Eulenkopfmeerkatze

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Eulenkopfmeerkatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus: Meerkatzenartige (Cercopithecini)
Gattung: Meerkatzen (Cercopithecus)
Art: Eulenkopfmeerkatze
Wissenschaftlicher Name
Cercopithecus hamlyni
Pocock, 1907

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Die Eulenkopfmeerkatze (Cercopithecus hamlyni), die auch Hamlynmeerkatze genannt wird, zählt innerhlab der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae) zur Gattung der Meerkatzen (Cercopithecus). Im Englischen wird die Art Hamlyn's Monkey oder Owl-faced Monkey genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Eulenkopfmeerkatze erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 40 bis 65 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 45 bis 57 Zentimeter sowie ein Gewicht von 3,4 bis 10,0 Kilogramm (Hill, 1966, Colyn & Rahm, 1987). Weibchen (KL 40 - 55 cm, Gew. 3,4 - 6,0 kg) bleiben kleiner und leichter als Männchen (KL 50 - 65 cm, Gew. 7-10 kg). Das durchschnittliche Gewicht liegt bei den Weibchen bei 3,4 Kilogramm, beim Männchen bei 5,5 Kilogramm. Das lange und dichte Fell der Eulenkopfmeerkatze ist gräulich, olivgrau bis schwarz gefärbt. Dorsal zeigt sich insgesamt eine hellere Färbung als ventral. Markantes Merkmal der Tiere ist ein heller, meist weißlicher bis cremefarbener Streifen auf dem Nasenrücken und ein horizontale Streifen gleicher Färbung im Bereich der Stirn. Bei C. h. kahuziensis fehlt diese Gesichtsmarkierung oder ist nur schwach ausgeprägt. Jungtiere sind gelblichbraun gefärbt, die auffällige Gesichtsmarkierung fehlt. Die sichtbare Haut im Genitalbereich ist bei beiden Geschlechtern bläulich gefärbt. Auch das Scrotum der Männchen ist bläulich gefärbt. Die bläuliche Färbung stellt sich erst mit dem Erreichen der Geschlechtsreife ein.

Lebensweise

Die tagaktiven Eulenkopfmeerkatzen leben in eher kleinen Gruppen, die von einem dominanten Männchen angeführt werden. Die Gruppenstärke liegt bei 2 bis 10 (3 - 5) Individuen (Hall et al., 2006). Sie leben zwar hauptsächlich in Bäumen, steigen jedoch auch häufig auf den Waldboden hinunter. Die Nahrungssuche erfolgt sowohl am Boden als auch in Bäumen. Die Kommunikation innerhalb der Gruppe erfolgt über akustische und chemische Signale. Das eigene Revier wird durch Duftmarken markiert. Spezielle Sekrete werden über eine apokrine Sekretion im Bereich der Brust aus Drüsen abgegeben. Im Dichten Blattwerk der Bäume sehen sich die Tiere nicht immer gegenseitig. Daher spielt die akustische Verständigung eine größere Rolle. Dennoch ist auch der Sehsinn gut ausgeprägt.

Unterarten

Nachstehende Unterarten nach Grubb et al., 2003, Grubb, 2005. <1> <3>
Auch Wilson & Reeder (2005) folgen Grubb et al.. <2>

Verbreitung

Die Eulenkopfmeerkatze ist in Zentralafrika verbreitet. Sie kommt nach Angaben der IUCN im Kongo, in der Demokratischen Republik Kongo und in Ruanda vor. Ob die Art auch in Burundi anzutreffen ist, kann nicht mit Gewissheit gesagt werden. In der Demokratischen Republik Kongo wird hauptsächlich der Osten des Landes besiedelt. Im fast allen Regionen tritt die Eulenkopfmeerkatze nur im Tiefland auf, nur lokal auch im Hochland. In den Virunga-Vulkanen wurde die Eulenkopfmeerkatze bis in Höhen von 3.200 Metern über NN gesichtet. Eulenkopfmeerkatzen kommen ausschließlich in Tropischen Regenwäldern, vorzugsweise in dichten Bambuswäldern vor. Offene Bereich werden strikt gemieden. Die Siedlungsdichte ist nicht überall bekannt. Im Kahuzi-Biega-Nationalpark liegt die Siedlungsdichte bei 5bis 7 Indivudien je km² (Hall et al. 2006).

Prädatoren

Zu den natürlichen Freinden der Eulenkopfmeerkatze zählen vor allem Katzen (Felidae) wie der Leopard (Panthera pardus) oder die Afrikanische Goldkatze (Profelis aurata). Leoparden stellen den Tieren hauptsächlich am Boden nach. Zuflucht finden die Tiere in den Bäumen. Hier sind Eulenkopfmeerkatzen vor den meisten Feinden in Sicherheit.

Ernährung

Eulenkopfmeerkatzen ernähren sich im Wesentlichen von jungen und reifen Blättern, Knospen, Blüten, Stängeln, Rinde, Sämereien sowie Früchte und Beeren. Junge Blätter werden reifen vorgezogen. Besonders belieb sind Futterpflanzen aus der Gattung Haarstrang (Peucedanum) und Schößlinge des Bambus (Bambuseae). Zu einem kleineren Teil stehen auch Gliederfüßer (Arthropoda) auf der Speisekarte. Die Nahrungssuche erfolgt am Tage, wobei pflanzliche Nahrung meist in den frühen Morgen- und Abendstunden eingenommen wird, tierische Nahrung am Tage (Gautier-Hion, 1988a).

Fortpflanzung

Eulenkopfmeerkatzen erreichen die Geschlechtsreife mit 3 bis 5 Jahren. Die Paarungszeit erstreckt in den natürlichen Verbreitungsgebieten über das ganze Jahr. Der Reproduktionszyklus beträgt 2 Jahre. Der Menstruationszyklus weist eine Länge von etwa 31 Tagen auf. Empfänglich sind die Weibchen für rund 3 Tage. Nach einer Tragezeit von 155 bis 175 Tagen bringt ein Weibchen 1 bis 2 Jungtiere zur Welt. Die Jungen weisen ein Geburtsgewicht von 300 bis 400 Gramm auf (Gevaerts, 1992). Das erste Fell der Jungtiere ist gelblichbraun gefärbt. Im Alter von 6 bis 8 Wochen beginnt die Umfärbung, spätestens im Alter von 4 Monaten stellt sich die adulte Ausfärbung ein. Die Säugezeit und die Lebenserwartung in Freiheit sind nicht bekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Eulenkopfmeerkatzen gehören heute zu den gefährdeten Primatenarten. Die Art wird daher in der Roten Liste der IUCN als gefährdet (VU, Vulnerable) geführt. Die Hauptbedrohung geht heute von der Vernichtung der natürlichen Lebensräume aus. Der Lebensraum ist stark fragmentiert, ein Austausch zwischen den Populationen ist kaum noch möglich. Wälder werden vor allem zugunsten von landwirtschaftlichen Flächen gerodet. Auch die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region haben zum Niedergang der Art beigetragen. Es verwundert nicht, dass die hungernde einheimische Bevölkerung Jagd auf Eulenkopfmeerkatzen macht. Das Fleisch landet als Buschfleisch auf den lokalen Fleischmärkten. Eine Erholung der Art ist selbst bei einem weit reichenden Schutzstatus aufgrund der langsamen Reproduktion nur langfristig möglich.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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