Geomys breviceps

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Geomys breviceps
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Mäuseverwandte (Myomorpha)
Familie: Taschenratten (Geomyidae)
Unterfamilie: Geomyinae
Tribus: Geomyini
Gattung: Flachland-Taschenratten (Geomys)
Art: Geomys breviceps
Wissenschaftlicher Name
Geomys breviceps
Baird, 1855

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Geomys breviceps zählt innerhalb der Familie der Familie der Taschenratten (Geomyidae) zur Gattung der Flachland-Taschenratten (Geomys). Im Englischen wird die Art auch Baird's Pocket Gopher genannt. Es sind 2 Unterarten bekannt. Der Gattungsname Geomys kommt aus dem griechischem und setzt sich aus den Begriffen Geo = '"Erde" und Mys = "Maus" zusammen.

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Die Arten Geomys breviceps, Geomys attwateri und die Flachland-Taschenratte (Geomys bursarius) ähneln sich sehr und sind in der äußeren Morphologie kaum zu unterscheiden. Unterschieden werden können die Arten anhand der Größe sowie anhand der Anzahl der Chromosomen. Zudem ist das Jochbein bei Geomys bursarius kleiner als bei den anderen beiden Arten (Sulentich, Williams & Cameron, 1991).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Körper von Geomys breviceps ist wie bei allen Taschenratten zylindrisch geformt. Der Kopf geht ohne Übergang vom Hals in den Körper über. Das weiche und kurze Fell ist bräunlich bis schwarzbraun gefärbt. Ventral zeigt sich eine etwas hellere Färbung. Zwischen März und dem frühen Juli sowie im Oktober kommt es zum Fellwechsel. Geomys breviceps erreicht je nach Geschlecht, Alter und Population eine Gesamttlänge von 192 bis 222 (208) mm, eine Schwanzlänge von 54 bis 67 (74) mm, eine Hinterfußlänge von 23 bis 28 (25,6) mm, eine Schädellänge von 34,0 bis 41,7 (38,2) mm, eine Rostrumlänge von 13,7 bis 17,7 (15,7) mm, eine Jochbeinbreite von 14,6 bis 20,3 (18,2) mm, eine Hirnschädelbreite von 16,1 bis 20,8 mm sowie ein Gewicht von 102 bis 163 g. Der Penisknochen (Baculum) erreicht eine Länge von 9,56 mm und an der Basis eine Breite von 1,7 mm. Die Augen sind klein und die Ohrmuscheln sind reduziert. Die Zehen der Vorderfüße weisen kräftige gebogene Krallen auf. Der eher kurze Schwanz ist nahezu nackt, nur wenige Haare befinden sich im Bereich der Basis des Schwanzes. Die Backentaschen sind wie bei allen Taschenratten gut entwickelt. Das Gebiss besteht aus 20 Zähnen. Die zahnmedizinische Formel lautet 1/1, 0/0, 1/1, 3/3 (Sulentich, Williams & Cameron, 1991).

Lebensweise

Geomys breviceps hält sich wie alle Taschenratten überwiegend unter der Erde auf. Die Tiere bewohnen hier selbst gegrabene Erdbauten. An die Erdoberfläche kommen sie nur gelegentlich zur Nahrungssuche. Die Gänge, die zu den Wohnkammern führen, weisen einen Durchmesser von rund 6 cm auf. Die Gänge und Tunnels verlaufen meist in niedriger Tiefe, knapp unterhalb der Grasnabe. In der Regel sind dies 10 bis 68 cm. Ein Bausystem kann leicht eine Gesamtlänge von 55 bis 180 m erreichen. Die Wohnkammer ist mit weichen Pflanzenteilen und trocknen Hundszahngras (Cynodon dactylon) ausgepolstert und liegt in einer Tiefe von etwa 60 cm. Die Tiere halten während der kalten Jahreszeit keine Winterruhe, jedoch legen sie für Mangelzeiten Nahrungsvorräte an. Geomys breviceps lebt einzelgängerisch, die Geschlechter treffen sich im Grunde nur kurz während der Paarungszeit. Sie sind durchaus als territorial zu bezeichnen. Die Reviere der Männchen sind etwas größer und überlappen sich mit denen mehrerer Weibchen. Taschenratten sind überwiegend in der Nacht aktiv, dies gilt vor allem für die Nahrungssuche, die in der Nacht in den Gängen und an der Erdoberfläche stattfindet (Sulentich, Williams & Cameron, 1991).

