Epeus flavobilineatus

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Epeus flavobilineatus

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Epeus
Art: Epeus flavobilineatus
Wissenschaftlicher Name
Epeus flavobilineatus
(Doleschall, 1859)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:033195]

Die Spinnenart Epeus flavobilineatus gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Epeus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Epeus flavobilineatus erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 11 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 12 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere dunkle Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Beide Geschlechter weisen in Größe und Färbung einen deutlichen Dimorphismus auf. Die Spinne weist ein langes, dünnes buntes Opisthosoma auf. Der lange, dünne Körper, die langen Beine sowie die langen Cheliceren sind charakteristisch für das Männchen. Ein weiteres besonderes Merkmal bei dem Männchen ist die auffällige V-förmige Krone sowie die langen Härchen auf dem Kopf, die einer Punk-Frisur ähneln. Die Form des Prosoma und des Opisthosoma ist vergleichbar mit der Form von Bathippus sp., mit Ausnahme des Opisthosoma der weiblichen Epeus flavobilineatus, das etwas oval erscheint. Der Panzer ist hell orangefarben getönt und weist die markante Krone auf, die mit tief orangefarbenen Härchen besetzt ist. Das Opisthosoma ist ebenfalls tief orangefarbenen getönt und ist auf jeder Seite durch blassgelbe Längsstreifen begrenzt. Die Beine sind lang, schlank und glänzend. Trochanter und Femur des Männchens sind grünlich-gelb getönt und wirken fast durchsichtig. Patella und Tibia weisen abwechselnd eine deutliche hellbraune, dunkelbraune sowie gelbliche Ringelung auf. Die Tarsen sind leicht schwarz getönt. Die Beine des Weibchens sind einheitlich blassgelb gefärbt und die Spitzen der Tarsen zeigen eine geringe Schwarzfärbung. Des Weiteren befinden sich zahlreiche recht lange, kräftige Stacheln an den Beinen. <2>

Epeus flavobilineatus
vergrößern
Epeus flavobilineatus

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Epeus flavobilineatus kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Indonesien, Java und Singapur. Sie hält sich überwiegend auf Sträuchern und Pflanzen auf, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Gelegentlich findet man die Spinne auch im Regenwald oder im Garten auf Laub. Zuflucht sucht die Spinne auch unter den Steinen oder in den Büschen. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Epeus flavobilineatus
vergrößern
Epeus flavobilineatus

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge