ursachen kaum ein stattliches Alter erreicht.

Gefährdung, Schutz

Auch wenn Copes Grauer Laubfrosch in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet geführt wird, ist diese Art aufgrund einer Verkettung vieler Gefährdungsfaktoren dennoch rückläufig. Ein Hauptgrund ist mit Sicherheit die Vernichtung von Kleinstgewässern, insbesondere durch die Versiegelung und Trockenlegung. Auch die Zersiedelung respektive die Habitatfragmentierung durch exzessive Bebauung und intensivierte Landwirtschaft mit einhergehender chemischer Düngung tragen zum Rückgang der Populationen bei.

Habitat - Dichter Wald
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Habitat - Dichter Wald

Bei Wanderungen zwischen den Lebensräumen, insbesondere auf den Laichwanderungen, kommen zudem viele Laubfrösche im Straßenverkehr ums Leben. Auch der Fischbesatz von Kleinstgewässern hat zum Rückgang der Populationen beigetragen. So fressen eine Vielzahl von Fischarten sowohl den Laich als auch die Larven. In den letzten Jahren wurden viele Bäche und Flüsse begradigt oder die Ufer bepflanzt. Dadurch ist ebenfalls ein Teil der Lebensräume vernichtet worden. Und letztendlich spielt auch der Wildfang für den illegalen Tierhandel eine herausragende Rolle.

Copes Grauer Laubfrosch spielt im Ökosystem eine wichtige Rolle. Da er zahlreiche Insekten vertilgt, ist er bei den Landwirten und Gärtnern sehr beliebt. Auch die allabendlichen Froschkonzerte im Frühling während der Paarungszeit tragen zur Abendunterhaltung bei und der Mensch fühlt sich in gewisser Hinsicht mit der Natur noch mehr verbunden. Des Weiteren gehen Vorkommen von Copes Grauem Laubfrosch oft mit einer großen Biodiversität (Vielfalt der Arten) einher und zeigen ein geringes Niveau der Verunreinigung einer Landschaft an. Insgesamt spielt Copes Grauer Laubfrosch eine große Rolle in der ökologischen Balance waldreicher Ackerlandschaften sowie der Wohngebiete und trägt somit zum Wohle des Menschen bei.

Unterstützen kann der Mensch das Überleben der Amphibien nur, indem er die Lebensräume in den Nationalparks und den Naturreservaten der amphibischen Arten garantiert und fördert. Insbesondere auch die fortwährenden wissenschaftlichen Forschungen tragen zum besseren Verständnis für die Amphibien bei.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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