Euphilomedes carcharodonta

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Euphilomedes
Weibchen ohne Facetten-Augen

Systematik
Klasse: Muschelkrebse (Ostracoda)
Unterklasse: Myodocopa
Ordnung: Myodocopida
Unterordnung: Myodocopina
Überfamilie: Sarsielloidea
Familie: Philomedidae
Gattung: Euphilomedes
Art: Euphilomedes carcharodonta
Wissenschaftlicher Name
Euphilomedes carcharodonta
(V. Z. Smith, 1952)

Die Art Euphilomedes carcharodonta zählt innerhalb der Familie Philomedidae zur Gattung Euphilomedes. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Weibchen erreicht eine Körperlänge von etwa 1,24 bis 1,27 Millimeter, während das Männchen eine Körperlänge von etwa 1,27 Millimeter erreicht. Die Männchen haben große Facettenaugen, während die Weibchen keine Facettenaugen besitzen. Der zum Körper zeigende Endopodit (auch Telopodit oder Schreitast) trägt zwei Äste und ist beim Männchen dreifach gegliedert und zurückgebogen. Der Endopodit beim Weibchen ist zwei-gelenkig und mit zwei kleinen Borsten besetzt. Der vom Körper weg zeigende Exopodit (auch Schwimmast) ist neun-gelenkig und mit vier bis sechs Borsten besetzt. Der Dorsalrand des zweiten Endopodit der Mandibeln ist mit Borsten versehen und bildet drei Gruppen. Die Endverbindung ist mit nicht mehr als zwei Klauen ausgestattet. Die stabförmigen Organe sind unsegmentiert, im mittleren verbreitert und distal verjüngend. Die mineralisierte äußere und innere Chitinlamelle bilden zwei Schalenhälften (Carapax), wodurch die Art wie eine kleine Muschel aussieht. Die Oberfläche des Carapax ist mit Rillen versehen und seltener glatt. Das Organ ist frontal schlank und in der Mitte verbreitert. Nur ein bis zwei Terminal-Anhängsel geprägt als gebogene Dornen sind vorhanden. Auf dem siebten Glied zeigen sich marginale Zähnchen. Die Lamellen der Schwanzgabel (Furca), das letzte Körpersegment des Hinterleibes, sind mit kleineren sekundären Krallen besetzt. Die Hauptklaue, zweites Endopodit-Gelenk, ist mit nur zwei Stacheln versehen. Die männlichen Gliedmaßen sind lang und überragen die Schwanzgabel. Die Mantelfläche ist kahl und ohne Hohlräume. Der Hinterrand ist mit einem ventral weisenden doralen und einem dorsalen Ventralfortsatz besetzt.
Euphilomedes carcharodonta - Männchen mit großen Facetten-Augen
vergrößern
Euphilomedes carcharodonta - Männchen mit großen Facetten-Augen
Die Krallen eins, zwei, vier und sechs der Schwanzgabel sind Hauptklauen. Typischerweise hat auch diese Art keine Kiemen, sondern nimmt den Sauerstoff durch die Kiemenplatten auf der Körperoberfläche auf. Des Weiteren hat die Art kein Herz- oder Kreislauf-System und das Blut zirkuliert nur zwischen den Schalenhälften. Die stickstoffhaltigen Abfälle werden durch Drüsen am Oberkiefer ausgeschieden.

Lebensweise

Euphilomedes carcharodonta ist nicht nur auf Ozeane beschränkt. Die Art lebt fast überall, wo es Wasser gibt. In kleinen temporären Teichen oder in Tümpeln können sich Hunderte von Individuen dieser Art aufhalten. Die Lebensphasen sind resistent gegen Trockenheit und können lange und oft regenlose Sommer überleben. Die Art kann auch in einem Felsspalt, in dem sich Regenwasser angesammelt hat, leben. Auch in mit Wasser gefüllten Bromelien oder im feuchten Laub findet man diese Art.

Verbreitung

Ökologisch kann die Art Teil des Zooplanktons oder Teil des Benthos sein. Die Art lebt auf oder in der oberen Schicht des Meeresbodens. Man findet die Art auch im Süßwasser und ist in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Europa und in Afrika verbreitet.

Ernährung

Euphilomedes carcharodonta - Weibchen mit Eiern
vergrößern
Euphilomedes carcharodonta - Weibchen mit Eiern

Angesichts der Vielfalt der Lebensräume stellt auch die Ernährung eine Vielzahl von verschiedenen Möglichkeiten dar. Euphilomedes carcharodonta kann sich sowohl von zerfallenden organischen Substanzen als auch von Aas ernähren. Die Nahrung findet die Art auf dem Grund der Ozeane, der Seen, Teiche und der Tümpel.

Fortpflanzung

Euphilomedes carcharodonta ist getrentt geschlechtlich. Die Weibchen paaren sich nur einmal, während die Männchen sich öfter verpaaren. Es findet bei der Partnersuche eine sexuelle Selektion statt, indem die Körpergröße und der lange Schwanz eine große Rolle spielen. Die Paarung erfolgt in einer Wassersäule. Auch wenn die Art den Großteil des Lebens im Sediment am Boden verbringt, so schwimmt sie während der Paarung zur Oberfläche. Die Männchen suchen in der Wassersäule Nacht für Nacht eine Partnerin, während die Weibchen nur einmal in der Wassersäule erscheinen. Nach der Paarung verläßt das Weibchen die Wassersäule und kehrt ins Bodensediment zurück. Ferner verschwinden die Schwimm-Anhängsel beim Weibchen, vermutlich werden diese vom Weibchen konsumiert. Bei dieser Art verbleiben die befruchteten Eier im Schalenraum und die Entwicklung erfolgt bereits zwischen den Schalenhälften. Die Larven weisen ebenfalls schon kleine Mandibeln auf. Ferner durchlaufen die Larven sechs bis acht Häutungen. Die adulten Tiere häuten sich nicht mehr.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Klasse Muschelkrebse (Ostracoda)
  • Prof. Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Otto Koehler, Prof. Dr. Otto Kraus, Prof. Dr. Bernhard Rensch, Prof. Dr. Peter Rietschel und Prof. Dr. Erich Thenius: Grzimeks Tierleben. Niedere Tiere. Erster Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
'Persönliche Werkzeuge