Dactylomys boliviensis

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Dactylomys boliviensis
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Teilordnung: Hystricognathi
Familie: Stachelratten (Echimyidae)
Unterfamilie: Bambusratten (Dactylomyinae)
Gattung: Fingerratten (Dactylomys)
Art: Dactylomys boliviensis
Wissenschaftlicher Name
Dactylomys boliviensis
Anthony, 1920

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Dactylomys boliviensis zählt innerhalb der Familie der Stachelratten (Echimyidae) zur Gattung der Fingerratten (Dactylomys). Im Englischen wird diese Art Bolivian Bamboo Rat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Dactylomys boliviensis zählt innerhalb der Familie der Stachelratten (Echimyidae) zu den größten Arten. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von 700 mm, eine Schwanzlänge von 410 mm, eine Hinterfußlänge von 60 mm sowie eine Ohrlänge von 20 mm. Der Kopf ist graubraun gefärbt, das Rostrum endet relativ stumpf. Die schwärzlich gefärbten Vibrissen weisen eine Länge von bis zu 80 mm auf. Das weiche Fell ist überwiegend olivgrau gefärbt. Ein schwarzbrauner Aalstrich erstreckt sich vom Kopf bis zu den Hüften. Lateral sowie im Bereich der Hüften zeigt sich eine orange-braune Färbung. Der Schwanz ist bis auf einen kleinen basalen Teil völlig nackt. Die basale Behaarung des Schwanzes weist eine schwarzweiße Färbung auf. Die Vorderpfoten enden in 5 Zehen, wobei die dritte und vierte Zehe leicht verlängert ist. Mit den verlängerten Zehen kann Dactylomys boliviensis besonders gut greifen. Die fünfte Zehe weist nur einen rudimentären Charakter auf. Die Zehen enden jeweils in kräftigen Nägeln. Der Schädel ist recht groß, das kurze Rostrum ist breit. Der Gaumen ist anterior leicht verengt. Dadurch berühren sich die Prämolaren miteinander. Das Gebiss besteht aus 20 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c0/0, p1/1 m3/3. Die Zähne sind brachyodont, weisen demnach eine niedrige Krone auf (Dunnum & Salazar-Bravo, 2004).

Lebensweise

Radiotelemetrische Messungen haben ergeben, dass der Aktionsraum von Dactylomys boliviensis in einer Nacht einen Durchmesser von 45 bis 68 (62) Meter umfasst. Dactylomys boliviensis ist nachtaktiv. In einer Nacht legt ein Individuum etwa 169 bis 284 (227) Meter zurück. Die Zahlen sind jedoch nicht repräsentativ, da der Aktionsraum von nur 2 Tieren untersucht wurde. Die Kommunikation erfolgt über charakteristische Laute, die sich aus 15 bis 25 kurzen Impulsen zusammensetzen. Über das Fortpflanzungsverhalten liegen keine Informationen vor.

Verbreitung

Dactylomys boliviensis ist in einem relativ kleinen Bereich von Südamerika endemisch. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das zentrale und nördlichen Bolivien, das südöstliche Peru und der Grenzstreifen im westlichen Brasilien. Dactylomys boliviensis kommt im Hügelland bis in Höhen von gut 1.000 Meter über NN vor. Das Verbreitungsgebiet liegt somit in subtropischen bis tropischen Regionen. Waldreiche Habitate, insbesondere Bambuswälder entlang von Wasserläufen werden besonders gerne besiedelt. Lokal tritt die Art auch in der Nähe des Menschen in Erscheinung. Zu den typischen Pflanzen im Lebensraum der Tiere gehören Bambus (Bambuseae) der Gattung Bambusa (Dunnum & Salazar-Bravo, 2004).

Ernährung

Dactylomys boliviensis ernährt sich rein pflanzlich von Bambussprossen. Auf der Speisekarte stehen auch Wurzeln, Triebe und grüne Teile anderer Pflanzen. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt hauptsächlich in der Nacht (Dunnum & Salazar-Bravo, 2004).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Dactylomys boliviensis gehört noch nicht zu den bedrohten Arten der Stachelratten (Echimyidae). In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als solches (LC, Least Concern) geführt. Die größte Gefahr geht von der Vernichtung der Bambuswälder aus. Dactylomys boliviensis ist jedoch anpassungsfähig und ist daher auch in der Nähe des Menschen zu beobachten.

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge