Fischkrähe

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Fischkrähe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Tribus: Corvini
Gattung: Raben und Krähen (Corvus)
Art: Fischkrähe
Wissenschaftlicher Name
Corvus ossifragus
Wilson, 1812

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Fischkrähe (Corvus ossifragus) zählt innerhalb der Familie der Rabenvögel (Corvidae) zur Gattung der Raben und Krähen (Corvus). Im Englischen wird die Fischkrähe Fish Crow genannt. Es gibt keine bekannten Unterarten und somit ist die Fischkrähe monotypisch.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen, Maße

Die Fischkrähe ähnelt oberflächlich gesehen sehr der Amerikanerkrähe (Corvus brachyrhynchos). Wenn man aber die beiden Arten nebeneinander betrachtet, sind die Unterschiede zwischen den beiden Arten deutlich zu erkennen. Im Vergleich zur Amerikanerkrähe (Corvus brachyrhynchos) ist die Fischkrähe kleiner und erreicht eine Körperlänge von etwa 39 bis 41 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 275 Gramm. Des Weiteren weist die Fischkrähe im Gegensatz zur Amerikanerkrähe (Corvus brachyrhynchos) ein seidig glattes Gefiederkleid auf. Die visuelle Differenzierung der Amerikanerkrähe (Corvus brachyrhynchos) ist extrem schwierig und oft ungenau. Dennoch, abgesehen vom Größenunterschied, weist die Fischkrähe eher einen schlankeren, kürzeren Schnabel und schlankere, kürzere Beine und Füße auf. Auch befindet sich an der Oberschnabelspitze ein kleiner scharfer Haken. Die neuesten Gentests scheinen darauf hinzuweisen, dass die Fischkrähe eher der Sinaloakrähe (Corvus sinaloae) und der Mexikanerkrähe (Corvus imparatus) ähnelt und nicht der Amerikanerkrähe (Corvus brachyrhynchos).

Zwischen den Geschlechtern gibt es keinen wesentlichen Unterschied. Das dichte und seidige, glatte Gefieder weist insgesamt eine schwarze Färbung auf und ist mit einem intensiven blaugrünen Glanz auf dem Rücken und mit einem grünlichen Glanz auf der Unterseite versehen. Die Nackenfedern sind hellgrau gefärbt. Die Iris weist eine braune Tönung, die der Jungvögel ist graublau. Der Schnabel sowie die Beine sind von einer schwarzen Färbung. Der Schwanz ist etwas abgerundet. Der Ruf der Fischkrähe ist ein nasaler, hoher, einzelner oder doppelter Ton.

Lebensweise

Während der Brutzeit findet man die Fischkrähe an der Atlantikküste von Massachusetts und New England bis im südlichen Teil von Florida. Des Weiteren hält sich die Fischkrähe auch entlang an der Golf-Küste und im Westen Texas auf. Auch die Binnenhäfen und entlang größerer Flüsse sowie der Norden Illinois werden von ihr besucht. Einige Individuen vollziehen im Winter eine Nord-Süd-Migration.

Verbreitung

Die Verbreitungsgebiete der Fischkrähe sind: Nova Scotia [selten/gelegentlich], Ontario [selten/gelegentlich], Süd-Ontario [selten/gelegentlich], Ontario - Pointe Pelee [selten/gelegentlich], Vereinigte Staaten von Amerika [endemisch], New England, Südatlantik, Alabama, Arkansas, Connecticut, District of Columbia, Florida, Georgia, Iowa [selten/gelegentlich], Illinois, Indiana [selten/gelegentlich], Kansas [selten/gelegentlich], Kentucky, Louisiana, Massachusetts, Maryland, Maine, Missouri, Mississippi, North Carolina, New Hampshire, New Jersey, New York, Oklahoma, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, Tennessee, Texas, Virginia, Vermont, West Virginia sowie die Bahamas.

Laut der Roten Liste der IUCN gehören zu den Lebensräumen der Fischkrähe subtropisches und tropisches überschwemmtes Grasland, Feuchtgebiete wie Moorlandschaften, Sümpfe und Torfmoorlandschaften sowie karge Kiefernwälder. Des Weiteren hält sich die Fischkrähe in Gezeitenbereichen, auf Felsklippen, an Uferbefestigungen, auf Sandstränden, im Bereich von Nehrungen und auf Kiesstränden, entlang großer Binnengewässer sowie in der Nähe von Geröllhalden auf. Sie ist auch tief im Landesinnern zu finden.

Ernährung

Die Fischkrähe sucht die Nahrung auf dem Boden und im seichten Wasser. Die Nahrung wird mit den Füßen aus dem Wasser geholt. Sie ernährt sich von kleinen Krebstieren (Crustacea) wie Krabben (Brachyura), Garnelen und andere wirbellose Tiere. Ferner stehen tote und gestrandete lebende Fische (Pisces) auf dem Speiseplan. Wenn es die Situation begünstigt, erfaßt die Fischkrähe auch Nestlinge und Eier der Reiher (Ardeidae). Des Weiteren ernährt sich die Fischkrähe von Insekten (Insecta), kleinen Kriechtieren (Reptilia) wie Eidechsen (Lacertidae). Neben tierischer Kost nimmt die Fischkrähe auch pflanzliche Kost zu sich, darunter zählen zum Beispiel wilde und kultivierte Früchte, Erdnüsse, Getreide und Mais.

Fortpflanzung

Die Paarungs- und Brutzeit der Fischkrähe beginnt Ende März und erreicht den Höhepunkt Ende April/Anfang Juni und erstreckt sich bis Mitte Juni. Die Fischkrähe brütet in der Regel in kleinen, lockeren Kolonien. Für gewöhnlich wird das napfförmige Nest in einem hohen immergrünen Nadelbaum in einer Höhe von etwa 6 bis 27 Meter errichtet. Das Nest wird außen mit festen Kiefernnadeln, Reisig und mit Zweigen zusammengehalten. Innen wird das Nest mit Gras, Schuppen, feiner Rinde, Haare sowie mit feinen Pflanzenfasern ausgepolstert. Das Weibchen legt etwa vier bis fünf Eier in das Nest ab. Die Eier weisen eine grünliche Färbung auf und sind mit braunen oder grauen Flecken besetzt. Die Inkubationszeit dauert etwa 16 bis 18 Tage. Gelegentlich beteiligt sich auch das Männchen beim Bebrüten der Eier. Nach dem Schlupf werden die Küken von den Altvögeln reichlich mit Nahrung versorgt. Die Jungvögel sind Nesthocker und sind etwa nach 21 Tagen flügge.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN weist diese Art einen geschätzten globalen Umfang von etwa 970.000 Quadratkilometer auf. Die Gesamtpopulation beträgt etwa 790.000 Individuen (Rich et al., 2003). Die globale Population wurde noch nicht quantifiziert, aber man geht davon aus, dass die Art in weiten Teilen häufig vorkommt (Madge und Burn, 1993). Der globale Populationstrend ist bisher noch nicht quantifiziert worden. Die Population scheint aber stabil zu sein, so dass die Fischkrähe noch nicht zu den bedrohten Arten zählt, d. h., abnehmend mehr als 30 Prozent in zehn Jahren oder drei Generationen. Aus diesem Grund wird die Art als nicht bedenklich (least concern) eingestuft.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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