Grönlandhai

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Grönlandhai

Systematik
Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Unterklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Überordnung: Squalea
Ordnung: Dornhaiartige (Squaliformes)
Familie: Schlafhaie (Somniosidae)
Gattung: Somniosus
Art: Grönlandhai
Wissenschaftlicher Name
Somniosus microcephalus
(Bloch & Schneider, 1801)

Der Grönlandhai (Somniosus microcephalus), auch unter der Bezeichnung Eishai bekannt, zählt innerhalb der Familie der Schlafhaie (Somniosidae) zur Gattung Somniosus. Im Englischen wird der Grönlandhai greenland shark, gurry shark, large sleeper shark, sleeper oder sleeper shark genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Grönlandhai ist eine der größten Haiarten. Die Abmessungen des Grönlandhais entsprechend den Abmessungen des Weißen Hais (Carcharodon carcharias). In Grönland kann der Grönlandhai eine Körperlänge bis 6,4 Meter und ein Gewicht von 1.000 Kilogramm erreichen. Möglicherweise kann der Grönlandhai sogar eine Körperlänge bis zu 7,3 Meter und ein Gewicht von mehr als 1.400 Kilogramm erreichen. Jedoch wurde beobachtet, dass die meisten Grönlandhaie eine Körperlänge von etwa 3,0 bis 4,8 Meter und ei Gewicht bis zu 400 Kilogramm erreichen. Der Grönlandhai weist ingesamt 0 Rückenflossenstachel, insgesamt 0 Rückenflossen-Weichstrahlen, 0 Afterflossenstachel, 0 Afterflossen-Weichstrahlen und 41 bis 44 Wirbel auf. Der Grönlanhai besitzt eine mäßig lange, abgerundete Schnauze und kleine, niedrige Rückenflossen. Die Schwanzflosse ist leicht asymmetrisch. Der Oberkiefer ist mit kleinen dreieckförmigen Zähnen ausgestattet, während der Unterkiefer mittelgroße, gebogene, dreieckförmige Schneidezähne aufweist. Die Körperfarbe ist mittelgrau oder braun und manchmal ist der Körper mit dunklen Querstreifen oder mit kleinen Lichtpunkten besetzt. Es gibt keine verlässlichen Daten über die Lebensdauer des Grönlandhais. Ausgewachsene Grönlandhaie können ein Alter unter günstigen Lebensbedingungen von etwa 16 Jahre erreichen.

Lebensweise

Weißer Hai (Carcharodon carcharias)
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Weißer Hai (Carcharodon carcharias)

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Grönlandhai littoral und epibenthisch. Er bewohnt die Flussmündungen und Buchten im Bereich des Kontinentalschelfs. In der Regel ist der Grönlandhai in Tiefen von 0 bis 1.200 Meter zu finden. Aber ein Grönlandhai wurde in einer Tiefe von 2.200 Meter in North Carolina (im Jahr 1995 in Herdendorf und Berra) gesichtet. Während der Wintermonate hält sich der Grönlandhai in der Arktis und im borealen Atlantik auf. In wärmeren Monaten lebt der Grönlandhai in den Gezeitenzonen, in flachen Buchten und in Flussmündungen, in Tiefen von 180 bis 550 Meter. Im Frühjahr und im Sommer kommt der Grönlandhai auch im Golf von Maine und in der Nordsee vor und bewegt sich im flacheren Wasser. Im späten Frühjahr ist der Grönlandhai in Island anzutreffen. Einige Individuen halten sich im Laufe des Vormittags in größeren Tiefen auf, nach und nach wandern sie am Nachmittag und am Abend in geringere Tiefen. Der Grönlandhai bevorzugt Wassertemperaturen von 0,6 bis 12 Grad Celsius. Die maximale Größe ist ungewiss, aber die Körperlänge beträgt mindestens 640,0 Zentimeter, möglicherweise bis 730,0 Zentimeter. Die meisten Erwachsenen erreichen eine Körperlänge zwischen 244,0 und 427,0 Zentimeter. Der Grönlandhai ist ei-lebend-gebärend (Ovoviviparie), d. h. Das Weibchen behält die Embryonen im Körper, so dass sie nach einer unbestimmten Tragezeit die Jungen lebend gebärt. Normal ist, pro Wurf 10 Junge. Die Jungen weisen nach der Geburt eine Körperlänge von etwa 90,0 Zentimeter auf. Das Wachstum beim Grönlandhai erfolgt sehr langsam, pro Jahr nur 1,0 Zentimeter.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Grönlandhai nur im Nordatlantik und in den Arktischen Regionen zu finden. Nativ ist der Grönlandhai in folgenden Ländern: Kanada (Labrador, New Brunswick, Neufundland, Nunavut, Prince Edward I.), Dänemark, Deutschland, Grönland, Island, Norwegen, Russische Föderation, Vereinigte Staaten (Maine, Massachusetts, North Carolina). Gelegentlich wird der Grönlandhai auch in der Nähe von Portugal gesichtet.

