Europäische Sprotte

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Europäische Sprotte

Taxonomie
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Heringsartige (Clupeomorpha)
Ordnung: Heringsartige (Clupeiformes)
Unterordnung: Clupeoidei
Familie: Heringe (Clupeidae)
Unterfamilie: Clupeinae
Gattung: Sprotten (Sprattus)
Art: Europäische Sprotte
Wissenschaftlicher Name
Sprattus sprattus
(Linnaeus, 1758)

Die Europäische Sprotte (Sprattus sprattus), auch unter den Bezeichnungen Sprott, Brisling und Breitling bekannt, zählt innerhalb der Familie der Heringe (Clupeidae) zur Gattung der Sprotten (Sprattus). Im Englischen wird die Europäische Sprotte european sprat, bristling, brisling oder skipper genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Europäische Sprotte erreicht eine Körperlänge von etwa 13,0 bis 15,0 Zentimeter. Der Rücken weist eine bläuliche Färbung, während die Seiten und der Bauch eher silberfarben sind. Am Bauch zeigt sich eine gekrümmte Schärfe, jedoch ist er mit einem starken Kiel ausgestattet. Die Sprotte ist mit großen, zarten, leicht abfallenden Schuppen bedeckt. Der Unterkiefer ist leicht über dem Oberkiefer hervorstehend. Der spitze, ziemlich große Kopf weist eine schwärzliche Stirn auf. Die Kiemendeckel sind ohne knöcherne Strahlen. Zähne sind sehr selten auf dem Pflugscharbein (Vomer) vorhanden. Die Augensterne sind gelblich gefärbt und gehen etwas ins Weiße über. Die Seitenlinie ist gerade und kaum sichtbar. Die Flossen sind kurz, zart und von einer grauen Farbe. Die Schwanzflosse ist gegabelt. Die Europäische Sprotte weist insgesamt 0 Rückenflossenstachel, insgesamt 13 bis 21 Rückenflossen-Weichstralen, 0 Afterflossenstachel und 12 bis 23 Afterflossen-Weichstrahlen auf. Die letzten beiden Afterflossenstrahlen sind nicht vergrößert. An den Flanken zeigen sich keine dunklen Flecken. Auf jeder Seite befinden sich 15 Rippen und im Rücken befinden sich 48 Wirbelbeine.

Lebensweise

Sprottenfang in Norwegen
vergrößern
Sprottenfang in Norwegen

Die Europäische Sprotte bilden nahe der Küste riesige Schulen, manchmal auch nahe der Mündungen, vor allem die Jugendlichen. Die Art toleriert ein Salzgehalt so niedrig wie 4 ppt. Die Sprotte zeigt häufig starke Wanderungen zwischen den Nahrungs- und Laichplätzen. Am Tag hält sich die Sprotte in einer Tiefe von etwa 150 Meter auf und steigt erst in der Nacht an die Wasseroberfläche auf. Die adulten Sprotten ernähren sich von Zooplankton und von Kleinkrebsen, während die jungen Sprotten Kieselalgen zu sich nehmen. Das Laichen erfolgt in einer Tiefe von 10 bis 20 Metern, dabei werden 6.000 bis 14.000 pelagische Eier produziert. Die Sprotte kann fast das ganze Jahr über laichen, vor allem im Frühjahr und im Sommer. Die jungen Sprotten halten sich mehr in der Nähe der Küste oder bis zu 100 Kilometer vor der Küste auf. Sprotten werden überwiegend als Fischmehl verarbeitet. Genutzt wird die Sprotte frisch, geräuchert, konserviert und gefroren. Sie kann auch in der Pfanne gebraten und auch gegrillt werden.

Unterarten

  • Sprattus sprattus sprattus - (Linnaeus, 1758)
  • Sprattus sprattus balticus - (Schneider, 1908)
  • Sprattus sprattus phalericus - (Risso, 1827)
Sprottenfang in Norwegen
vergrößern
Sprottenfang in Norwegen

Verbreitung

Die Europäische Sprotte ist mehr eine nördliche Art, die im Atlantischen Ozean östlich von Nord-Norwegen und in der Straße von Gibraltar zu finden ist. Des Weiteren hält sich die Sprotte auch in der Nord- und Ostsee, in der Ägäis, im Schwarzen Meer, in der Nord-Adria sowie im Golf von Lion auf. Im Mittelmeer ist die Sprotte sehr selten anzutreffen. Die Sprotte ist eine pelagisch-neritische, ozeanodrome Art. Gelegentlich kann die Sprotte auch nahe am Strand oder sogar in Lagunen vorkommen.

