Einfarb-Wellenläufer

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Einfarb-Wellenläufer

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmschwalben (Hydrobatidae)
Unterfamilie: Nördliche Sturmschwalben (Hydrobatinae)
Gattung: Wellenläufer (Oceanodroma)
Art: Einfarb-Wellenläufer
Wissenschaftlicher Name
Oceanodroma homochroa
(Coues, 1864)

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Einfarb-Wellenläufer (Oceanodroma homochroa) zählt innerhalb der Familie der Sturmschwalben (Hydrobatidae) zur Gattung der Wellenläufer (Oceanodroma). Im Englischen wird der Einfarb-Wellenläufer ashy storm-petrel oder ashy storm petrel genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Einfarb-Wellenläufer erreicht eine Körperlänge von etwa 18,5 bis 19,5 Zentimeter, eine Spannweite von etwa 39,0 bis 44,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 35,0 bis 40,0 Gramm. Das Gefieder weist insgesamt eine rußig graue Färbung auf und das abgenutzte Gefieder ist dann mehr bräunlich getönt und es zeigen sich blasse graue Binden auf dem Obergefieder. Die Flügelunterseite erscheint jedoch etwas blasser. Der Schwanz ist lang und gegabelt und ist von einer schwärzlichen Tönung. Der Bürzel und die oberen Schwanzdeckfedern sind mehr schieferfarben. Die Rufe sind eine verlängerte Serie von hartem gerolltem Klicken und Schnurren. In der Regel dauert die Serie 1,5 bis 3,5 Sekunden lang. Die Rufe werden dann durch plötzliche, klagende und schluckende Inhalationen unterbrochen. Die Flugrufe klingen etwas ruppiger, die mit emphatischen bellenden oder kläffenden Phrasen untermalt sind. Oft enden dise mit einem barschen Satz wie kri-ih whee-pu', ki-krr oder krieh whii pi-pi-peu' k'k'k'kirr. Der Einfarb-Wellenläufer ist ein langlebiger Vogel und kann unter günstigen Lebensbedingungen ein Alter von mindestens 31 Jahren erreichen.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Einfarb-Wellenläufer in Felsspalten und in Höhlen in Kolonien auf vorgelagerten Inseln. Die Brutzeit ist langwierig und die Eiablage ist asynchron. Einige Paare beginnen erst viel später mit der Eiablage, während andere Paare schon bei der Küken-Aufzucht sind. Im Südosten der Farallon-Inseln halten sich die Einfarb-Wellenläufer das ganze Jahr über in der Kolonie auf und die meisten Zucht-Aktivitäten konzentrieren sich von Februar bis Oktober. Auf der Insel Santa Cruz erstreckt sich die Brutzeit von März bis Dezember. Die Vögel ernähren sich von Planktonkrebsen und von kleinen Fischen und suchen nur in der Nacht die Kolonie auf. Die Nahrungssuche erfolgt während der Brutzeit hauptsächlich über dem Festlandsockel (92 bis 98%), wobei die Aggregationen räumlich und saisonal mit den Laichgründen der Sardinen und Sardellen zusammenfallen.

Verbreitung

Santa Cruz Island
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Santa Cruz Island

