Gemeine Becherjungfer

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Gemeine Becherjungfer

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae)
Gattung: Enallagma (Enallagma)
Art: Gemeine Becherjungfer
Wissenschaftlicher Name
Enallagma cyathigerum
(Charpentier, 1840)

Die Gemeine Becherjungfer (Enallagma cyathigerum), auch Becher-Azurjungfer genannt, zählt innerhalb der Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae) zur Gattung Enallagma. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gemeine Becherjungfer erreicht eine Körperlänge von bis zu 35 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von 40 bis 45 Millimeter. Der Körper der Männchen ist überwiegend hellblau bis azurblau. Schwarze Markierungen überwiegen insbesondere den Abdomen. Auf dem vorderen Oberkörpersegment ist deutlich eine kelchartige Markierung zu sehen, die für diese Art namensgebend war. Das Weibchen weist unter Umständen verschiedene Färbungen auf. Sie sind bläulich, grünlich oder auch leicht bräunlich gefärbt. Die kelchartige Markierung fehlt den Weibchen. Die beiden Flügelpaare sind in etwa gleich groß. Die einzelnen Flügel sind transparent, deutlich sind die haarfeinen Blutäderchen erkennbar.

Lebensweise

Die Gemeine Becherjungfer ist eine kräftige und gewandte Fliegerin. Die Flugzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten von Mai bis Anfang September.

Verbreitung

Die Gemeine Becherjungfer ist in weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas verbreitet. Im Norden reicht ihr Verbreitungsgebiet bis hoch zum Polarkreis.
Gemeine Becherjungfer, Weibchen
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Gemeine Becherjungfer, Weibchen
Auch in Vorderasien ist sie ein oft gesehenes Insekt. Für gewöhnlich kann man die Gemeine Becherjungfer an größeren Seen, Teichen und Tümpeln mit ausgeprägter Ufer- und Wasservegetation anzutreffen. Auch in Sümpfen und an Flüssen und Kanälen mit entsprechender Vegetation ist zu heimisch. In Höhenlagen ist sie bis in Höhen von 1.800 Metern verbreitet.

Ernährung

Sowohl die Imagines als auch die Larven ernähren sich räuberisch von anderen Insekten. Als Imago erbeutet die Gemeine Becherjungfer meist Insekten wie Mücken und Blattläuse. Als tagaktive Jäger gehen sie meist in den Morgen- und Nachmittagsstunden auf Nahrungssuche.

Fortpflanzung

Während der Paarung der Gemeinen Becherjungfern kann man das für Libellen typische Paarungsrad beobachten. Die eigentliche Kopulation kann sich dabei von mehreren Minuten bis hin zu 20 Minuten erstrecken. Die Eiablage des Weibchen erfolgt unter den wachsamen Augen des Männchens. Sie legt ihre Eier an Wasserpflanzen ab. Dazu ritzt sie mit ihrem Legeapparat einen Ritz in die Pflanze und legt ihre Eier dort hinein.
Paarungsrad der Gemeinen Becherjungfer
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Paarungsrad der Gemeinen Becherjungfer
Die Eiablage kann gelegentlich auch unter Wasser an Pflanzen erfolgen. Nach rund 20 Tagen schlüpfen die Larven, die fortan im Wasser leben und sich räuberisch von kleinen Wasserinsekten ernähren. Den größten Teil ihres Lebens verbringt die Gemeine Becherjungfer im Larvenstadium. Das Larvenstadium umfasst insgesamt fünfzehn Häutungen an dessen Ende der Schlupf des fertigen Insekts steht. Nach der letzten Häutung klettern die Larven aus dem Wasser, meist an einem Stängel empor. Hier schlüpfen sie aus ihrer Exkuvie. Nach einer Trocknungsphase pumpen sie Blut in ihre transparenten Flügel. Die Flügel werden regelrecht aufgepumpt. Die Lebensdauer der Imagines beträgt nur wenige Wochen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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