Gewächshausspinne

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Gewächshausspinne
Weibchen mit Eikokon

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Haubennetzspinnen (Theridiidae)
Gattung: Achaearanea
Art: Gewächshausspinne
Wissenschaftlicher Name
Achaearanea tepidariorum
(Koch, 1841)

Die Gewächshausspinne (Achaearanea tepidariorum), auch unter dem Synonym Parasteatoda tepidariorum bekannt, zählt innerhalb der Familie der Haubennetzspinnen (Theridiidae) zur Gattung Achaearanea.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Gewächshausspinne gehört mit einer Körperlänge von 3,5 bis 4 Millimeter beim Männchen und 4,5 bis 7 Millimeter beim Weibchen zu den größten mitteleuropäischen Kugelspinnen. Der Hinterkörper ist, wie für die Gattung Achaearanea typisch, etwas höher als lang. Die Grundfärbung ist graugelblich bis hellbraun und mit einer unregelmäßigen, dunklen Fleckenzeichnung versehen. Das Männchen und das Weibchen unterscheiden sich kaum. Das Männchen ist meist rötlicher in der Färbung und zeigt keine deutliche Ringelung der Beine. Der Rückenschild weist eine mittelbraune bis dunkelbraune sowie glänzende Färbung auf. Der Hinterleib ist grünlichbraun bis rötlichbraun und mit hellen Schrägstreifen von unterschiedlicher Breite sowie mit einem dunkleren Mittelband in der vorderen Hälfte versehen. Im Allgemeinen sind die Beine grünlichbraun und graubraun geringelt. Die Hintertarsen sind beborstet und tragen unterseits eine regelmäßige Reihe kammartig gezähnter Borsten. Dieses Merkmal besitzen aber auch die Höhlenspinnen (Nesticidae).

Lebensweise

Gewächshausspinne - Weibchen mit Eikokon
vergrößern
Gewächshausspinne - Weibchen mit Eikokon

Die Gewächshausspinne ist ein regelrechter Kulturfolger. Sie benötigt Wärme sowie Feuchtigkeit und hält sich fast ausschließlich in Gewächshäusern, daneben auch in Kellern, Lagerräumen sowie in Tierställen auf und ist fast das ganze Jahr über anzutreffen. Das ziemlich große Netz der Gewächshausspinne besteht aus einem lockeren Fadenteppich, von dem aus einzelne Fäden nach unten ziehen. Diese sind nur im unteren Bereich mit Klebtropfen bestückt. Die graubraunen Eikokons haben eine etwa birnenförmige Gestalt und werden im Netz aufgehängt.

Verbreitung

Die Gewächshausspinne hält sich vorzugsweise in beheizten Gebäuden, etwa in Gewächshäusern, Kellern und in Lagerräumen auf. In warmen Gebieten trifft man sie auch im Freiland an Baumstämmen und an Mauern an. Die ursprünglich in den Tropen heimische Art breitet sich in letzter Zeit offenbar zunehmend auch in Mitteleuropa aus.

Ernährung

Die Gewächshausspinne ernährt sich von kleinen weichhäutigen Insekten (Insecta). Ihre Beute fängt sie mit ihrem Haubennetz. Die darin befindlichen klebrigen Fäden fangen ein Insekt und hindern es an der Flucht. Die Jungspinnen fressen gemeinsam mit dem Weibchen an der Beute, werden aber nicht von dem Weibchen gefüttert. Wenn die Spinne ein Beutetier überwältigt hat, vollführt sie streichende Bewegungen im Netz und lockt dadurch die Jungspinnen zur Beute. Durch Zupfen kann sie umgekehrt auch Warnsignale abgeben, worauf die Jungspinnen zurück in den Schlupfwinkel flüchten. Das Haubenspinnen-Netz dient hier offensichtlich als Kommunikationsmittel zwischen dem Weibchen und den Jungspinnen, ähnlich wie auch das Trichternetz bei Coelotes.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor den Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Die Paarungszeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Der Eikokon weist eine braune bis graubraune Färbung auf und hat eine etwa birnenförmige Gestalt. Dieser wird im Netz aufgehängt und ist inmitten von Erde kaum auszumachen. Als Teil der Brutpflege schützt das Weibchen im folgenden den Kokon. Nach dem Schlupf verbleiben die Jungspinnen noch einige Zeit im Netz des Weibchens, bevor sie in die Selbständigkeit entlassen werden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
  • Stefan Heimer, Wunderbare Welt der Spinnen, Landbuch-Verlag, 1988, Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1988 ISBN 3-7842-0382-0
  • Rainer F. Foelix, Biologie der Spinnen, Thieme, 1979 ISBN 313575801X
  • Platnick, Norman I. (2008): The world spider catalog, version 8.5. American Museum of Natural History.
'Persönliche Werkzeuge