Espiritu-Santo-Hase

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Espiritu-Santo-Hase
Winterfell

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Unterfamilie: Leporinae
Gattung: Echte Hasen (Lepus)
Art: Espiritu-Santo-Hase
Wissenschaftlicher Name
Lepus insularis
Bryant, 1891

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Espiritu-Santo-Hase (Lepus insularis) zählt innerhalb der Familie der Familie Hasen (Leporidae) zur Gattung der Echten Hasen (Lepus). Im Englischen wird die Art Black Jackrabbit oder Espiritu Santo Jackrabbit genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Espiritu-Santo-Hase erreicht eine Gesamtlänge von durchschnittlich 574 mm, eine Schwanzlänge von 96 mm, eine Hinterfußlänge von 121 mm, eine Ohrlänge von 105 mm, eine Jochbeinbreite von 43,3 mm, eine Hirnschädelbreite von 24,7 mm sowie eine Rostrumtiefe von 17,8. Männchen bleiben etwas kleiner als Weibchen. Das Winterfell ist dorsal überwiegend glänzend schwärzlich gefärbt. Im Brustbereich zeigt sich eine braune bis schwarzbraune Färbung. Die Basis der Ohren weist eine dunkelbraune bis graubraune Färbung auf. Die Augen sind von einem gräulichen Augenring umgeben, die Vorderseite der Ohren ist schwarz. Die Vorderbeine sind im Gegensatz zum dorsalen Fell eher dunkel rostrot gefärbt. Das Sommerfell ähnelt im Wesentlichen dem Winterfell. Zum Fellwechsel kommt es jeweils im Frühjahr und im Herbst. Das Gebiss weist 28 Zähne auf, die zahnmedizinische Formel lautet i2/1, c0/0, p3/2, m3/3 (Best & Thomas, 1994).

Lebensweise

Espiritu-Santo-Hasen sind dämmerungs- und nachtaktiv und leben einzelgängerisch, die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander. Während der Ruhephasen halten sich die Tiere an geschützter Stelle in flachen Erdmulden, den sogenannten Sassen auf. Den Tag verbringen sie meist im Schatten von Büschen und Sträuchern. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen zu heftigen Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen. Dabei schlagen die Männchen mit den Vorder- oder Hinterbeinen auf einen Kontrahenten ein. Das Fortpflanzungsverhalten kann als polygam bezeichnet werden, da sich die Geschlechter nach der Kopulation wieder trennen (Best & Thomas, 1994).

Verbreitung

Der Espiritu-Santo-Hase ist auf Isla Espíritu Santo endemisch. Die kleine Insel weist eine Größe von kaum 95 km² auf und liegt im Golf von Kalifornien nördlich von La Paz. Die Insel ist etwa 16 km lang und rund 6 km breit. Die Region gehört zum mexikanischen Bundesstaat Baja California Sur. Die Tiere leben in der Ebene und in Höhenlagen bis in Höhen von gut 300 Meter über NN. Besiedelt werden hauptsächlich die Täler und flachen Hügel der Insel. Isla Espíritu Santo ist eine Vulkaninsel, auf der es keine natürlichen Wasservorkommen gibt. Zu den typischen Pflanzen der Insel gehören Sumachgewächse (Anacardiaceae) wie Tapirira edulis, Balsambaumgewächse (Burseraceae) wie Elaphrium microphyllum, Kaperngewächse (Capparaceae) wie Forchammeria watsoni, Raublattgewächse (Boraginaceae) wie Bourreria sonorae, Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) wie Jatropha canescens und Pedilanthus macrocarpus, Kakteengewächse (Cactaceae) wie Pachycereus calvus, Lemaireocereus gummosus, Lemaireocereus thurberi und verschiedene Opuntien (Opuntia) (Best & Thomas, 1994).

Biozönose

Prädator: das Nordamerikanische Katzenfrett (Bassariscus astutus)
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Prädator: das Nordamerikanische Katzenfrett (Bassariscus astutus)

Sympatrie

Espiritu-Santo-Hase leben zum Teil auch in Nahrungskonkurrenz zu zahlreichen anderen kleinen Säugetieren. Hier sind insbesondere Espiritu-Santo-Antilopenziesel (Ammospermophilus insularis), Taschenratten (Geomyidae) wie Chaetodipus spinatus, Kaktusmäuse (Peromyscus eremicus) und Amerikanische Buschratten (Neotoma) wie Neotoma lepida (Best & Thomas, 1994).

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Espiritu-Santo-Hasen zählen das Nordamerikanische Katzenfrett (Bassariscus astutus) sowie einige Greifvögel (Falconiformes) wie der Buntfalke (Falco sparverius) und der Schopfkarakaras (Caracara plancus) (Best & Thomas, 1994).

Ernährung

Als reine Pflanzenfresser ernähren sich Espiritu-Santo-Hasen von Gräsern, Kräutern, Blättern, holzigen Pflanzteilen, Rinde und Stängeln. Auf Trinkwasser sind die Hasen nicht angewiesen. Der gesamte Wasserbedarf wird über die Nahrung gedeckt. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgt in der Dämmerung und in der Nacht (Best & Thomas, 1994).

Fortpflanzung

Espiritu-Santo-Hasen erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 8 bis 11 Monaten. Zur ersten Paarung kommen die Tiere zu Beginn des zweiten Lebensjahres. Die Paarungszeit erstreckt sich von Januar bis in den August hinein. Espiritu-Santo-Hasen sind polyöstrische Tiere, das heißt, es treten mehrere Zyklen pro Jahr auf. In der Regel kommt es zu 2 bis 3 Würfen in einer Saison. Nach einer Tragezeit von 41 bis 42 Tagen bringt ein Weibchen 3 bis 4 (3,5) Jungtiere zur Welt. Die Jungen sind bei der Geburt weit entwickelt und gelten als Nestflüchter. Das Fell ist voll entwickelt und die Augen und Ohren sind geöffnet. Die Säugezeit und die Lebenserwartung in freier Natur sind nicht bekannt (Best & Thomas, 1994).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Espiritu-Santo-Hasen gehören heute noch nicht zu den bedrohten Hasenarten. Aufgrund der endemischen Verbreitung wird die Art in der Roten Liste der IUCN jedoch in der Kategorie NT, Near Threatened, geführt. Die größten Gefahren gehen von den Störungen durch den Menschen, von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume sowie der Konkurrenz zwischen der einheimischen und exotischer Fauna aus (IUCN, 2008).

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Hasen (Leporidae)

Literatur und Quellen

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