Unterarten

Verbreitung und Lebensraum

Geomys breviceps ist östlich des Brazos River im zentralen und südöstlichen Texas, im westlichen Louisiana, im nördlichen und südwestlichen Arkansas sowie im östlichen Oklahomay, USA, endemisch. Besiedelt werden hauptsächlich trockene und sandige Böden, aber auch zum Ärgernis der Menschen landwirtschaftliche Flächen. Eher selten ist die Art auch in lehmhaltigen Böden anzutreffen. Feuchte Lebensräume werden gemieden (Sulentich, Williams & Cameron, 1991).

Biozönose

Geomys breviceps teilt sich seinen Lebensraum mit der nah verwandten Art Geomys attwateri. Zu den natürlichen Feinden zählen insbesondere Kojoten (Canis latrans), der Streifenskunk (Mephitis mephitis), der Westliche Fleckenskunk (Spilogale gracilis), der Rotluchs (Lynx rufus), die Texas-Klapperschlange (Crotalus atrox), die Kiefernatter (Pituophis melanoleucus), die Gewöhnliche Königsnatter (Lampropeltis getula), die Prärie-Königsnatter (Lampropeltis calligaster) sowie Eulen (Strigiformes) wie der Streifenkauz (Strix varia) und die Schleiereule (Tyto alba) (Sulentich, Williams & Cameron, 1991).

Ernährung

Wie alle Flachland-Taschenratten, so ernährt sich auch Geomys breviceps rein vegetarisch hauptsächlich von Knollen, Wurzeln, Stauden, Gräsern und anderen grünen Pflanzenteilen. Lokal und saisonal kann sich das Nahrungsangebot deutlich unterscheiden. Weit oben auf der Speisekarte stehen Gewächse wie Hundszahngras (Cynodon dactylon), Erdmandel (Cyperus esculentus), Bastardlauch (Nothoscordum bivalve), Schneckenklee (Medicago denticulata), Wilde Mohrenhirse (Sorghum halepense), Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus) und Wegeriche (Plantago). Trinkwasser nehmen die Tiere nicht zu sich, der Wasserbedarf wird ausschließlich über die Nahrung gedeckt. Nahrung wird sowohl auf der Erdoberfläche als auch von der Erde in Form von Wurzeln und Knollen gesucht. Der Hauptanteil der Nahrung stammt unter der Erde. Für die kalte Jahreszeit legen die Tiere in Vorratskammern umfangreiche Nahrungsvorräte an (Novak, 1999; (Sulentich, Williams & Cameron, 1991).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten von Geomys breviceps ist nicht viel bekannt. Das Paarungsverhalten kann als polygam bezeichnet werden. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr und den Sommer, in der Regel von Ferbruar bis in den August hinein. In einer Saison bringt ein Weibchen nur einen Wurf zur Welt. Man geht davon aus, dass sich die Tragezeit über gut 3 Wochen erstreckt. Ein Wurf besteht aus 2 bis 3 Jungtieren, die im Bau der Mutter zur Welt kommen. Der Nachwuchs ist bei der Geburt nackt, blind und taub und wird im Alter von 5 bis 6 Wochen von der Muttermilch abgesetzt. Kurze Zeit später sind sie selbständig. Die Geschlechtsreife wird im Alter von 90 Tagen erreicht (Novak, 1999; (Sulentich, Williams & Cameron, 1991).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Geomys breviceps gehört heute noch nicht zu den stärker bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als wenig gefährdet (LC, Least Concern) geführt. In der Nähe des Menschen, insbesondere auf landwirtschaftliche Flächen, ist Geomys breviceps nicht gern gesehen, da die Art als Schädling angesehen wird. Dabei sind die Tiere durchaus nützliche Tiere, die vor allem für die Belüftung des Bodens sorgen. Dadurch steigt die Fruchtbarkeit der Böden deutlich an. Insbesondere wird auch durch den Wurzelfrass das Pflanzenwachstum angeregt. Die größte Gefahr geht heute von der exzessiven Landwirtschaft aus. Ein weiteres großes Problem stellt die Ausbringung von Rodentiziden dar. Rodentizide sind chemische Mittel zur Bekämpfung von Nagetieren (IUCN, 2012).

Synonyme

Nach Wilson & Reeder, 2005, ist die Art unter zahlreichen nicht mehr gültigen Synonymen bekannt. Dies sind brazensis Davis, 1938, dutcheri Davis, 1940, ludemani Davis, 1940, pratincolus Davis, 1940 und terricolus Davis, 1940.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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