Goffinkakadu

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Goffinkakadu

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Papageien (Psittaciformes)
Familie: Kakadus (Cacatuidae)
Gattung: Eigentliche Kakadus (Cacatua)
Art: Goffinkakadu
Wissenschaftlicher Name
Cacatua goffiniana
(Finsch, 1863)

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Der Goffinkakadu (Cacatua goffiniana) zählt innerhalb der Familie der Kakadus (Cacatuidae) zur Gattung der Eigentlichen Kakadus (Cacatua). Im Englischen wird der Goffinkakadu tanimbar corella, tanimbar cockatoo, goffin's cockatoo oder goffin's corella genannt. Dieses Taxon wird von einigen Autoren als Subspezies von Cacatua sanguinea (sensu-lato) betrachtet. Ferner wurde die Art in mehrere Spezies gesplittet: Cacatua goffiniana, Cacatua sanguinea und Cacatua pastinator. Es gibt keine bekannten Unterarten, demnach ist die Art monotypisch. Die Unterart Cacatua goffiniana tanimberensis Roselaar & Prins, 2000 gilt als ungültig.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Goffinkakadu erreicht eine Körperlänge von etwa 30,0 bis 31,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 300,0 bis 400,0 Gramm. Wie alle Familien aus der Familie der Kakadus (Cacatuidae) weist auch der Goffinkakadu eine erektile Haube auf, die mit kleinen roten Federn versehen ist. Sein Körper ist in erster Linie mit weißen Federn bedeckt. Zwischen dem Schnabel und den Augen zeigen sich lachsfarbene, orangefarbene oder rosafarbene Federn. Je tiefer die proximalen Kammfedern und Halsfedern reichen, um so intensiver wird die rosafarbene Tönung der Federn. Aber die Färbung wird hier durch die weiße Farbe der oberflächlichen (distalen) Federpartien überwiegend verdeckt. Die Unterseite der Flügel und der Schwanzfedern weisen eine gelbliche Färbung auf. Der federlose Bereich um die Augen ist von einer blauen oder hellgrauen Zeichnung. Der Schnabel ist von einer hellgrauen bis elfenbeinfarbene Tönung. Zwischen den Geschlechtern besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Nur die Iris der Augen weist bei beiden Geschlechtern eine unterschiedliche Färbung auf. Bei dem Männchen ist die Iris schwarz gefärbt, während bei dem Weibchen die Iris eine rötlich-braune Tönung aufweist. Ansonsten ähneln sich die Geschlechter in der Gefiederfärbung. Der Goffinkakadu kann leicht mit dem Nacktaugenkakadu (Cacatua sanguinea) aufgrund ihres ähnlichen Aussehens verwechselt werden. Die maximale Lebensdauer beträgt etwa 18,3 Jahre.

Lebensweise

Goffinkakadu
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Goffinkakadu

Der Goffinkakadu lebt auf Banda Sea Islans von Yamdena und Larat (Tanimbar) mit einer eingeführten Population auf den Kai-Inseln oder Kei-Inseln (befinden sich im südöstlichen Bereich der Molukken in der indonesischen Provinz Maluku). Der Goffinkakadu bewohnt die Wälder und die angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzflächen. In den 1980er Jahren stieg die Zahl der gefangenen Vögel für den Handel und in einigen Jahren lag die Zahl sogar bei 10.000 Vögeln und es gab Befürchtungen für die Sicherheit dieser Spezies. Die Gesamtpopulation liegt schätzungsweise bei 300.000 bis 400.000 Individuen. Der Verlust des Lebensraumes schreitet im Süden von Yamdena weiter voran, kombiniert mit anhaltender illegaler Gefangennahme der Vögel für den nationalen und internationalen Handel. Die Art wird auch in CITES Anhang I (1992) geführt.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Goffinkakadu in Indonesien vor. Eingeführt wurde der Goffinkakadu auf Puerto Rico und in Singapur. Der Goffinkakadu bewohnt folgende Lebensräume: Subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, Ackerflächenb, Weiden, ländliche Gärten sowie subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder.

Ernährung

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Goffinkakadu

Der Goffinkakadu ist ein geselliger Papagei, der in großen Gruppen von etwa 300 Vögeln oder auch paarweise auftritt. Die Schlafbäume befinden sich meistens im Wald in der Nähe von Gewässern. In der Morgendämmerung fliegen sie zu ihren Nahrungsquellen. Besonders aktiv sind sie am frühen Morgen und am späten Nachmittag. Sie suchen ihre Nahrung sowohl auf dem Boden als auch in den Bäumen. Zum Nahrungsspektrum zählen unter anderem Früchte, Grassamen, Nüsse, Beeren und Blüten. Auch kleine Insekten (Insecta) und deren Larven werden gelegentlich verzehrt. Normalerweise stellen wild lebende Goffinkakadus keine Werkzeuge her, aber in Gefangenschaft kann man dieses Verhalten einiger Goffinkakadus beobachten.

Fortpflanzung

Die partnerliche Beziehung ist wie bei allen Papagei-Arten sehr stark und scheint für einen Leben lang zu halten. Jahr für Jahr suchen die Partner die gleichen Nistplätze auf. Vor der eigentlichen Paarung kommt es zu einem ausgiebigen Paarungsritual, bei dem sich die Vögel beknabbern und ausgesprochen zärtlich miteinander umgehen. Dieses Verhalten stärkt die sozialen Bande unter den Geschlechtspartnern. Als Paarungs- und Brutplatz wird eine Höhle in hohen Bäumen aufgesucht. Hier erfolgt auch die eigentliche Verpaarung. Das Weibchen legt zwischen zwei bis drei weiße Eier, die von beiden Elternteilen über einen Zeitraum von etwa 25 Tagen ausgebrütet werden. Die Inkubation hängt von den klimatischen Bedingungen ab. Auch an der Aufzucht der Jungen sind beide Elternteile beteiligt. Die Jungvögel werden überwiegend mit Insekten (Insecta) und deren Larven gefüttert. Nach etwa 62 Tagen sind die Jungvögel flügge. Sie bleiben aber noch etwa vier Wochen bei den Eltern bevor sie mit rund vier Monaten ausfliegen. Danach schließen sich die Elternvögel sowie die Jungvögel einer Gruppe an.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN scheint die Spezies eine große Population aufzuweisen, trotz Fallenstellen als Käfigvogel für den nationalen und internationalen Handel. Allerdings führen die Zerstörung von Lebensräumen, das fortgesetzte illegale Einfangen und die Verfolgung dieser Art zu einem mäßig schnellen Rückgang der Population bei und wird aufgrud dessen in der Roten Liste der IUCN als gering gefährdet geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Dathe: Handbuch des Vogelliebhabers Bd. 1 - Berlin, VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag. 1986 Lizensnummer 101-175/97/83
  • Prof. Dr. Dr. h. c. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X
  • Kakadus - Robiller, Franz - Urania Verlag, 1992 - ISBN 3332005049
  • Kakadus - Lantermann, Werner - GU-Verlag, 1988 - ISBN 3774234493
  • Kakadus - Hoppe, Dieter - Ulmer, 1986 - ISBN 3800171554
  • Kakadus - Diefenbach, Karl - Horst Müller Verlag, 1982 - ISBN 3923269064
  • Kakadus und ihre Welt - Strunden, Hans - Hort Müller Verlag, 1989 - ISBN 3923269307

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