Everett-Sonnendachs

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Everett-Sonnendachs
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung: Hundeartige (Caniformia)
Familie: Marderartige (Mustelidae)
Unterfamilie: Wieselartige (Mustelinae)
Gattung: Sonnendachse (Melogale)
Art: Everett-Sonnendachs
Wissenschaftlicher Name
Melogale everetti
(Thomas, 1895)

IUCN-Status
Data Deficient (DD)

Der Everett-Sonnendachs (Melogale everetti), odr auch Borneo-Sonnendachs, zählt innerhalb der Familie der Marderartigen (Mustelidae) zur Gattung der Sonnendachse (Melogale). Im Englischen wird die Art Bornean Ferret Badger, Everett's Ferret-badger oder Kinabalu Ferret-badger genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der eher kleine Everett-Sonnendachs erreicht eine Körperlänge von 330 bis 440 mm, eine Schwanzlänge von 150 bis 200 mm sowie ein Gewicht von 1.000 bis 2.500 (2.000) g. Das grobe Fell ist dorsal bräunlich gefärbt, ventral zeigt sich eine mehr cremefarbene Färbung. Der buschige Schwanz ist bräunlich gefärbt. Im Gesicht zeigt sich eine weißliche bis leicht gelbliche Gesichtsmaske. Die Gliedmaßen sind kurz, die Füße sind breit und die Schnauze ist länglich. Im Bereich der Schnauze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen. Die Füße enden in Zehen, die lange und kräftige Krallen aufweisen. Das kräftige Gebiss besteht aus 38 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p4/4, m1/2 (Nowak, 1999).

Lebensweise

Die terrestrisch lebenden Everett-Sonnendachse sind nacht- und dämmerungsaktive Jäger. Am Tage ruhen die Tiere an geschützter Stelle, meist in verlassenen Bauten von Nagetieren oder anderen natürlichen Höhlen. Eigene Bauten werden nicht gegraben. Die Aktivität beginnt kurz nach Sonnenuntergang und endet im Morgengrauen. Die Kommunikation untereinander erfolgt über visuelle Signale, taktile Reize, Düfte und Laute. Der Geruchssinn ist ausgesprochen gut entwickelt (Nowak, 1999).

Verbreitung

Everett-Sonnendachsesind auf der Insel Borneo endemisch. Die Vorkommen erstrecken sich dabei im Norden der Insel über die Region Sabah. Die Tiere halten sich in Höhen von 1.000 bis 3.000 (1.950) m über NN auf. Besiedelt werden vor allem Berghänge und subtropische und tropische Wälder der Höhenlagen (IUCN, 2011).

Ernährung

Everett-Sonnendachse ernähren sich hauptsächlich fleischlich, zu einem geringen Teil auch von pflanzlicher Kost in Form von Früchten. Weit oben auf der Speisekarte stehen Regenwürmer (Lumbricidae), Schnecken (Gastropoda), Eidechsen (Lacertidae), Vögel (Aves) und Nagetiere (Rodentia) wie Eigentliche Ratten (Rattus) (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Die Hauptpaarungsteit der Everett-Sonnendachse erstreckt sich von März bis in den September hinein. Die Art pflanzt sich dabei nur einmal im Jahr fort. Nach einer Tragezeit von 60 bis 80 (70) Tagen bringt ein Weibchen in ihrer Höhle 1 bis 5 (3) Jungtiere zur Welt. Der Nachwuchs kommt blind, jedoch mit einem gut entwickelten Fell zur Welt. Ende der zweiten Lebenswoche öffnen sie erstmals die Augen. Im Alter von 2 bis 3 Monaten werden die Jungtiere entwöhnt und erreichen kurze Zeit später die Selbständigkeit. Die Lebenserwartung ist in Freiheit nicht bekannt. Die Geschlechtsreife wird wahrscheinlich im zweiten Lebensjahr erreicht (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die einzigen aufgezeichneten Sichtungen von Everett-Sonnendachsen liegen vom Kinabalu Massiv im Norden von Borneo vor. Die Gesamtpopulation ist nicht bekannt. In der Roten Liste der IUCN wird die Art mangels Informationen über den Populationszustand in der Kategorie DD, Data Deficient, geführt. Im Verbreitungsgebiet expandiert die Landwirtschaft stark. Ob sich die landwirtschaftlichen Aktivitäten negativ auf die Art auswirken, ist nicht bekannt. Dachse sind im Allgemeinen jedoch sehr anpassungsfähig (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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