Gelbbäuchiges Murmeltier

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Gelbbäuchiges Murmeltier

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)
Untertribus: Marmotina
Gattung: Murmeltiere (Marmota)
Art: Gelbbäuchiges Murmeltier
Wissenschaftlicher Name
Marmota flaviventris
Audubon & Bachman, 1841

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Gelbbäuchige Murmeltier (Marmota flaviventris) oder Gelbbauchmurmeltier zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Murmeltiere (Marmota).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Gelbbäuchige Murmeltier erreicht eine Körperlänge von 47 bis 60 cm, eine Schwanzlänge von 15 bis 20 cm sowie ein Gewicht von 1.900 bis 4.900 g. Weibchen bleiben deutlich kleiner und leichter als Männchen. Der Oberkopf ist dunkelbraun bis fast schwarz, der Kopfbereich ist ansonsten hellbraun bis graubraun gefärbt. Seitlich am Hals zeigen sich gelblichbraune Bereiche im Fell. Der Rücken und die Flanken variieren zwischen graubraun und rotbraun. Das Fell wirkt ausgesprochen borstig. Die Bauchseite ist deutlich heller gefärbt. Vom Körperbau her wirken Gelbbäuchige Murmeltiere insgesamt sehr kräftig. Mit ihren großen Grabpfoten können sie selbst in hartem oder gefrorenem Boden graben.

Die tagaktiven Gelbbäuchigen Murmeltiere leben in sozialen Haremsgruppen, die aus 10 bis 20 Tieren bestehen können. Eine solche Gruppe besteht meist aus einem Männchen mit mehreren Weibchen und deren Nachwuchs. Sie beanspruchen Reviergrößen von etwa zwei bis drei Hektar. Ihr Revier markieren sie mit einem Sekret aus ihren Backendrüsen, das an Steine und Sträucher gerieben wird. In der Regel befinden sich in kurzer Entfernung benachbarte Haremsgruppen, mit denen sie eine Kolonie bilden.

Verlassen die Gelbbäuchigen Murmeltiere ihre Behausung, so passen immer einige Tiere auf. Bei Gefahr stoßen sie einen schrillen Pfiff aus, sodass die Familie schnell gewarnt ist und den schützenden Bau aufsuchen kann. Während der kalten Jahreszeit von Oktober bis März halten die Gelbbäuchigen Murmeltiere Winterruhe. In dieser Zeit reduziert sich die Atmung auf zwei bis drei Atemzüge pro Minute, um Energie zu sparen. Gelbbäuchige Murmeltiere sind eher selten an der Erdoberfläche zu sehen. Die meiste Zeit verbringen sie unter der Erdoberfläche. Hier graben sie lange Gänge und legen Kessel und Vorratskammern an. Gänge in einer Länge von mehreren Dutzend Metern sind keine Seltenheit. Die Tiefe der Gänge und Kammern liegt zwischen einem und fünf, selten auch mehr Metern.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gelbbäuchigen Murmeltiere erstreckt sich über die westlichen Teile Nordamerikas. Es reicht vom südwestlichen Kanada bis in die südwestliche USA. Die Tiere leben hauptsächlich auf weitflächigen Wiesen in Mittelgebirgen, teilweise oberhalb der Baumgrenze. Sonnige Hänge werden dabei besonders geschätzt. Geschlossene Wälder werden gemieden, aber Waldränder werden durchaus besiedelt. Ihre Lebensräume liegen in der Regel in Höhen von 2.000 bis 4.000 Metern über NN.

Ernährung

vergrößern

Gelbbäuchige Murmeltiere ernähren sich von Wurzeln, Blättern, Knospen und Blüten sowie von Kräutern und Gräsern. Im Sommer und Herbst fressen sie sich eine dicke Speckschicht an, um den langen Winterschlaf zu überstehen, bei dem sie rund ein Drittel ihres Gewichts verlieren. Fettreiche Sämereien stehen dabei besonders hoch im Kurs.

Fortpflanzung

Gelbbäuchige Murmeltiere erreichen die Geschlechtsreife mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt nach der Winterruhe etwa im April, spätestens jedoch im Mai. Während der Paarungszeit begattet das Männchen alle Weibchen in seinem Harem. Nach einer kurzen Tragezeit von 32 oder 33 Tagen bringt das Weibchen in ihrem Wohnkessel durchschnittlich zwischen drei und fünf, selten auch mehr Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere wiegen etwa 30 bis 40 g und sind sowohl blind, nackt, taub als auch zahnlos. Ab dem fünften Tag beginnt das Fell zu wachsen. Zwischen dem 20. und 22. Lebenstag öffnen sie ihre Augen. Die Säugezeit beträgt rund 40 Tage. Die Jungtiere verbleiben bis zu zwei Jahren bei der Mutter. Die Lebenserwartung liegt bei rund 10 bis 15 Jahren. Dieses Alter wird aufgrund der vielen natürlichen Feinde selten erreicht. Die Sterblichkeit ist vor allem im ersten Lebensjahr sehr hoch.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge