Engerlingraupenfliege

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Engerlingraupenfliege

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Teilordnung: Muscomorpha
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Igelfliegen (Tachininae)
Gattung: Dexiosoma
Art: Engerlingraupenfliege
Wissenschaftlicher Name
Dexiosoma caninum
Fabricius, 1781

Die Engerlingraupenfliege (Dexiosoma caninum) zählt innerhalb der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae) sowie zur Gattung Dexiosoma.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Engerlingraupenfliege erreicht eine Körperlänge von zwölf bis vierzehn Millimeter. Weibchen werden etwas größer als Männchen. Ihr Körper weist überwiegend eine bräunliche Grundfärbung auf. Die Schildchen (Scutellum) sind ebenfalls bräunlich gefärbt. Der Körper ist insgesamt borstenartig behaart. Der Hinterleib weist dunkle Querbänder auf. Die Extremitäten sind dunkelgrau bis fast schwarz gefärbt. Sie weisen eine leichte borstenartige Behaarung auf. Die drei Beinpaare sitzen am Thorax. Die Fühler am Vorderkopf sind ausgesprochen kurz und verdicken sich zum Ende hin. Die Flügel sind an der Basis bräunlich und ansonsten milchig transparent. Neben der Körpergröße kann man die Geschlechter leicht anhand der Stirnfläche unterscheiden, die beim Weibchen deutlich breiter ist.

Lebensweise

Ihr Sehsinn ist äußerst gut entwickelt. Ihr Reaktionsvermögen daraus ist etwa fünffach schneller als beim Menschen. Daher kann man sie auch nicht so leicht mit der Hand fangen. Zudem ist die Engerlingraupenfliege eine gewandte Fliegerin, die gut und gerne eine Geschwindigkeit von über sechs km/h erreichen kann. Das entspricht etwa zwei Meter pro Sekunde. Ihre Flügel bewegen sich dabei etwa 200 mal in der Sekunde. Die Flugzeit reifer Tiere erstreckt sich über die Monate Juni bis September. In warmen Jahren ist sie aber auch deutlich länger unterwegs. Sie gilt als Nützling, da sie an Engerlingen parasitiert und somit Schädlinge vernichtet.

Verbreitung

Die Engerlingraupenfliege ist in weiten Teilen Europas und in Vorderasien verbreitet. Sie ist meist an Waldrändern, in naturnahen Gärten, in großen Parks und gelegentlich auch in offenen Landschaften zu finden. Sie hält sich in der Regel auf Blüten auf, wo sie nach Nektar sucht. Die Engerlingraupenfliege ist eine tagaktive Fliege.

Ernährung

Die adulte Engerlingraupenfliege ernährt sich überwiegend vom Nektar blütentragender Pflanzen sowie vom Honigtau. Die Larven ernähren sich parasitär vom Körpergewebe der Engerlinge von Käfern. Das Wirtstier stirbt in jedem Fall ab.

Fortpflanzung

Die Engerlingraupenfliege gehört zu den sich parasitär fortpflanzenden Fliegenarten. Insbesondere befallen die Raupen die Engerlinge von Käfern. Das Weibchen legt ihre Eier mit schlupfreifen Larven auf mit Engerlingen befallenen Baumteile. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven heften sich an die Körper der Engerlinge und dringen mit der Zeit in ihren Körper ein. Hier ernähren sich die Larven von deren Körpergewebe. Je höher die Dichte der Vorkommen der Engerlinge, desto höher ist der Parasitierungserfolg der Engerlingraupenfliege. Die Larven können ohne Wirtstier einige Tage überleben, danach würden sie absterben.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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