Ernährung

Laut der Roten Liste der IUCN ist der Grönlandhai bei Beutefang sehr träge. Der Grönlandhai ernährt sich von einer Vielzahl von Tieren. Die Hauptnahrung des Grönlandhais sind aber pelagische Fische, darunter zählen Hering, Lachs, Lodde, Rotbarsch, Groppen, Seehasen, Dorsch, Schellfisch, Heilbutt, Schwarzer Heilbutt, Rochen, Tintenfische sowie kleine Haie. Des Weiteren verzehrt der Grönlandhai auch Robben, Kleinwale, Seevögel, Krabben, Flohkrebse, Meeresschnecken, Schlangensterne, Seeigel und Quallen. Gelegentlich verschmäht der Grönlandhai auch Innereien nicht.

Fortpflanzung

Grönlandhai
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Grönlandhai

Der Grönlandhai ist ei-lebend-gebärend (Ovoviviparie), d. h. Das Weibchen behält die Embryonen im Körper, so dass sie nach einer unbestimmten Tragezeit die Jungen lebend gebärt. Normal ist, pro Wurf 10 Junge. Die Jungen weisen nach der Geburt eine Körperlänge von etwa 90,0 Zentimeter auf. Das Wachstum beim Grönlandhai erfolgt sehr langsam, pro Jahr nur 1,0 Zentimeter.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Grönlandhai in der Arktis und im Nordatlantik, er bewohnt die Küsten-Zonen auf dem Festlandsockel in der Regel in Tiefen von 0 bis 1.200 Meter. Einige Individuen sogar in Tiefen von etwa 2.200 Metern. Die maximale Größe ist ungewiss, kann aber mindestens 640,0 Zentimeter betragen, möglicherweise sogar bis 730,0 Zentimeter. Die meisten Erwachsenen erreichen aber eine Körperlänge von etwa 244,0 bis 427,0 Zentimeter. Der Grönlandhai scheint ein extrem langlebiger und langsam wachsender Knorpelfisch mit einer eingeschränkten Fortpflanzungsfähigkeit zu sein. Historisch wurde der Grönlandhai in den 1910er Jahren als Lebertran in Norwegen, Island und Grönland verarbeitet. Die Fangmengen betrugen in den genannten Ländern 32.000 Grönlandhaie pro Jahr. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf diese Art gehabt zu haben, aber der historisch Rückgang (wenn überhaupt), ist unbekannt. Derzeit gerät der Grönlandhai als Beifang in die Schleppnetze und Stellnetze der Fischereien. Seine Populationsdynamik und Biologie sind nicht gut dokumentiert, aber seine Größe und langsame Wachstumsrate deuten auf einen anfälligen Fischerei-Druck hin. Dieser Grönlandhai wird aufgrund der Populations-Abnahme in der Roten Liste der IUCN als gering gefährdet gelistet. Es ist unbedingt erforderlich, den aktuellen Beifang zu überwachen.

Weitere Synonyme

  • Squalus squatina - (non Linnaeus, 1758)
  • Squalus carcharis - (Gunnerus, 1776)
  • Somniosus brevipinna - (Lesueur, 1818)
  • Squalus borealis - (Scoresby, 1820)
  • Squalus norvegianus - (Blainville, 1825)
  • Scymnus gunneri - (Thienemann, 1828)
  • Scymnus glacialis - (Faber, 1829)
  • Scymnus micropterus - (Valenciennes, 1832)
  • Leiodon echinatum - (Wood, 1846)

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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