Cynopterus horsfieldii

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Cynopterus horsfieldii
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Flughunde (Megachiroptera)
Familie: Flughunde (Pteropodidae)
Tribus: Kurznasenflughunde (Cynopterini)
Gattung: Cynopterus
Art: Cynopterus horsfieldii
Wissenschaftlicher Name
Cynopterus horsfieldii
Gray, 1843

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Cynopterus horsfieldii zählt innerhalb der Familie der Flughunde (Pteropodidae) zur Gattung Cynopterus. Im Englischen wird die Art Horsfield’s Fruit Bat oder Codot Horsfield genannt. Es sind 4 Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Cynopterus horsfieldii kann von den Eigentlichen Flughunde (Pteropodini) leicht anhand der geringeren Größe unterschieden werden. Nur weniger Flughundarten sind kleiner als Cynopterus horsfieldii. Dies sind Balionycteris maculata, Aethalops alecto, Chironax melanocephalus sowie die Vertreter der Gattung Macroglossus. Weitere Unterscheidungsmerkmal ist die unterschiedliche Höhe der Höcker der Molaren. Von der nah verwandten Art, dem Indischen Kurznasen-Flughund (Cynopterus sphinx), kann Cynopterus horsfieldii durch den breiteren Schädel und die robusteren Molaren unterschieden werden (Campbell & Kunz, 2006).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Cynopterus horsfieldii ist ein mittelgroßer Flughund mit großen Ohren und Augen. Die Ohren weisen keinen Tragus (kleine Knorpelmasse an der Ohrmuschel) auf. Cynopterus horsfieldii erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Unterarmlänge von 64,5 bis 89,5 mm, eine Länge von Tibia von rund 27 mm, eine Ohrlänge von 19 bis 22 mm, eine Schwanzlänge von 12 bis 16 mm, eine Schädellänge von 30,5 bis 39,9 mm, eine Jochbeinbreite von 22,6 mm, eine Gaumenlänge von 17 mm, eine Condylobasallänge von 24,2 mm sowie ein Gewicht von 56,7 bis 59,7 g. Männchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Weibchen. Die indonesische Unterart auf Sumatra ist von den 4 bekannten Unterarten die größte. Der Schädel ist robust gebaut und relativ breit, die Molaren sind kräftig entwickelt. Das dichte und kurze Fell ist bei adulten Tieren je nach Unterart und Vorkommen gelblichgrau bis dunkelgrau gefärbt. Juvenile Tiere weisen eine mehr gräuliche Färbung auf. Während der Paarungszeit ist bei fortpflanzungsfähigen Individuen das dorsale Fell rötlichbraun bis orangebraun gefärbt. Bei Männchen ist das Fell im Bereich der Brust deutlich länger als bei den Weibchen. Dies stellt daher ein sicheres Unterscheidungsmerkmal dar. Die Ränder der Ohren sind weißlich gefärbt. Das Gebiss besteht aus 30 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/2, c1/1, p3/3, m1/2. Die Flügel sind relativ kurz, jedoch recht breit. Daraus ergibt sich ein hohes Verhältnis zwischen Körpergewicht und Flügelfläche. Das Flügelform weist auf langsame und wenig ausdauernde Flugeigenschaft hin. Die An Hirnmasse verfügt Cynopterus horsfieldii über 1.370 mg (Campbell & Kunz, 2006).

Lebensweise

Cynopterus horsfieldii beansprucht je nach Geschlecht und Lebensraumqualität ein Revier von 5,8 bis 8 ha. Für gewöhnlich liegen die Nahrungshabitate sehr nahe bei den Schlafplätzen. Die Art ist an den Schlafplätzen stets in kleinen Gruppen anzutreffen. Als Ruheplätze dienen meist Kalksteinhöhlen, dichte Laubbäume oder ähnlich geschützte Orte. Die Schlafplätze werden mitunter häufig gewechselt. Das Paarungssystem kann als polygam mit Haremsstrukturen klassifiziert werden. Ein Harem weist neben einem Männchen bis zu 5 Weibchen und deren Nachwuchs auf. Die Zusammensetzung in einem Harem ist relativ labil, die Weibchen wechseln in regelmäßigen Abständen.

