Gebirgsbachspitzmaus

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Gebirgsbachspitzmaus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Spitzmausartige (Soricomorpha)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Rotzahnspitzmäuse (Soricinae)
Gattung: Nectogale
Art: Gebirgsbachspitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Nectogale elegans
Milne-Edwards, 1870

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Gebirgsbachspitzmaus (Nectogale elegans) zählt innerhalb der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) zur monotypischen Gattung der Nectogale. Im Englischen wird die Art Elegant Water Shrew oder Web-footed Water Shrew genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Die Gebirgsbachspitzmaus ist auch unter dem Synonym N. sikhimensis bekannt (vgl. Ellerman & Morrison-Scott, 1951, und Hoffmann, 1987, in Wilson & Reeder, 2005). Review durch Hutterer (1993b).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gebirgsbachspitzmaus erreicht eine Körperlänge von 90 bis 128 mm, eine Schwanzlänge von 89 bis 110 mm sowie ein Gewicht von 25 bis 45 g. Das weiche und samtartige Fell ist dorsal und ventral schiefergrau gefärbt. Dorsal zeigen sich zahleiche weißlich gefärbte Schutzhaare. Diese sind ventral nicht vorhanden. Die Färbung stellt eine Anpassung an den aquatischen Lebensraum dar. Der schwarz gefärbte Schwanz ist relativ diick und rundlich. Ferner weist der Schwanz weißliche Haare auf, die der Schwimmtätigkeit dienlich sind. Die Körperform ist extrem stark an die aquatische Lebensweise angepasst. Die Ohren sind klein, äußere Ohrmuscheln sind nur rudimentär vorhanden. Der Bereich um das Maul ist cremefarben und setzt sich so von der restlichen Färbung ab. Die Schnauze ist länglich geformt. Das Gebiss weist lediglich 28 Zähne auf und weicht damit von anderen Gattungen der Spitzmäuse ab. Die Füße sind breit, zwischen den Zehen zeigen sich Schwimmhäute. Die Sohlen sind nackt und haften exzellent auf nassem und rutschigem Untergrund in Ufernähe (Nowak, 1999).

Lebensweise

Über die allgemeine Lebensweise ist nur wenig bekannt. Gebirgsbachspitzmäuse sind nachtaktiv und leben ausschließlich in schnell fliessenden Bergflüssen. Die Bauten entstehen in unmittelbarer Nähe zum Wasser meist in den Uferbänken. Die Tiere gelten als ausgezeichnete Schwimmer und Taucher. Sie sind exzellent an den aquatischen Lebensraum angepasst. Die körperlichen Anpassungen wurden bereits erwähnt (Nowak, 1999). Die Gebirgsbachspitzmaus lebt sympatrisch mit einigen anderen kleinen Tieren. Hier sind regional beispielsweise Biberspitzmäuse (Chimarrogale) wie Chimarrogale himalayica oder Eigentliche Maulwürfe (Talpinae) wie Talpa micrura zu nennen. In Nahrungskonkurrenz stehen die Arten jedoch nicht.

Über das Fortpflanzungsverhalten ist nichts bekannt.

Verbreitung und Lebensraum

Gebirgsbachspitzmäuse sind in der Himalayaregion in China, Indien, Myanmar und Nepal verbreitet. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom zentralen und südlichen China, über das nördliche Myanmar und dem nördlichenn Indien bis nach Nepal. In China werden die Provinzen Shaanxi, Gansu, Qinghai, Sichuan, Yunnan und Xizang besiedelt. Die Art kommt in Höhenlagen von 900 bis 2.270 m über NN vor. Gebirgsbachspitzmäuse leben ausschließlich in kalten Bergflüssen und angrenzenden Gewässern (Nowak, 1999; IUCN, 2011).

Ernährung

Die Gebirgsbachspitzmaus ernährt sich als aquatische Art von kleinen Fischen (Osteichthyes), Wasserinsekten (Insecta), deren Larven und Schalenweichtieren (Conchifera), wobei Fische zur Hauptnahrung gehören. Die Nahrungssuche erfolgt ausschließlich in der Nacht unter Wasser (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Gebirgsbachspitzmaus gehört heute noch nicht zu den gefährdeten Spitzmäusen (Soricidae). In den meisten Regionen kommt die Gebirgsbachspitzmaus noch häufig vor. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Über Gefährdungsursachen ist nichts bekannt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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