Europäischer Wolfsbarsch

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Europäischer Wolfsbarsch

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Familie: Wolfsbarsche (Moronidae)
Gattung: Dicentrarchus
Art: Europäischer Wolfsbarsch
Wissenschaftlicher Name
Dicentrarchus labrax
(Linnaeus, 1758)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Europäische Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) zählt innerhalb der Familie der Wolfsbarsche (Moronidae) zur Gattung Dicentrarchus. Im Englischen wird der Europäische Wolfsbarsch european seabass genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Europäische Wolfsbarsch kann bis zu 1,0 Meter lang werden bei einem Gewicht von etwa 12,0 Kilogramm. Häufiger sind aber Exemplare mit einer Körperlänge von etwa 50,0 Zentimeter bei einem Gewicht bis 1,0 Kilogramm. Die durchschnittliche Körperlänge beträgt 45,0 bis 60,0 Zentimeter. Er hat einen schlanken und langen Körper und ist leicht komprimiert mit einer ziemlich hohen Schwanzspitze. Der Kopf ist robust mit einem breiten Mund, mit winzigen Zähnen, mit denen er das Beutetier gut fassen kann. Er kann Beutetiere, die größer als 45 Prozent seines Körpergewichts sind, schlucken. Der Europäische Wolfsbarsch weist im Gegensatz zu anderen Arten aus der Familie der Wolfsbarsche (Moronidae), die nur eine Rückenflosse haben, zwei voneinander unterscheidene Rückenflossen auf. Der Europäische Wolfsbarsch weist insgesamt 8 bis 10 Rückenflossenstacheln, insgesamt 12 bis 13 Rückenflossen-Weichstrahlen, 3 Afterflossenstacheln und 10 bis 12 Afterflossen-Weichstrahlen auf. Der hintere Rand des Kiemendeckels ist fein gesägt und die untere Kante ist mit stark vorwärts gerichteten Zähnchen ausgestattet. Ferner zeigen sich zwei flache Kiemendeckel-Stacheln. Der Rücken und die Seiten weisen eine dunkelgraue bis silbrige Färbung auf. Der Bauch ist von einer weißen Färbung. Während der Laichzeit sind der Rücken und die Seiten mit schwarzen Punkten besetzt, die für mehrere Monate noch erhalten bleiben und aufgrund dessen häufig mit dem Gefleckten Wolfsbarsch (Dicentrarchus punctatus) verwechselt wird. Die dunkle Seitenlinie ist gut erkennbar. Die Flossen sind von einer dunkelgrauen bis schwärzlichen Färbung. Die Jugendlichen sind auf der oberen Körperhälfte mit einigen dunklen Flecken besetzt.

Lebensweise

Ohrstein
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Ohrstein

Laut der Roten Liste der IUCN kann der Europäische Wolfsbarsch bis zu 30 Jahre leben. Die Geschlechtsreife liegt zwischen vier und sieben Jahre bei einer Körperlänge von etwa 35,0 Zentimeter (Männchen) und bei einer Körperlänge von etwa 42,0 Zentimeter (Weibchen). Die Laichzeit findet im Januar bis Juni statt und die pelagischen Eier schwimmen im offenen Meer bei Temperaturen über 9 Grad Celsius. Die Larven sind planktonisch. Die Jugendlichen bewegen sich nahe der Küste und aggregieren in brackigen Flussmündungen und bilden als Jugendliche kleine Schulen, in denen sie in der Rgel bis zu ihrem zweiten Sommer bleiben. Die großen Jugendlichen und Erwachsenen zeigen eine komplizierte Muster-Migration auf See, sie kommen im Sommer in Küstennähe und in Flussmündungen, um nach Nahrung zu suchen. Die Jungfische ernähren sich von wirbellosen Tieren und mit zunehmendem Alter von Fischen. Die Erwachsenen ernähren sich hauptsächlich von Fischen.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Europäische Wolfsbarsch an allen europäischen Küsten vor. Im Weißen Meer, in der Barentsee, in der Ostsee, im Kaspischen Meer und im Nord-Schwarzmeer ist der Europäische Wolfsbarsch nicht anzutreffen. Zusammengefaßt ist der Europäische Wolfsbarsch in folgenden Ländern verbreitet: Albanien, Algerien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Dänemark, Ägypten, Faröer Inseln, Frankreich, Georgien, Deutschland, Gibraltar, Griechenland, Guernsey, Irland, Isle of Man, Israel, Italien, Jersey, Libanon, Libyen, Dschamahirija, Monaco, Montenegro, Marokko, Niederlande, Norwegen, palästinensische Autonomiegebiete, Portugal, Rumänien, Russland, Serbien, Slowenien, Spanien, Schweden, Arabische Republik Syrien, Tunesien, Türkei, Ukraine und Vereinigtes Königreich.

