Eupalaestrus campestratus

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Eupalaestrus campestratus
Foto/Zeichnung folgt

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Eupalaestrus
Art: Eupalaestrus campestratus
Wissenschaftlicher Name
Eupalaestrus campestratus
(Simon, 1891)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002005]

Die Art Eupalaestrus campestratus zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Eupalaestrus. Im Englischen wird die Art pink zebra beauty genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Eupalaestrus campestratus erreicht eine Körperlänge von etwa 8 bis 10 Zentimetern bei einer Beinspannweite von etwa 25 Zentimetern. Die Grundfärbung variiert zwischen hellbraun und schwarzgrau. Das Opisthosoma ist mit einer goldfarbenen bis rötlichen Behaarung versehen. Des Weiteren zeigt sich an den Beinen eine helle Beringelung und im mittleren Bereich der Beine erkennt man zusätzlich noch weiße Längsstreifen. Die Jungspinnen weisen eine rosafarbene Tönung auf und auf dem Opisthosoma zeigt sich ein dunkler Fleck, der bis zum Erwachsenenalter verblaßt. Der gesamte Körper der adulten Tiere ist mit einer Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die hinteren Beinpaare eine dichte Behaarung auf, vor allem bei dem Weibchen ist die Behaarung der Hinterbeine sehr stark ausgeprägt. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Im Allgemeinen ist das Männchen kleiner als das Weibchen und ist meist an seinen langen Beinen und an seinem schlankeren Körper gut zu erkennen. Des Weiteren besitzt das Männchen Tibialhaken für die Paarung, die sich an dem unteren vorderen Beinpaar befinden. Die Lebenserwartung des Weibchens liegt bei etwa 12 Jahren, während das Männchen nach der letzten Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Eupalaestrus campestratus lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Reizhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Reizhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Reizhaare abstreift. Ansonsten ist sie eine sehr zurückhaltende und friedliche Vogelspinne. Sie beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Die Art Eupalaestrus campestratus kommt in Brasilien, Paraguay und in Argentinien vor. Das Verbreitungsgebiet in Brasilien umfaßt folgende Regionen: Taunay/Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Pantanal, Sao Paulo, Santa Catarina und Rio Grande do Sul. In Paraguay ist sie hauptsächlich in Gran Chaco anzutreffen und in Argentinien werden folgende Regionen von Eupalaestrus campestratus besiedelt: Provinz Misiones, Provinz Entre Rios, argentinischer Chaco und Pozo La Gringa. Eupalaestrus campestratus ist eine bodenbewohnende Vogelspinne und gräbt sehr gerne, bewohnt aber auch verlassene Nagetierbauten. Der Lebensraum dieser Art ist das Grasland und sind die Savannen. Eupalaestrus campestratus ist in der Nacht und auch am Tage oft außerhalb ihrer Wohnhöhle zu sehen.

Ernährung

Eupalaestrus campestratus ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Eupalaestrus campestratus mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Eikokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie ihre Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Während dieser Zeit betreibt das Weibchen Brutpflege. Im Innern des Eikokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Eikokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Beinspannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar. In Gefangenschaft gestaltet sich die Aufzucht der Spiderlinge sehr schwierig.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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