Dunkelente

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Dunkelente

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Enten (Anatinae)
Tribus: Schwimmenten (Anatini)
Gattung: Eigentliche Schwimmenten (Anas)
Art: Dunkelente
Wissenschaftlicher Name
Anas rubripes
Brewster, 1902

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Dunkelente (Anas rubripes) zählt innerhalb der Familie der Entenvögel (Anatidae) zur Gattung der Eigentliche Schwimmenten (Anas). Sie ist sehr nah mit der Stockente (Anas platyrhynchos) verwandt. Es sind Kreuzungen möglich, aus denen fortpflanzungsfähige Hybriden hervorgehen. Einige Forscher sehen die Dunkelente lediglich als Unterart der Stockente.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Dunkelente erreicht eine Körperlänge von 53 bis 60 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 85 bis 92 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1.100 bis 1.300 Gramm. Das Gefieder beider Geschlechter weist eine überwiegend dunkelbraune bis graubraune Grundfärbung auf, die mit dunklen Mustern durchzogen ist. Bauchseits ist das Gefieder ähnlich gefärbt, Oberkopf und Nacken sind schwarzbraun. Das Gefieder wird zweimal im Jahr gewechselt. Männchen zeigen während der Paarungszeit an den Kopfseiten eine feine dunkle Strichelung und im Augenbereich einen dunklen Streifen, ansonsten ähneln sich die Geschlechter weitestgehend. Die Flügelunterseite weisen eine weiße Färbung auf. Der Flügelspieß weist bei beiden Geschlechtern eine blaue Färbung auf. Die Extremitäten und die Füße sind orangerot gefärbt, der Schnabel weist eine helle gelblichgrüne Färbung auf. Juvenile Tiere ähneln den Erwachsenen. Das Gefieder ist insgesamt wasserabweisend. Mit einem Fett aus der Bürzeldrüse wird das Gefieder sorgsam gepflegt, so schützt es vor Kälte und Feuchtigkeit.

Lebensweise

Dunkelenten gelten als ausgesprochen gesellige Vögel. Dies gilt vor allem für die kalte Jahreszeit, mit Abstrichen aber auch für die Brutzeit, da sie durchaus auch in kleineren Kolonien brüten. Während der Paarungszeit legen Dunkelenten ein territoriales Verhalten an den Tag. Dies gilt sowohl für die Männchen als auch für die Weibchen. Männchen haben mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun, sie schließen sich kurz nach der Paarung Junggesellentrupps an und überlassen dem Weibchen die Arbeit.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Dunkelenten erstreckt sich über Nordamerika. Hier sind sie sowohl in Kanada, als auch in den USA und im nördlichen Mexiko fast flächendeckend verbreitet. Die nördlichen Populationen ziehen im Herbst ins nördliche Mexiko, in die Karibik oder in die südlichen US-Bundesstaaten. In Europa gilt die Dunkelente in weiten Teilen des westlichen Kontinents als Neozoen. Die Populationen haben sich über viele Jahre aus Gefangenschaftsflüchtlingen oder ausgesetzten Tieren aufgebaut. Sie ist allerdings hier nicht häufig anzutreffen. Kleinere Populationen sind auch im westlichen Nordafrika anzutreffen. Der natürliche Lebensraum erstreckt sich über Seen, Teiche, Sumpfgebiete und langsam fließende Flüsse. Sie ist dabei sowohl in Süßwasser als auch an Salz- und Brackwasser anzutreffen. So werden auch Mündungsdelta, Lagunen und Meeresbuchten besiedelt.

Ernährung

Dunkelenten ernähren sich sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung. Neben allerlei Wasserpflanzen, Sämereien, Körner, Gräser und Kräuter werden auch allerlei Insekten und wirbellose Tiere, kleine Amphibien, kleinere Fische, Krebstiere, Würmer und Schnecken gefressen. In der Nähe menschlicher Siedlungen lassen sie sich gerne vom Menschen füttern. Auf Nahrungssuche gehen Dunkelenten hauptsächlich im Wasser, gelegentlich aber auch auf ufernahen Wiesen. Im Wasser tauchen sie in der Regel nach Nahrung.

Fortpflanzung

Dunkelenten erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Die Brutzeit erstreckt sich über die Monate von März bis Juni. Während dieser Zeit kommt es zu einem Gelege, wobei es bei einem eventuellen Gelegeverlust zu einem kleineren Nachgelege kommen kann. Dunkelenten brüten paarweise oder in kleinen Kolonien. Beim Brüten in Kolonien ist jedoch jedes Gelege als kleines Revier anzusehen, dass erbittert gegenüber Artgenossen verteidigt wird. Das Weibchen baut ihr Nest vorzugsweise in dichter Uferbewachsung oder auf kleinen Inselchen im Flachwasser. Es kommt aber auch vor, dass Dunkelenten in Baumhöhlen brüten. Das Nest wird zumeist aus weichen Pflanzenteilen errichtet und im Innern mit Federn ausgepolstert. Nach der Kopulation verliert das Männchen das Interesse an der Partnerschaft und sucht das Weite. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen.

Das Weibchen legt zwischen acht und zehn, selten auch mehr Eier in ihr Nest und brütet sie über einen Zeitraum von 26 bis 28 Tagen aus. Die Eier weisen eine cremefarbene Färbung auf. Das Gelege einjähriger Enten ist zumeist etwas kleiner. Die geschlüpften Küken sind Nestflüchter und folgen kurz nach dem Schlupf der Mutter. Zwischendurch werden die Küken immer wieder gehudert, da sie vor allem bei kaltem Wetter und im Wasser schnell auskühlen. Nach rund 58 bis 60 Tagen sind die Jungvögel flügge und selbständig. Zu diesem Zeitpunkt trennt sich der Familienverband. In Freiheit liegt das Durchschnittsalter bei rund 15 Jahren, in Gefangenschaft können Dunkelenten über 25 Jahre alt werden.

Gefährdung und Schutz

Augrund der weiten Verbreitung gelten Dunkelenten als noch nicht gefährdete Entenart. In Nordamerika wurden Dunkelenten in der Vergangenheit stark bejagt. Der Verlust durch Prädatoren hält sich hingegen in Grenzen. Dennoch sind in den letzten 50 Jahren die Bestände ohne erkennbaren Grund langsam aber sicher gesunken. Man schätzt, dass die Bestände in den letzten 50 Jahren um etwa 90 Prozent gesunken sind. Die Gründe könnten in der Vernichtung der natürlichen Lebensräume und der allgemeinen Wasserverschmutzung zu suchen sein. Ein weiterer Grund ist wahrscheinlich auch die Hybridisierung mit den Stockenten, die in weiten Teilen den gleichen Lebensraum besetzen. Mit den Stockenten und fortpflanzungsfähigen Hybriden stehen Dunkelenten in weiten Teilen ihrer Lebensräume, auch in Europa, in Nahrungskonkurrenz. Durch die deutlich aggressiveren Stockenten haben Dunkelenten bei der Nahrungssuche das Nachsehen.

Literatur und Quellen

  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Hermann Heinzel, Richard Fitter, John Parslow: Pareys Vogelbuch. Blackwell Wissenschafts-Verlag (1996) ISBN 3826381211X

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