Goldregenpfeifer

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Goldregenpfeifer

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Regenpfeifer (Charadriidae)
Gattung: Pluvialis
Art: Goldregenpfeifer
Wissenschaftlicher Name
Pluvialis apricaria
Linnaeus, 1758

Der Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) zählt innerhalb der Familie der Regenpfeifer (Charadriidae) zur Gattung Pluvialis. Der Goldregenpfeifer wurde im Jahre 1975 zum Vogel des Jahres gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Goldregenpfeifer erreicht eine Körperlänge von 28 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 67 bis 87 Zentimeter sowie ein Gewicht von 150 bis 200 Gramm. Während der Brutzeit ist das Gefieder oberseits bräunlich bis goldgelb gefärbt. Dabei zeigt sich auf dem Rücken, dem Nacken und dem Oberkopf eine facettenreiche Tüpfelung aus hellen Punkten. Die Körperseiten, insbesondere unterhalb der Flügel sind weißlich gefärbt. Von der Stirn erstreckt sich ein breites weißes Band bis zu den Schultern. Die Bauchseite ist dunkelbraun bis fast schwarz gefärbt. Das Wintergefieder ist einheitlich bräunlich gefärbt. Insbesondere auf der Oberseite zeigt sich im Winter eine goldgelbe bis gräuliche Sprenkelung. Der Schnabel und die Extremitäten sind dunkelbraun gefärbt.

Verbreitung

Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über Großbritannien, Skandinavien und das Nordwestliche Russland. Die nördlichen Populationen ziehen zum Winter hin an die Küsten von Westeuropa oder in den Mittelmeerraum. Der natürliche Lebensraum ist die Tundra sowie Heidegebiete und Moore mit niedriger Vegetation. In den Winterquartieren sieht man sie auch auf Feldern und Wiesen. In Deutschland brüten aktuell keine Goldregenpfeifer, hier gelten sie nur als Durchzügler.

Prädatoren

In ihrem natürlichen Lebensraum haben Goldregenpfeifer eine Menge Feinde. Den erwachsenen Tieren können insbesondere Greifvögel wie Falken aber auch Katzen und Füchse gefährlich werden. Für die noch nicht flugfähigen Küken und Jungvögel stellen vor allem Greifvögel, Möwen, Reiher, Krähen und ähnliche Räuber eine Gefahr dar. Auf die Eier haben es insbesondere marderartiger Räuber, Waschbären, Füchse, Krähen und Raben sowie Reiher und Möwen abgesehen.

Ernährung

Der Goldregenpfeifer ernährt sich hauptsächlich von wirbellosen Tiere wie Insekten und deren Larven sowie von Würmern und Schnecken, die auf dem Erdboden erbeutet werden. Gelegentlich werden auch Sämereien und Pflanzenteile augenommen. Während der Nahrungssuche stöbern Goldregenpfeifer teils hüpfend oder schnell trippelnd durch ihren Lebensraum und picken mit schnellen Bewegungen Beutetiere auf. Beim Aufspüren der Beutetiere wird insbesondere der gut entwickelte Sehsinn eingesetzt.

Fortpflanzung

Der Goldregenpfeifer erreicht die Geschlechtsreife mit etwa zehn bis zwölf Monaten. Im März oder Anfang April kommen die ersten Goldregenpfeifer aus den Winterquartieren zurück. Die Paarungs- und Brutzeit schwankt je nach Verbreitungsgebiet. Jedoch beginnt die Paarungszeit meist im zeitigen Frühjahr, in der Regel ab April. Die Brutzeit kann sich dabei durchaus bis in den Juni hineinziehen. Pro Jahr kommt es zu einem Gelege, bei Gelegeverlust ist jedoch ein kleineres Nachgelege möglich. Das Nest befindet sich auf sandigem Untergrund an geschützter Stelle in der Vegetation in einer einfachen Bodenmulde, die mit Pflanzenteilen ausgepolstert wird. Das Weibchen legt durchschnittlich vier Eier, die von beiden Partner über einen Zeitraum von 28 bis 30 Tagen ausgebrütet werden. Die Eier weisen eine Größe von 52 mal 35 Millimeter auf. Die Brutdauer hängt vom Verbreitungsgebiet ab. Bereits kurz nach dem Schlupf verlassen die Jungvögel als Nestflüchter ihr Nest und folgen ihren Eltern. Sie ernähren sich von Anfang an selbständig, sie werden allerdings von den Elternvögeln geführt. In Nordeuropa liegt der durchschnittliche Bruterfolg bei rund zwei bis drei Vögeln je Gelege. Die Flugfähigkeit erreichen die Jungvögel mit vier bis fünf Wochen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. hc Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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