Unterarten

Verbreitung

Vorkommen

Cynopterus horsfieldii kommt in Südostasien vor. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das südliche Thailand, großen Teilen von Malaysia und die indonesischen Inseln Sumatra, Java, Bali, Lombok und Sumbawa und Borneo. Besiedelt werden ferner die malaysischen Inseln Sabah und Sarawak sowie das Sultanat Brunei. Das Verbreitungsgebiet der einzelnen Unterarten kann dem Kapitel Unterarten entnommen werden (Campbell & Kunz, 2006).

Lebensraum

Cynopterus horsfieldii gilt als Lebensraumgeneralist. Besiedelt werden im Tiefland höchst unterschiedliche Lebensräume wie lichte Wälder oder tropische Regenwälder (sekundär und primär). In der Nähe des Menschen werden auch Parkanlagen und ähnlich strukturierte Lebensräume besiedelt, gleichwohl die Nähe zum Menschen eher gemieden wird. In Malaysia sind die Tiere hauptsächlich in Wäldern mit Flügelfruchtgewächsen (Dipterocarpaceae) und Obstgärten anzutreffen (Campbell & Kunz, 2006).

Biozönose

Sympatrie und Konkurrenz

Cynopterus horsfieldii lebt im natürlichen Lebensraum sympatrisch mit anderen Cynopterus-Arten wie dem Indischen Kurznasen-Flughund (Cynopterus sphinx). Die beiden Arten besiedeln jedoch unterschiedliche Lebensräume, so dass es nur an den Randbereichen zu Überschneidungen kommt (Campbell & Kunz, 2006).

Ernährung

Die Art ernährt sich von reifen und saftigen Früchten sowie von Blüten, Pollen und Nektar. Beliebte Futterpflanzen sind Feigen (Ficus), Elaeocarpus stipularils, Sapotengewächse (Sapotaceae) wie Payena lucida und Mimosengewächse (Mimosoideae) wie Parkia speciosa. Aufgrund der früchtefressenden Lebensweise gilt Cynopterus horsfieldii als eifriger Blütenbestäuber. Zu den direkten Nahrungskonkurrenten gehören Höhlen-Langzungenflughunde (Eonycteris) wie Eonycteris spelaea sowie Macroglossus minimus, einem weiteren Vertreter der Langzungenflughunde (Macroglossini) (Campbell & Kunz, 2006).

Fortpflanzung

Cynopterus horsfieldii lebt polygam und vermehrt sich in den meisten Regionen asynchron. Die Fortpflanzung ist somit an keine bestimmte Jahreszeit gebunden und trächtige Weibchen sind ganzjährig zu beobachten. Zwei Spitzen der Geburten lassen sich jedoch feststellen. Dies ist zwischen Februar und März sowie zwischen Juli und August der Fall. Die Milch der Weibchen ist sehr nahrhaft. Nach Campbell & Kunz, 2006, weist die Milch 0,173 mg/g Eisen (Fe), 6,11 mg/g Calcium (Ca), 0,17 mg/g Magnesium (Mg), 7,9 mg/g Kalium (K), 5,37 mg/g Natrium (Na), 28,03 mg/g Stickstoff (N) auf.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Cynopterus horsfieldii gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. In der Nähe des Menschen ist Cynopterus horsfieldii nicht gern gesehen, da die Tiere bei massenhaftem Auftreten durchaus erheblichen Schaden in Obstgärten und Plantagen anrichten können. Dabei gelten die Tiere als einer der wichtigsten Bestäuber von blütentragenden Pflanzen. Die Hauptgefahren drohen den Tieren hauptsächlich durch massiven Verlust an natürlichen Lebensräumen, insbesondere durch die Entwaldung der natürlichen Lebensräume (IUCN, 2010).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder, 2005, ist Cynopterus horsfieldii unter den Synonymen lyoni (Andersen, 1912) und minor (Lyon, 1908) bekannt. Die genannten Synonyme sind ungültig.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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