Ernährung

Die Europäische Sprotte ernährt sich von Phytoplankton und von Zooplankton, dominierend sind Nauplien-Larven und Ruderfußkrebse (Copepoda). Des Weiteren zählen zum Nahrungsspektrum auch in großen Mengen Wasserflöhe und Kabeljau-Larven der Art Pseudocalanus elongatus und vorwiegend Acartia aus der Gattung der Ruderfußkrebse (Copepoda).

Sprottenfang in Norwegen
vergrößern
Sprottenfang in Norwegen

In der Nahrungskette bietet die Europäische Sprotte für viele Tiere eine lebenswichtige Nahrungsquelle, darunter zählen unter anderem Papageientaucher, Kormorane und große Seevögel sowie zahlreiche Fische wie Thunfische, Makrelen, Hornhechte und auch Säugetiere wie Robben oder Wale.

Fortpflanzung

Zur Laichzeit unternimmt die Europäische Sprotte lange Wanderungen. Die Laichplätze befinden sich nahe der Küstenzone. Die Weibchen produzieren während der Laichzeit etwa 6.000 bis 14.000 pelagische Eier in einer Tiefe von etwa 10 bis 20 Metern. Wenn das Weibchen die Eier abgibt, werden diese vom Männchen gleicnzeitig befruchtet. Nach einer Woche schlüpfen die Larven und weisen eine Körperlänge von etwa 4,0 Millimeter auf. Die Europäische Sprotte erreicht die Geschlechtsreife etwa mit zwei Jahren. Unter günstigen Lebensbedingungen kann die Europäische Sprotte ein Alter von etwa sechs Jahren erreichen, was jedoch sehr selten ist, da sie in vielen Verbreitungsgebieten mittlerweile eine wichtige Nahrungsquelle auch für die Menschen geworden ist.

Weitere Synonyme

Zubereitete Sprotten
vergrößern
Zubereitete Sprotten
  • Clupanodon phalerica - Risso, 1827
  • Clupea latulus - Cuvier, 1829
  • Clupea papalina - Bonaparte, 1846
  • Clupea schoneveldii - Krøyer, 1846
  • Clupea sprattus - Linnaeus, 1758
  • Clupea sprattus balticus - Schneider, 1908
  • Clupea sulinae - Antipa, 1904
  • Meletta vulgaris - Valenciennes, 1847
  • Spratella pumila - Valenciennes, 1847
  • Spratella serdinka - Nikolskii, 1923
  • Spratella sprattus baltica - (Schneider, 1908)
  • Sprattus sprattus balticus - (Schneider, 1908)
  • Sprattus sprattus phalerica - (Risso, 1827)
  • Sprattus sprattus phalericus - (Risso, 1827)
  • Sprattus sprattus sprattus - (Linnaeus, 1758)
  • Spratus spratus - (Linnaeus, 1758)

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bent J. Muus: Süßwasserfische Europas. BLV Verlagsgesellschaft mbH. München Wien Zürich, 1990 ISBN 3-405-11867-0
  • Fritz Terofal: Süßwasserfische in europäischen Gewässern. Mosaik Verlag GmbH München, 1984 ISBN 01274-0
  • Alwyne Wheeler: Süßwasserfische. Delphin Verlag GmbH, München und Zürich, 1983 ISBN 3-7735-2418-8
  • Harald Gebhardt, Andreas Ness: Fische. Die heimischen Süßwasserfische sowie Arten der Nord- und Ostsee. BLV Verlagsgesellschaft mbH., München, Wien, Zürich, 1990 ISBN 3-405-13816-7
  • Peter S. Maitland, Keith Linsell: Süßwasserfische. Alle Arten Europas gezeichnet. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. Kg, Stuttgart, 2007 ISBN 978-3-440-10962-5
  • John R. Paxton, William N. Eschmeyer & David Kirshner: Enzyklopädie der Tierwelt: Fische. Bassermann, Auflage 1, 2003, ISBN 3572013771
'Persönliche Werkzeuge