Graugebänderte Königsnatter

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Graugebänderte Königsnatter

Systematik
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Colubrinae
Gattung: Königsnattern (Lampropeltis)
Art: Graugebänderte Königsnatter
Wissenschaftlicher Name
Lampropeltis alterna
Garman, 1884

Die Graugebänderte Königsnatter (Lampropeltis alterna), die auch Alterna-Königsnatter genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zur Gattung der Königsnattern (Lampropeltis).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Graugebänderte Königsnatter ist eine mittelgroße Natter und erreicht eine durchschnittliche Länge von 80 bis 90 Zentimeter. Längen von über 100 Zentimeter sind möglich, jedoch eher selten. Männchen lassen sich leicht durch den etwas längeren Schwanz von den Weibchen unterscheiden. Der Kopf weist eine leicht dreieckige Form auf, die großen Augen sitzen seitlich, weit vorne am Schädel. Die großen Augen lassen auf eine überwiegende Nachtaktivität schließen. Die Beschuppung ist glatt und nur wenig gekielt. Die Färbung des Schuppenkleides unterscheidet sich je nach Unterart und Vorkommen teilweise erheblich, man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Farbmorphen. Die Grundfärbung ist zumeist grau. Mehr oder weniger breite Bänder ziehen sich über den gesamten Körper bis zur Schwanzspitze. Je nach Vorkommen oder Unterart kann es sich um schwarze, recht schmale Bänder handeln, die leicht weißlich gesäumt sind. Es sind jedoch auch Populationen mit breiten orangeroten Bändern bekannt. An diese orangeroten Bänder schließt sich dann je ein schwarzes und graues Band an,
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wobei die gräulichen Bänder weißlich gesäumt sind. Bei anderen Populationen können sich auf einer gräulichen Grundfärbung schmale schwarze und orangerote Bänder (in Form von Sattelflecken) zeigen. In Nacken- und oberen Halsbereich können sich rötliche und schwarz eingefasste Sattelflecken befinden. Der Kopf ist in der Regel einfarbig und zeigt nur eine leichte schwarze Fleckung. Vom Auge bis in den Nacken erstreckt sich ein schwarzer Streifen. Albinistische Farbvariationen sind nicht bekannt, melanistische Farbvariationen treten zumindest bei wild lebenden Tieren häufiger auf. Es kann also durchaus zu fast völlig schwarzen Farbvariationen kommen. Selbst innerhalb eines Geleges kann es zu unterschiedlichen Färbungen kommen. Ob die melanistischen Farbvariationen eine genetische oder klimatische Ursache haben, ist nicht bekannt.

Lebensweise

Graugebänderte Königsnatter leben wie fast alle Schlangen einzelgängerisch und meiden die Nähe zu Artgenossen. Sie sind zudem ausgesprochen nacht- und dämmerungsaktiv. In Höhenlagen von 1.500 Metern oder mehr sind sie teilweise auch am Tage zu beobachten. In der Regel beginnt die Aktivität jedoch erst kurz nach Sonnenuntergang. Die Geschlechter treffen nur kurz während der Paarungszeit aufeinander. Bei Gefahr sondern Graugebänderte Königsnattern ein übelriechendes Sekret über Analdrüsen ab. Ansosten versuchen sie bei Gefahr eher zu flüchten. Während der kalten Jahreszeit halten Graugebänderte Königsnattern eine mehrmonatigen Winterruhe. Dazu suchen sie frostsichere Plätze wie Felsnischen, Felshöhen, unterhöhlte Steine oder ähnliche Plätze auf.

Unterarten

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Verbreitung

Graugebänderte Königsnatter bewohnen den äußersten Südwesten der USA sowie das nördliche Mexiko. In den USA wird nur das südliche Texas besiedelt, in Mexiko die Bundesstaaten Coahuila, Durango und Chihuahua. Graugebänderte Königsnattern leben hauptsächlich in trockenen und felsigen Habitaten wie Wüsten und Steppen sowie in lichten Wäldern, an deren Rändern, in mit Akazienbüschen durchsetztem Buschland und in felsigem Hügelland. Sonnige Hänge werden bevorzugt besiedelt. In Höhenlagen sind sie bis in Höhen von gut 1.800 Metern anzutreffen. Nicht selten leben Graugebänderte Königsnattern auch in unmittelbarer Nähe zu Flüssen wie dem Pecos oder dem Rio Grande.

