Gemeine Winterlibelle

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Gemeine Winterlibelle

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Dicondylia
Teilklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Odonatoptera
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Kleinlibellen (Zygoptera)
Familie: Teichjungfern (Lestidae)
Gattung: Winterlibellen (Sympecma)
Art: Gemeine Winterlibelle
Wissenschaftlicher Name
Sympecma fusca
(Vander Linden, 1820)

Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) zählt innerhalb der Familie der Teichjungfern (Lestidae) zur Gattung der Winterlibellen (Sympecma). Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gemeine Winterlibelle erreicht eine Körperlänge von bis zu 30 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von 40 bis 45 Millimeter. Der Körper ist ausgesprochen schlank und lang gestreckt, er ist überwiegend hellbraun gefärbt. Der Thorax ist mit schmalen dunklen Streifen gekennzeichnet. Die Vorder- und Hinterflügel sind in Form und Länge identisch. Eine Besonderheit stellt die Art der Flügelstellung in Ruhe dar. Sie legen ihre Flügel im Ruhezustand auf dem Rücken zusammen. Das Flügelmal, das auch Pterostigma genannt wird, ist hellbraun gefärbt. Auf jedem Flügel befinden sich weit außen zwei Male. Zwischen den Geschlechtern zeigt sich kein Geschlechtsdismorphismus. Dabei ragt der Abdomen deutlich sichtbar hinten hinaus. Der Kopf ist seitlich leicht verbreitet. Die großen Komplexaugen liegen seitlich am Kopf und sind knopfförmig. Die Extremitäten sitzen am ersten Körpersegment.

Lebensweise

Die Flugzeit der Gemeinen Winterlibelle erstreckt sich von August bis in den November sowie in zweiter Generation von März bis in den Mai. Die Libellen der zweiten Generation überwintern als voll entwickelte Tiere. Meist suchen sie dazu ruhige Plätze in den unteren Vegetationsschichten auf.

Verbreitung

Die Gemeine Winterlibelle ist in weiten Teilen Mitteleuropas verbreitet. Die bevorzugten Habitate können Seen, Teiche und Tümpel in Mooren und Sumpfgebieten sein. Auch in Flußtälern mit langsam fliessenden Gewässern sind sie nicht selten anzutreffen. Die Gemeine Winterlibelle hält sich in Ruhestellung meist auf Schilfhalmen am Gewässerrand auf.

Ernährung

Sowohl die Libelle als auch ihre Larven leben räuberisch. Die Gemeine Winterlibelle ernährt sich von anderen Insekten wie Fliegen und Mücken, die in der Regel im Flug erbeutet werden. Meist beginnt die Jagd von einer Ansitzwarte aus. Die Larven fressen neben kleinen Krebstieren auch andere Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife wird im nächsten Frühjahr nach dem Schlupf erreicht. Die eigentliche Paarungszeit beginnt bereits im zeitigen Frühjar. Wie bei Libellen üblich, so erfolgt die Paarung auch bei dieser Rad im Tandem. Auch die Eiablage erfolgt in dieser Stellung. Das Weibchen sticht Wasserpflanzen an und legt ihre Eier in die Ritzen der Pflanze. Zur Eiablage kommt es für gewöhnlich im April oder Mai. Die larvale Entwicklung erstreckt sich etwa über drei Monate. Sie leben von im Wasser Kleinstlebewesen. Im August erfolgt der Schlupf der neuen Generation, die auch überwintert.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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