Eriophora transmarina

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Eriophora transmarina

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Eriophora
Art: Eriophora transmarina
Wissenschaftlicher Name
Eriophora transmarina
(Keyserling, 1865)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:015889]

Diese Spinnenart Eriophora transmarina gehört innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Eriophora. Im Englischen wird die Art Australian garden orb weaver spider genannt. Eriophora transmarina sieht der Spinne Eriophora heroine und der Spinne Eriophora biapicata sehr ähnlich.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Eriophora transmarina erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 16 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 24 Millimeter. Der Körper weist eine braune Grundfärbung auf und beide Geschlechter ähneln sich in der Färbung. Das Weibchen weist einen deutlichen Sexual-Dimorphismus auf, indem sie viel größer erscheint als das Männchen. Eine Besonderheit des Weibchens ist die Variation in Farbe und Muster auf der Oberseite des schildförmigen Opisthosoma. Einige Exemplare weisen einen weißen oder rötlichen Längsstreifen auf der Mitte des Opisthosoma auf. Das Weibchen besitzt eine lange nadelförmige Epigyne (Geschlechtsöffnung), die sich in der Nähe der Spinndüsen befindet.

Lebensweise

Eriophora transmarina ist eine nachtaktive Spinne, die sich in Gärten und im Buschland aufhält. Die Spinne sitzt bei der Jagd nach Beute meist in der Mitte des Netzes und wartet auf Insekten. Die Fangfäden des Netzes werden zwischen Bäumen und Sträuchern gewebt. In der Regel sind die Bahnen ein Meter im Durchmesser und befinden sich etwa ein oder zwei Meter über dem Boden. Meist wird das Netz nach Sonnenuntergang gewebt und der Schlupfwinkel der Spinne befindet sich immer in der Nähe unter Blättern oder an Baumstämmen, wo sie sich zum Ruhen zurückzieht. Während der Ruhephase faltet die Spinne ihre Beine und preßt sie fest gegen den Körper. Wenn die Bahnen des Netzes nicht beschädigt sind, werden sie für die nächste Nacht belassen, ansonsten werden die defekten Bahnen kurz vor Sonnenaufgang von der Spinne verspeist. Die in der Nacht gewebten großen und komplizierten Bahnen sind sehr bemerkenswert. Sie sind die nächtlichen Zubringer Geflügelter Insekten (Pterygota), die die Spinne mit dem Kopf nach unten wartend in ihren Bahnen erbeutet. Die Spinne webt die klebrigen gerundeten Bahnen in der Nähe von Lichtern und zwischen Bäumen oder Sträuchern, wo die Insekten (Insecta) dann häufig in den Fangfäden des Netzes hängenbleiben.

Verbreitung

Eriophora transmarina
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Eriophora transmarina

Das Verbreitungsgebiet dieser Art befindet sich in Neuguinea, auf Samoa sowie in Australien. Die Spinne ist häufig in der Nähe von Brisbane (Hauptstadt des Bundesstaates Queensland im Nordosten Australiens) zu finden. Sie baut ein typisches Radnetz zwischen Zweigen und Sträuchern. In der Regel ist die Spinne am Abend und in der Nacht aktiv, dabei werden die Beine zum Beutefang verlängert. Am Tage ruht sie mit angewinkelten Beinen und gegen den Körper gepreßt (typisch für alle Arten aus der Gattung Eriophora) in ihrem Schlupfwinkel, der sich immer in der Nähe des eigentlichen Netzes befindet.

Ernährung

Eriophora transmarina ernährt sich von Geflügelten Insekten (Pterygota) wie zum Beispiel Grillen (Gryllidae), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera) sowie Libellen (Odonata), die sie mit ihrem Netz erbeutet. In der Regel ist die Spinne in der Nacht aktiv. Hat sich ein Insekten (Insecta) im Netz verfangen, so spinnt sie das Opfer mit ihrer Seide ein. Dann wird der Beute durch einen Biss ein Verdauungsenzym injiziert und kurz darauf ausgesaugt. Ihr Netz baut Eriophora transmarina gewöhnlich jeden Abend nach Sonnenuntergang neu.

Toxizität

Eriophora transmarina ist eine Giftspinne, deren Gift einem Menschen allerdings nicht gefährlich werden kann. Der Biss dieser Art verursacht häufig lokale Schmerzen für 30 Minuten, gelegentlich können auch starke Schmerzen für drei bis vier Stunden auftreten, meist einhergehend mit nekrotisierender Entzündungsreaktion. Die Spinne ist gegenüber dem Menschen nicht sehr aggressiv und in der Regel versucht die Spinne zu fliehen, wenn sie gestört wird.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird mit Beginn des zweiten oder dritten Lebensjahres erreicht. Männliche Spinnen bauen nach Erreichen der Geschlechtsreife kein eigenes Netz mehr. Sie weben ein letztes Netz, um auf diesem das eigene Sperma zu lagern. Dieses Sperma nimmt das Männchen dann mit den Begattungshifsorganen auf, um es später einem Weibchen zu überreichen. Diese Begattungshilfsorgane liegen an den Pedipalpen. Zur Paarung nähert sich das Männchen dem Weibchen sehr vorsichtig. Das Männchen spinnt zum Netz des Weibchens einen Werbefaden. Ist ein Weibchen gefunden, so zupft das Männchen an diesem Werbefaden, um die Paarungsbereitschaft des Weibchens zu prüfen. Das Weibchen zeigt schließlich seine Paarungsbereitschaft, indem das Weibchen sich reglos kopfunter am Werbefaden festhält, die Bauchseite mit der Genitalöffnung zum Männchen gerichtet. Das Männchen springt blitzschnell auf das Weibchen, führt einen Taster ein und entfernt sich bereits nach etwa 10 bis 20 Sekunden rasch vom Netz oder beginnt erneut zu balzen. Nach der Paarung webt das Weibchen meist mehrere Eikokons. Es können bis zu fünf Kokons sein, die jeweils mit 40 bis 50 Eiern gefüllt werden. Die Eikokons werden außen mit cremefarbiger bis graugrüner Fadenwatte umsponnen und an einer nicht einsehbaren Stelle in der Nähe des Schlupfwinkels abgelegt und befestigt. Die Jungspinnen schlüpfen im folgenden Jahr und werden erst im zweiten oder im dritten Jahr erwachsen. Sie bleiben einige Wochen zusammen und bewohnen dabei ein Gemeinschaftsnetz. Erst im Spätsommer verlassen sie die Schlupfgruppe und bauen ihre eigenen Netze.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Mai 2008 <1>

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Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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