Fichtenmarder

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Fichtenmarder

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Marder (Mustelidae)
Gattung: Martes
Art: Fichtenmarder
Wissenschaftlicher Name
Martes americana
Turton, 1806

Verbreitungsgebiet

IUCN-Status
Least Concern (LC) - IUCN

Der Fichtenmarder (Martes americana) zählt innerhalb der Familie der Marder (Mustelidae) zur Gattung Martes.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Fichtenmarder erreicht eine Körperlänge von 35 bis 45 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 15 bis 25 Zentimeter sowie ein Gewicht von 300 und 1.300 Gramm. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Auch in der Fellfärbung zeigen die Geschlechter einen Dimorphismus. Weibchen sind etwas heller gefärbt. Das Fell ist überwiegend dunkelbraun bis rotbraun gefärbt. Der Kopf ist im vorderen Bereich etwas heller gefärbt. Die großen rundlichen Ohren sind innen wie außen mit Fell besetzt. Der Kehl- und Brustbereich ist meist cremefarben. Die Schnauze ist spitz zulaufend, im Nasenbereich hat der Fichtenmarder lange Vibrissen, die der Orientierung dienen. Wie alle Marder, so hat auch der Fichtenmarder ein schlankes Aussehen, der Körper wird durch kurze Beine getragen. Die Zehen enden in kleine Krallen, mit denen er ausgezeichnet klettern kann.

Fichtenmarder leben einzelgängerisch. Die Weibchen ziehen ihren Nachwuchs alleine groß. Die Tiere sind ausgesprochen territorial. Die Reviere der Männchen und Weibchen können sich vor allem während der Paarungszeit überschneiden. Ein Revier weist in der Regel weniger als einen Quadratkilometer auf. Fichtenmarder sind fast ausschließlich in der Nacht aktiv. Den Tag über dösen sie in ihren Nestern. Die Nester befinden sich in der Regel in hohlen Baumstämmen. Sie sind sowohl in den Bäumen als auch am Boden erfolgreiche Jäger. Auch das Schwimmen scheuen sie keineswegs. Einen Winterschlaf halten die Tiere nicht. Sie gehen auch bei Schnee und Kälte aktiv auf die Jagd. Ihr dichtes Fell schützt sie vor Kälte und Nässe.

Verbreitung

Der Fichtenmarder ist in weiten Teilen des nördlichen Nordamerika verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht in Westost-Ausrichtung von Alaska bis nach Neufundland. Die starke Bejagung wegen der Pelze und der Verlust der Lebensräume durch weitflächige Rodung der Wälder hat die Fichtenmarder in einigen Verbreitungsgebieten, insbesondere dem östlichen Verbreitungsgebiet selten werden lassen. Die Tiere stehen heute unter Schutz und wurden in Gebieten wo sie völlig verschwunden waren wieder angesiedelt. Fichtenmarder bewohnen fast ausschließlich weitflächige und dichte Wälder. Gelegentlich sind sie in Alaska und Kanada auch in der halboffenen Tundra anzutreffen. Wald wird aber auf jeden Fall bevorzugt. Auch in Höhenlagen von über 2.000 Metern über NN fühlen sie sich zu Hause. Sie sind zwar recht gute Kletterer, jedoch halten sie sich zumeist auf dem Boden auf. Ihrer Lieblingsbeute, den Eichhörnchen, folgen sie aber durchaus bis hoch in die Baumwipfel.

Ernährung

Fichtenmarder sind Allesfresser. Zu ihrer Hauptbeute zählen kleinere Säuger wie Eichhörnchen (Sciurus), Mäuse (Myomorpha), Ratten (Rattus), Gebirgs-Taschenratten (Thomomys bottae) und gelegentlich auch Insekten, kleine Reptilien, Vögel und deren Brut. Größere Tiere werden eher selten erbeutet, aber auch nicht verschmäht. Beutetiere wie Eichhörnchen werden durch einen Nackenbiss getötet. Auch Aas und vegetarische Nahrung wie Früchte und Beeren sowie Nüsse stehen auf dem Speiseplan. Lokal und saisonal kann sich der Speiseplan deutlich unterscheiden. Auch der Anteil an Früchten und Beeren am Nahrungsaufkommen ist stark vom Verbreitungsgebiet und der Saison abhängig. Insgesamt ist der Anteil an tierischer Nahrung deutlich höher.

Fortpflanzung

Der Fichtenmarder erreicht die Geschlechtsreife mit knapp zwei Jahren. Fichtenmarder leben polygam, also nicht in einer festen Partnerschaft. Das Männchen hat mit der Aufzucht des Nachwuchses nichts zu tun. Die Paarungszeit erstreckt sich über den Hochsommer. Jedoch beginnt die embryonale Entwicklung nicht sofort. Bis zum Februar des Folgejahres wird eine Keimruhe abgehalten. Die reine Tragezeit beginnt im Februar und erstreckt sich über gut 28 bis 30 Tage. Das Weibchen bringt zwischen zwei und fünf Jungtiere im Nest ihrer Höhle zur Welt. Sie sind bei der Geburt nackt und blind. Die ersten 30 Tagen verbleiben die Jungen im Nest und werden hier von der Mutter mit Nahrung versorgt. In der fünften Lebenswoche öffnen sie erstmals ihre Augen. Der Nachwuchs wird rund sechs Wochen mit Milch versorgt. Danach wird auf feste Nahrung umgestellt. Mit bereits drei bis vier Monaten sind sie selbständig. Die Lebenserwartung liegt in Freiheit bei zehn bis zwölf Jahren. In Gefangenschaft können sie durchaus auch 15 Jahre oder mehr werden.

Anhang

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

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