Ernährung

Europäische Wolfsbarsche
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Europäische Wolfsbarsche

Der Europäische Wolfsbarsch ist in der Nacht mehr aktiv als am Tag. In sauerstoffreichen Gewässern kann der Europäische Wolfsbarsch sehr aktiv sein, obwohl er sich auch in brackigen Gewässern aufhalten kann. In Bezug auf Beute ist der Europäische Wolfsbarsch sehr vielseitig. Der Europäische Wolfsbarsch jagt Kopffüßer (Cephalopoda) und Krabben (Brachyura). Er ist auch in der Lage Vielborster (Polychaeta) und Krebstiere (Crustacea) zu erbeuten. Ferner zählen zum Nahrungssprektrum noch zahlreiche Fische. Im Allgemeinen ist der Europäische Wolfsbarsch ein gefräßiger und aggressiver Jäger.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife liegt zwischen vier und sieben Jahre bei einer Körperlänge von etwa 35,0 Zentimeter (Männchen) und bei einer Körperlänge von etwa 42,0 Zentimeter (Weibchen). Die Laichzeit findet im Januar bis Juni statt und die pelagischen Eier schwimmen im offenen Meer bei Temperaturen über 9 Grad Celsius. Ein einzelnes großes Weibchen, das nahe am Meeresboden (in der Regel in weniger als 10 Meter Tiefe) schwimmt, ist von einer Gruppe von zehn Männchen umgeben. Jedes Männchen versucht sich mit dem Weibchen zu paaren. Ein Weibchen kann bis zu 250.000 Eier produzieren. Der pelagische Laich schwimmt im Salzwasser, während der Laich im Brack- oder Süßwasser zu Boden sinkt. Die Larven schlüpfen nach etwa sechs Tagen, einhergehend mit einem rasanten Wachstum. Nach zwei Jahren haben die Jungfische eine Körperlänge von etwa 20,0 Zentimeter erreicht und nach fünf Jahren weisen die Weibchen eine Körperlänge von etwa 40,0 Zentimeter auf, wobei die Männchen kleiner sind als die Weibchen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Europäische Wolfsbarsch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Europäische Wolfsbarsch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Weitere Synonyme

Europäischer Wolfsbarsch
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Europäischer Wolfsbarsch
  • Centropomus lupus - Lacepède, 1802
  • Centropomus mullus - Lacepède, 1802
  • Dicentrarchus elongatus - (Geoffroy Saint-Hilaire, 1817)
  • Dicentrarchus lupus - (Lacepède, 1802)
  • Labrax diacanthus - (Bloch, 1792)
  • Labrax elongatus - (Geoffroy Saint-Hilaire, 1817)
  • Labrax labrax - (Linnaeus, 1758)
  • Labrax linnei - Malm, 1877
  • Labrax lupus - (Lacepède, 1802)
  • Labrax vulgaris - Guérin-Méneville, 1829-38
  • Morone labrax - (Linnaeus, 1758)
  • Perca diacantha - (Bloch, 1792)
  • Perca elongata - Geoffroy Saint-Hilaire, 1817
  • Perca labrax - Linnaeus, 1758
  • Perca sinuosa - Geoffroy Saint-Hilaire, 1817
  • Roccus labrax - (Linnaeus, 1758)
  • Sciaena diacantha - Bloch, 1792
  • Sciaena labrax - (Linnaeus, 1758)

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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