Frühe Adonislibelle

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Frühe Adonislibelle

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae)
Gattung: Adonislibellen (Pyrrhosoma)
Art: Frühe Adonislibelle
Wissenschaftlicher Name
Pyrrhosoma nymphula
(Sulzer, 1776)

Die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) zählt innerhalb der Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae) zur Gattung der Adonislibellen (Pyrrhosoma). Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Frühe Adonislibelle erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 40 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von bis zu 60 Millimeter. Charakteristisch ist ihre rot-schwarze Färbung, die sie leicht von anderen Libellenarten unterscheiden läßt. Schwarze Musterungen überziehen dabei den gesamten Abdomen, die sich beim Männchen allerdings auf den hinteren Teil des Abdomens beschränken. Weibchen können zudem auch gelbe Musterungen im Bereich des Thorax aufweisen. Die Extremitäten sind bei beiden Geschlechtern schwarz gefärbt. Dieses ist auch ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zur Scharlachlibelle, deren Beine rot gefärbt sind und ansonsten eine ähnliche Färbung aufweisen.

Lebensweise

Die Flugzeit der Frühen Adonislibelle erstreckt sich von April bis August.

Verbreitung

Die Frühe Adonislibelle ist in weiten Teilen Mitteleuropas und dem vorderen Orient verbreitet. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis ins gemäßigte Sibirien. Die bevorzugten Habitate können Seen, Teiche und Tümpel sowie langsam fliessende Gewässer, Moore und Sumpfgebiete oder schilfreiche Gebiete sein. Die Frühe Adonislibelle setzt einen starken Pflanzenbewuchs voraus. Sie ist recht häufig, aber dennoch schwer zu finden, da sie sich meist im Dickicht der Uferbewachsung verborgen hält.

Ernährung

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Die Frühe Adonislibelle ernährt sich räuberisch von anderen Insekten, die in der Regel im Flug erbeutet werden. Die Larven ernähren sich im Wasser von Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung

Während des eigentlichen Paarungsaktes bildet ein Pärchen der Frühen Adonislibellen ein sogenanntes Paarungsrad. Dies geschieht in der Regel in den frühen Morgenstunden bei sonnigem Wetter. Dabei packt das Männchen das Weibchen mit seinen Anhängen am Hinterleib, den Cerci, im obersten Körpersegment. In dieser Position entnimmt das Weibchen beim Männchen aus dessen Samentasche den notwendigen Samen. Um sein Weibchen vor lästigen Konkurrenten zu schützen erfolgt die Eiablage auch in dieser Position. Zur Eiablage begibt sich das Pärchen auf die Wasseroberfläche. Völlig eingetaucht heftet das Weibchen ihre Eier dann an Wasserpflanzen. Der Schlupf der Larven und die gesamte Entwicklungsdauer findet unter Wasser statt. Im Frühjahr, meist im April, steigen die Larven aus dem Wasser und streifen ihre Exuvie (Larvenhülle) ab.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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