Gescheckte Wüstenspitzmaus

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Gescheckte Wüstenspitzmaus
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Spitzmausartige (Soricomorpha)
Familie: Spitzmäuse (Soricidae)
Unterfamilie: Weißzahnspitzmäuse (Crocidurinae)
Gattung: Diplomesodon, Brandt, 1852
Art: Gescheckte Wüstenspitzmaus
Wissenschaftlicher Name
Diplomesodon pulchellum
(Lichtenstein, 1823)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Gescheckte Wüstenspitzmaus (Diplomesodon pulchellum) gehört innerhalb der Familie der Spitzmäuse (Soricidae) zur monotypischen Gattung Diplomesodon. Im Englischen wird die Art Piebald Shrew genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt. Die Gescheckte Wüstenspitzmaus ist auch unter dem Synonym D. pallidus (Heptner, 1938) bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gescheckte Wüstenspitzmaus ist eher klein und erreicht eine Körperlänge von 54 bis 76 mm, eine Schwanzlänge von 21 bis 31 mm sowie ein Gewicht von 7 bis 13 g. Die Fellfärbung ist eher ungewöhnlich. Dorsal zeigt sich eine aschgraue Färbung, wobei der hintere Teil des Rückens einen großen weißen und oval geformten Fleck aufweist. Ventrolateral und ventral ist das Fell ebenfalls weißlich gefärbt. Auch die Füße und der Schwanz sind weißlich. Das Fell ist kurz, dick und weich, die einzelnen Haare sind an der Basis grundsätzlich gräulich gefärbt. Im Bereich der Schnauze zeigen sich lange Tasthaare, die sogenannten Vibrissen, die der Orientierung (Tastsinn) dienen. Die Füße und die Zehen sind vollständig mit langen, flexiblen Haaren versehen. Die Ohren sind groß und liegen weit hinten am Schädel. Die Augen sind ausgesprochen klein und liegen mittig, seitlich am Schädel (Nowak, 1999).

Lebensweise

Gescheckte Wüstenspitzmäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv. Am Tage ruhen die Tiere in ihren Bauten, bei denen es sich meist um die Bauten kleinerer Nagetiere (Rodentia) handelt. Ist kein Erdbau vorhanden, so ziehen sich die Tiere unter lockeren Sand zurück. Sie gelten als ausgezeichnete Gräber. Harte Böden werden jedoch strikt gemieden. Wie alle Spitzmäuse haben auch Gescheckte Wüstenspitzmäuse einen hohen Grundumsatz. In ihren aktiven Zeit sind die Tiere daher stets auf der Suche nach Nahrung. Die Art lebt einzelgängerisch, die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander (Nowak, 1999).

Verbreitung

Die Gescheckte Wüstenspitzmaus ist in Kazakhstan, Uzbekistan, Turkmenistan und in Teilen Russlands endemisch. Die Art besiedelt Sandwüsten und Halbwüsten. Zu den typischen Pflanzen in diesem Lebensraum gehören Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae) wie Saxaul (Haloxylon ammodendron) (Nowak, 1999; IUCN, 2011).

Biozönose

Die Tiere leben in Nahrungs- und Lebensraumkonkurrenz zu anderen Arten wie dem Langohrigel (Hemiechinus auritus) oder Wimperspitzmäuse (Crocidura) wie der Gartenspitzmaus (Crocidura suaveolens). Zu den natürlichen Feinden zählen insbesondere Eulen (Strigiformes) (Nowak, 1999).

Ernährung

Die Art ernährt sich im Wesentlichen von Insekten (Insecta), deren Larven sowie zu einem kleinen Teil von Wirbeltieren (Vertebrata) wie Eidechsen (Lacertidae). Ameisen (Formicoidea) werden besonders häufig gefressen. Auch Aas wird nicht verschmäht (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Gescheckte Wüstenspitzmäuse pflanzen sich von März bis in den Oktober fort, wobei die Kernzeit zwischen April und August liegt. Während dieser Zeit kommt es zu 2 bis 3 (2) Würfen. Nach einer Tragezeit von 18 bis 28 Tagen bringt ein Weibchen in ihrem Bau 4 bis 5 Jungtiere zur Welt. Diese sind bei der Geburt nackt und blind. Bereits im Alter von gut 4 Wochen ist der Nachwuchs selbständig. Die Geschlechtsreife wird im Alter von 3 bis 4 Monaten erreicht. Die Lebenserwartung ist unbekannt (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Gescheckte Wüstenspitzmäuse sind wie alle Spitzmäuse ein wichtiger Teil in einem intakten Ökosystem. Zum einen dienen die Tiere verschiedenen natürlichen Feinden als Nahrung, zum anderen vertilgen sie in ihrem Lebensraum große Mengen an Schadinsekten. In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes gilt die Gescheckte Wüstenspitzmaus als nicht gefährdet. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Über Gefährdungsfaktoren ist nichts bekannt (Nowak, 1999; IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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