Elliots Buntbarsch

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Elliots Buntbarsch

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Stachelflosser (Acanthopterygii)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Gattung: Thorichthys
Art: Elliots Buntbarsch
Wissenschaftlicher Name
Thorichthys ellioti
Meek, 1904

Der Elliots Buntbarsch (Thorichthys ellioti), auch unter den Synonymen Cichlasoma ellioti und Heros maculipinnis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Buntbarsche (Cichlidae) zur Gattung Thorichthys. Im Englischen wird der Elliots Buntbarsch mexican fire mouth genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Die Bedeutung des Wortes Thorichthys wird durch Meek (aus dem Griechischen) als ein springender Fisch definiert.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Elliots Buntbarsch erreicht eine Körperlänge von etwa 14,0 bis 15,0 Zentimeter, wobei in diesem Fall das Männchen größer wird als das Weibchen. Das Weibchen ist durch den markanten schwarzen Fleck, der sich im vorderen Teil der Rückenflosse befindet, erkennbar. In der Körperform und zum Teil auch in der Zeichnung des Körpers ähnelt der Elliots Buntbarsch der Art Paratheraps fenestratus. Der Elliots Buntbarsch unterscheidet sich aber durch die größere Anzahl der Analstacheln und durch die Färbung der Flossen. Die Höhe des Körpers gleicht genau oder nahezu der halben Körperlänge. Die Kopflänge ist drei- bis zeimal in der Körperlänge, die Kopfdicke ist zwischen den Deckeln nicht ganz zweimal in der Kopflänge enthalten. Die Höhe des Kopfes übertrifft die Kopflänge nicht unbedeutend. Das Profil des Kopfes fällt vom Hinterhaupt fast in gerader Linie ziemlich steil zur Schnauze herab und ist vor den Augen nur mäßig eingedrückt. Das Profil des Rückens bildet einen nahezu gleichmäßig gekrümmten Bogen, welcher bezüglich der Stärke seiner Krümmung den des Bauchprofils bei weitem übertrifft. Das Auge, dessen Durchmesser 1/3 der Kopflänge gleicht, ist nicht ganz einen Diameter vom oberen Ende der Kiemenspalte, 1 2/3 Diameter vom vorderen Kopfende entfernt und berührt mit seinem oberen Rand das Stirnprofil. Es liegt mit seiner Pupille genau in der Mitte der Kopfhöhe, etwas näher der Operkelspitze als dem vorderen Kopfende.
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Elliots Buntbarsch
Die Breite der flachen Stirn zwischen den Augen gleicht dem Augendiameter. Die kleine Nasenöffnung steht genau in der Mitte zwischen dem vorderen Augenrand und der Schnauzenspitze. Unter den Augen liegen 5 bis 4 Längsreihen von Schuppen. Der hintere Vordeckelrand hat eine vertikale Lage, ist etwas eingebuchtet und wird an seinem unteren Ende von dem Vordeckelwinkel überragt. Die Kiemenspalte beginnt mit der Mitte des Auges in gleicher Höhe. Die Breite des Kiemendeckels gleicht der Länge des Augendiameters. Der Mund ist klein und weit, der Zwischenkiefer vorschiebbar und das hintere Ende des Oberkiefers reicht nicht bis unter den vorderen Augenrand zurück. Die Lippen sind dünn und die zarte Unterlippenfalte erstreckt sich über den ganzen unteren Mundrand ohne Unterbrechung. An der Stirn, dem vorderen grossen Suborbitalknochen, dem Vordeckel, so wie an der Unterseite des Unterkiefers liegen ziemlich große Poren und Schleimhöhlen zerstreut. Die Pectorale, deren Länge genau der des Kopfes gleicht, reicht zurückgelegt bis zur Basis des dritten Analstachels. <1>


Die Ventrale beginnt senkrecht unterhalb der Pectoralbasis und ist nur unbedeutend länger als die Brustflosse. Der Ventralstachel ist kurz, der erste gegliederte Strahl in eine fadenförmige Spitze ausgezogen, welche bis zur Basis des fünften oder sechsten Analstachels reicht. Die Dorsale nimmt ihren Anfang senkrecht über jenem der Kiemenspalte. Die Dorsalstacheln erreichen keine bedeutende Höhe, nehmen vom ersten angefangen bis zum fünften ziemlich rasch, vom sechsten bis zum letzten nur ganz unbedeutend an Länge zu. Der fünfte Dorsalstachel ist dreimal so lang wie der erste, der letzte ist so lang wie der fünfte. Die Höhe des letzten Dorsalstachels gleicht 3/7 der Kopflänge. Der letzte Stachel der Anale ist etwa kürzer aber bedeutend stärker als der letzte Dorsalstachel. Die gegliederten Strahlen der Dorsale und Anale sind an ihrer Basis nicht beschuppt. Die Schuppen sind zart und weich. Die größten Schuppen, welche in der Mitte der vorderen Hälfte des Rumpfes liegen, sind länglich-rund und höher als lang. Doch erreicht die Höhe der Schuppen kaum die Länge des Auges. Die Zahl der Fächerstrahlen, welche bei diesen großen Rumpfschuppen nicht ganz bis zur Mitte der Schuppen reichen beträgt 14 bis 20.
Atlantische Steilküste
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Atlantische Steilküste
Die Schuppen in der Nähe des Bauchrandes sind eben so lang wie hoch. Die Fächerstrahlen reichen bis über die Schuppenmitte zurück und laufen von einem Punkt aus. Die obere Seitenlinie ist bogenförmig gekrümmt, liegt mit ihrem vorderen Ende tiefer als mit dem hinteren und läuft über 19 Schuppen. Der untere horizontal gelegene Ast der Seitenlinie erstreckt sich über 13 Schuppen. Zwischen dem Anfang der Kiemenspalte und der Caudale liegen in horizontaler Richtung 30 bis 31, zwischen der Dorsale und Ventrale 19 bis 20 Schuppen in einer Querreihe. Die untere Hälfte des Körpers ist weingelb, die obere braungelb. Stirn und Schnauze sind von blauvioletter Farbe, eben so die gelbgefleckte Flossenhaut der Dorsale und Anale. Uber die Höhe des Rumpfes laufen fünf bräunliche Vertikalbinden herab, die jedoch nicht besonders deutlich hervortreten. Die drei letzten dieser Binden reichen bis zum Bauchrand, die beiden übrigen enden etwas oberhalb. Auf der Höhenmitte der dritten Binde liegt ein grosser schwarzer Fleck. Ein schmaler schwärzlicher, halb verschwommener Längsstreifen zieht sich in gerader Richtung vom oberen Ende des Kiemendeckels zur Schwanzflossenbasis und endet mit einem schwarzen Längsfleck. An den Wangen und Deckelstücken sowie an der Scapula befinden sich kleine himmelblaue Flecken. <2>