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Einfarb-Wellenläufer auf eine kleine Anzahl von Inselgruppen und Felsen vor der Küste innerhalb des Kalifornienstroms, nördlich von Mendocino County, Kalifornien (~ 39 ° N) und südlich von Los Coronados Islands sowie nördlich vor Baja Kalifornien, Mexiko (~ 32 ° N). Das Brüten findet nur auf sechs großen Inselgruppen statt: South Farallon, San Miguel, Santa Cruz, Santa Barbara, San Clemente und Los Coronado Islands und auf drei Gruppen von Offshore-Felsen: Castle Rock/Hurricane Point, Double Point und Bird Rocks. Die Hauptkolonien, in denen die überwiegende Mehrheit der Gesamtpopulation vorkommt, sind South Farallon Islands in Zentral-Kalifornien und Channel Islands in Süd-Kalifornien, Prince Island vor San Miguel Island, Santa Barbara Island und Santa Cruz Island. Weitere Brutplätze vermutet man auch auf dem Festland von Kalifornien. Auf See bleiben die Einfarb-Wellenläufer im zentralen und südlichen Kalifornien das ganze Jahr über, bevorzugt werden die Gewässer der Kontinentalsockel, die nur wenige Kilometer vor der Küste in einigen Bereichen (z. B. Monterey Bay) und mehr als 50 Kilometer vor der Küste in anderen Bereichen (z. B. Gulf of the Farallones) entfernt liegen. Bekannt ist, dass Einfarb-Wellenläufer in einer hohen Dichte in einigen Gebieten vorkommen, wie zum Beispiel auf dem Kontinentalsockel im Westen von Santa Barbara Channel und Santa Cruz Basin, der die Inseln Santa Cruz, San Nicolas und Santa Barbara voneinander trennt. Im Herbst versammeln sich etwa 4.000 bis 6.000 Vögel in der Bucht Monterey Bay. Der Brutbestand liegt bei etwa 5.200 bis 10.000 Individuen, zur Hälfte im Süden der Farallon-Inseln und zur Hälfte auf Channel Islands. Eine Studie ergab, dass im Süden der Farallon Inseln von 1972 bis 1992 ein Rückgang der Brutvögel um 42% ergab, dies entspricht etwa 23% in 10 Jahren oder 78% über drei Generationen. Auf der Insel Santa Cruz zeigte eine Nest-Ort-Überwachung in den Jahren von 1995 bis 2006 einen schnellen Rückgang in der Zahl der Brutvögel in zwei von fünf überwachten Brutgebieten.

Ernährung

Laut der Roten Liste der IUCN ernährt sich der Einfarb-Wellenläufer von Planktonkrebsen und von kleinen Fischen und sucht nur in der Nacht die Kolonie auf. Die Nahrungssuche erfolgt während der Brutzeit hauptsächlich über dem Festlandsockel (92 bis 98%), wobei die Aggregationen räumlich und saisonal mit den Laichgründen der Sardinen und Sardellen zusammenfallen.

Fortpflanzung

San Miguel Island, Süd-Kalifornien
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San Miguel Island, Süd-Kalifornien

Der Einfarb-Wellenläufer ist ein Kolonienbrüter und nistet in Felsspalten, unter Steinen, unter Treibholz oder in Erdlöchern auf vorgelagerten Inseln. Die Rückkehr zu dem Nest erfolgt nur in der Nacht. Die Brutzeit ist langwierig und die Eiablage ist asynchron. Einige Paare beginnen erst viel später mit der Eiablage, während andere Paare schon bei der Küken-Aufzucht sind. Im Allgemeinen erfolgt die Eiablage im Mai und im Oktober ist das Küken flügge. Wie bei vielen anderen Seevögeln weist auch diese Art eine Standorttreue auf. Hat sich ein Paar gefunden, beginnt es gleich mit dem Nestbau. Das Weibchen legt nur ein einziges Ei. Das Ei weist eine cremeweiße Färbung auf und ist am größeren Ende mit Flecken besetzt. Beide Geschlechter beteiligen sich am Brutgeschäft, jedoch inkubiert überwiegend das Männchen. Nach dem Schlupf wird das Küken durch Hochwürgen von Nahrung, die zum Teil eine ölige Flüssigkeit ist, gefüttert. Sobald der Jungvogel in der Lage ist zu fliegen, verläßt er die Kolonie und verbringt die meiste Zeit auf dem Meer. Erst mit ein oder zwei Jahren kehrt der Vogel zur Brutkolonie zurück.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gilt diese Art als stark gefährdet, weil Studien darauf hinweisen, dass die kleine Population sehr schnell über drei Generationen (48 Jahre) wegen einer Vielzahl von Bedrohungen rückläufig ist. Die meisten Nester der kalifornischen Population befinden sich auf geschützten und speziell verwalteten Inseln. Um die Art vom Aussterben zu bewahren, sollten eingeführte Prädatoren auf den Brutinseln entfernt werden. Eine Durchführung von Untersuchungen zur Bestimmung der Größe der Bedrohung durch Prädatoren ist erforderlich. Des Weiteren ist eine Untersuchung der künstlichen Beleuchtung von Gewerbe- und Sportbooten notwendig, da sie maßgeblich für die Verdrängung und für den Brutrückgang dieser Art in den Brutkolonien verantwortlich sind. Eine weitere langfristige Überwachung der Population im Süden der Farallon-Inseln sollte durchgeführt werden, einschließlich der Analyse der jüngsten Daten zur Bestimmung der bisherigen Populations-Entwicklung. Ferner Monitoring-Population auf Channel-Islands und Überwachung der Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Population auf See und in den Brutkolonien.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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