Prädatoren

Graugebänderte Königsnattern stehen zwar weit oben in der Nahrungskette, dennoch werden auch sie von einigen Fleischfressern gejagt. Zu den natürlichen Feinden adulter Graugebänderter Königsnattern gehören unter anderem Wildkatzen (Felis silvestris), Nordamerikanische Katzenfrette (Bassariscus astutus), Streifenskunks (Mephitis mephitis), Kojote (Canis latrans), Nordamerikanische Waschbären (Procyon lotor), Silberdachs (Taxidea taxus), Greifvögel (Falconiformes), Rotfüchse (Vulpes vulpes), Graufüchse (Urocyon cinereoargenteus) und andere Schlangen (Serpentes). Jungschlangen werden vor allem von Greifvögeln (Falconiformes), Eulen (Strigiformes) und räuberisch lebenden Vögeln gefressen. Oftmals werden Graustreifen-Königsnattern auch in ihren Winterquartieren von Fleischfressern aufgespürt und gefressen.

Ernährung

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Die Graugebänderte Königsnatter ernährt sich hauptsächlich von kleineren Echsen (Lacertilia), jedoch werden bei Gelegenheit auch Nagetiere (Rodentia) gefressen. Weit oben auf der Speisekarte stehen beispielsweise Westliche Stachelleguane (Sceloporus occidentalis), andere Stachelleguane (Sceloporus), Rennechsen (Cnemidophorus), Taubleguane (Holbrookia), Halsbandleguane (Crotaphytus), Seitenfleckleguane (Uta), Baumleguan (Urosaurus). Hin und wieder werden auch Frösche wie Hyla arenicolor erbeutet. Graugebänderte Königsnatter ernähren sich nicht selten kannibalistisch. Frisch geschlüpfte Jungschlangen werden nicht selten von Erwachsenen gefressen. In freier Wildbahn kommt dies jedoch nur selten vor. Auf Nahrungssuche gehen Graugebänderte Königsnattern ausschließlich während der Nacht.

Fortpflanzung

Graugebänderte Königsnattern erreichen die Geschlechtsreife mit gut zwei bis drei Jahren. Die Geschlechter sind gut auseinander zu halten, da das Männchen über einen etwas längeren Schwanz verfügt. Dieses ist jedoch nur im direkten Vergleich zu erkennen. In den natürlichen Verbreitungsgebieten treten die Geschlechter zumeist im Verhältnis 1:1 auf und trifft im wesentlichen auch auf das Schlupfverhältnis der Geschlechter zu. Die Paarungszeit beginnt kurz nach der Winterruhe. Dies ist in den meisten Verbreitungsgebieten ab Ende März bis Mitte April der Fall. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen zu ritualisierten Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit einem Weibchen. Ein Kommentkampf erstreckt sich etwa über fünf Minuten endet grundsätzlich mit der Unterordnung des unterlegenen Kontrahenten. Die Kopulation findet unmittelbar nach einem Kommentkampf statt (Murphym, Brecke et al. 1978) und erstreckt sich über einen Zeitraum von 10 bis 15 Minuten. Bei der Kopulation kommt es zu einer inneren Befruchtung. Graugebänderte Königsnatter gehören zu den eierlegenden Schlangen. Das Weibchen legt ihre Eier an geschützter Stelle vier Wochen nach der Kopulation ab. Ein Gelege besteht je nach Alter und Ernährungszustand eines Weibchens aus zwei 4 bis 13 Eiern. Die weiße Schale ist lederartig, die Eier weisen eine Länge von 31 bis 41 Zentimeter auf. Die Inkubation erstreckt sich über 70 bis 80 Tage. Die Schlüpflinge weisen eine Körperlänge von gut 24 Zentimeter auf. In der ersten Zeit ernähren sie sich vom Dottervorrat, später fressen sie überwiegend kleine Echsen. Im Alter von gut 10 Tagen erfolgt die erste Häutung. In Gefangenschaft kann eine Graugebänderte Königsnatter ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen. Die Lebenserwartung in Freiheit dürfte deutlich darunter liegen.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Links

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