Lebensweise

Der Elliots Buntbarsch ist ein Gruppenfisch und ein relativ friedlicher Fisch, der sich in den klaren Flüssen von Mexiko und Guatemala aufhält. Zur Laichzeit gründet der Elliots Buntbarsch Brutpflegereviere oft in der Nachbarschaft anderer Paare. Der Elliots Buntbarsch zählt zu den Offenbrütern. In der Natur lebt der Elliots Buntbarsch in ruhigen Gewässern und Bächen, wo auch eine beträchtliche Menge an Vegetation vorhanden ist.

Verbreitung

Der Elliots Buntbarsch ist in Mittelamerika verbreitet und kommt in der Nähe der Atlantischen Küste sowie im Papaloapan River von Mexiko vor. Ferner findet man den Elliots Buntbarsch auch in den Flüssen von Guatemala. Der Elliots Buntbarsch bevorzugt die ruhigen Gewässer sowie die Bäche und bewohnt das sandige und steinige Substrat. Schnell fließende Flüsse meidet der Elliots Buntbarsch.

Ernährung

Atlantische Steilküste
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Atlantische Steilküste

Der Elliots Buntbarsch ernährt sich hauptsächlich von Algen und von wirbellosen Tieren. Diese nimmt der Elliots Buntbarsch meist von der Bodengrundoberfläche auf, aber er gräbt nicht nach Nahrung.

Fortpflanzung

Die Laichzeit erfolgt meist von Februar bis Mai. Das Männchen besetzt ein Territorium, das nicht mehr als 50 Zentimeter im Durchmesser mißt und verteidigt diesen Bereich gegen Eindringlinge und gegen Artgenossen. Wenn Weibchen vorbeischwimmen, dann spreizt das Männchen seine Flossen und öffnet seine Kiemendeckel. Viele Weibchen reagieren auf diese Balz und nähern sich dem Männchen, kreisen mit dem Männchen zusammen ein paar Mal und verlassen das Männchen wieder. Später kehrt ein Weibchen zurück und bleibt bei dem Männchen. In Regel bildet der Elliots Buntbarsch Kolonien oft in der Nachbarschaft mehrerer Paare. Wechselwirkungen zwischen den benachbarten Paaren sind häufig zu beobachten. Sie nehmen eine bedrohliche Pose ein, dabei wenden sie sich mit geöffneten Kiemen einander zu, so dass kleine, ritualisierte, plötzliche Ausbrüche von Aggressionen, begleitet mit Aufsperren des Mauls entstehen. Sie fügen sich jedoch keinen Schaden zu. Die aufgeblähten Kiemen zusammen mit den schwarzen Flecken geben dem Elliots Buntbarsch ein Aussehen von einem großen Fisch, wenn man ihn von vorne sieht. Das Laichen erfolgt in der Regel in den frühen Morgenstunden und die Eier werden in eng gepackten konzentrischen Kreisen in gewählten kleinen Felsen oder Kies gelegt. Nicht mehr als zwei- oder dreihundert kleine Eier werden gelegt und diese werden vom Männchen und vom Weibchen bewacht und verteidigt. Etwa nach zwei bis fünf Tagen schlüpfen die Jungfische. Bevor sie mit dem Schwimmen beginnen, verbrauchen sie ihren schweren Dottersack. Das Männchen führt die Jungfische in Kreisen um das Brutgebiet, nie weit von dem ursprünglichen Laichplatz entfernt. Die kleinen Fische bleiben ständig in der Nähe der Unterseite des Weibchens. In der Nacht wählen die Jungfische eine kleine Vertiefung, um dort zu ruhen. Wenn sie eine Gesamtlänge von etwa 1,0 oder 2,0 Zentimeter erreicht haben und sich auch sicher fühlen, entfernen sich die Jungfische etwas weiter weg vom ursprünglichen Laichplatz. Die Jugendlichen bilden dann auch große Gruppen in sehr flachem Wasser und verbringen die meiste Zeit in dichter Vegetation. Sie bleiben dort, bis sie groß genug sind und folgen später den Erwachsenen in tieferes Wasser.

Anhang

Literatur und Quellen

  • [1] [2] Denkschriften/Akademie der Wissenschaften in Wien, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Classe. Dreiundzwanzigster Band. Wien. Aus der Kaiserlich-Königlichen Hof- und Staatsdruckerei. 1864.
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
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