Euglena mutabilis

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Euglena mutabilis

Systematik
Stamm: Euglenozoa
Klasse: Euglenoidea
Ordnung: Euglenales
Familie: Euglenaceae
Gattung: Augentierchen (Euglena)
Art: Euglena mutabilis
Wissenschaftlicher Name
Euglena mutabilis
Schmitz, 1884

Die Art Euglena mutabilis zählt innerhalb der Familie Euglenaceae zur Gattung der Augentierchen (Euglena). Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Euglena mutabilis erreicht eine Länge von etwa 70,0 bis 170,0 Mikrometer und eine Breite von etwa 25,0 bis 36,0 Mikrometer. Die Zellen sind zylindrisch, vorn abgerundet und hinten verjüngend. Die Membran ist spiralig gestreift. Der Zellkern befindet sich hinten liegend. Die emergente Geißel ist länger als der Körper. An der Vorderseite sieht man die emergente Geißel, den Flagellen-Kanal, das Stigma und die Flagellen-Taschen. Der Augenfleck beträgt 7,0 Mikrometer im Durchmesser. Viele spindelförmige Chloroplasten sind mit zahlreichen Bändern ausgerichtet. Des Weiteren sind hämatochrome zahlreiche Körnchen vorhanden. Der Paramylum-Körper (Reservestoff, der als Energiereserve genutzt wird) ist eiförmig (Kudo, 1966). Die scheibenförmigen Plastiden, mehr als 10 (bis 100), befinden sich unter der Oberfläche.

Lebensweise

Euglena mutabilis ähnelt eher einem Wurm, der nur selten schwimmt und sich überwiegend kriechend fortbewegt. Die grünen Flagellaten kommen zahlreich in Teichen und Bächen verschmutzt durch säurehaltige Entwässerung von Kohlengruben, die einen ph-Wert von 1,8 aufweisen, vor. Da man davon ausgeht, dass die Augentierchen nur im Süßwasser überleben können, kann diese Art auch in stark sauren Bächen leben.
Euglena mutabilis
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Euglena mutabilis
Euglena mutabilis verträgt eine höhere Wasserstoff-Ionen-Konzentration für das Überleben und für das Wachstum als alle Protozoen in Reinkultur bereits berichtet.

Verbreitung

Euglena mutabilis kommt weltweit vor und lebt in Mooren und Tümpeln mit saurem Wasser. Die Art besitzt eine sehr kurze Geißel und bewegt sich kriechend fort.

Ernährung

Die Ernährung erfolgt heterotroph, d. h. sie bilden vorübergehend das Chlorophyll zurück und leben von organischen Stoffen, die durch Pinocytose aufgenommen werden. Wenn genügend Sonnenlicht durch die Phototrophie vorhanden ist, verwendet die Art Chloroplasten, die die Pigmente Chlorophyll a und Chlorophyll b enthalten, um so Zucker durch die Photosynthese zu erzeugen. Die Chloroplasten von Euglena werden von drei Membranen umgeben, während die Chloroplasten von Pflanzen und Grünalgen nur zwei Membranen aufweisen. Diese Tatsache ist ein morphologischer Hinweis, dass sich die Chloroplasten von Euglena aus einer eukaryotischen Grünalge entwickelt haben. So besteht eine faszinierende Ähnlichkeit zwischen Euglena und den Pflanzen, jedoch nicht wegen der Verwandtschaft sind sie interessant, sondern wegen einer sekundären Endosymbiose. Molekulare phylogenetische Analysen unterstützen diese Hypothese und ist heute allgemein anerkannt. Die Chloroplasten enthalten Pyrenoide. Das Pyrenoid dient der Ablagerung von Reservestoffen und ermöglicht dieser Art in Zeiten der Entbehrung zu überleben.

Fortpflanzung

Euglena mutabilis
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Euglena mutabilis

Euglena mutabilis erfährt eine asexuelle Vermehrung. Dies ist die einfache und gängige Methode der asexuellen Fortpflanzung, genannt binäre Spaltung. Obwohl es einige Merkmale bei den Tieren gibt, findet keine sexuelle Fortpflanzung statt. Die Querteilung umfasst die Mitose (indirekte Kernteilung), wobei die eukaryotische Zelle (Zelle mit Kern) die Chromosomen den Zellkern in zwei identisch getrennte Kerne teilt. Daher ist das Ergebnis eine Querteilung zweier Tochterzellen, die genetisch identisch zueinander stehen. Die binäre Spaltung des Zellkerns, der Chloroplasten und der Basalkörper werden halbiert und dann der gesamte Organismus in der Mitte getrennt. Durch die Teilung des Zytoplasmas entstehen zwei Tochterzellen, von denen jede fast dieselbe Größe und genetische Zusammensetzung wie das übergeordnete aufweist. Diese Tochterzellen wachsen weiter und trennen sich wieder. Die einfache zytoplasmatische Teilung durchläuft jede Ebene und die Querteilung des Zytoplasma fällt mit der Querachse des Organismus zusammen und die Längsteilung durchläuft die Ebene des Zytoplasma. Abhängig von der Ebene der zytoplasmatischen Teilung erfolgt die binäre Spaltung in drei Kategorien und fällt mit der Längsachse des Organismus zusammen. Daher reprodziert sich Euglena mutabilis asexuell durch die Längsteilung oder durchläuft der Länge nach die binäre Spaltung.

Anhang

Literatur und Quellen

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