Graukatze

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Graukatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Katzen (Felidae)
Gattung: Felis
Art: Graukatze
Wissenschaftlicher Name
Felis bieti
Milne-Edwards, 1892

IUCN-Status
Vulnerable (VU) - IUCN

Die Graukatze (Felis bieti) zählt innerhalb der Familie der Katzen (Felidae) zur Gattung Felis. Im Englischen wird die Graukatze Chinese Desert Cat oder Chinese Mountain Cat genannt. Einige Forscher sehen die Graukatze als Unterart der Wildkatze (Felis silvestris) und führen sie als Felis silvestris bieti.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die recht große und stämmig gebaute Graukatze erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Körperlänge von 70 bis 84 Zentimeter, eine Standhöhe von gut 25 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 30 bis 40 Zentimeter sowie ein Gewicht von 4,5 bis 9,0 Kilogramm. Weibchen bleiben ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Die Extremitäten sind im Verhältnis zum Körper relativ kurz, was das plumpe Aussehen unterstreicht. Das dichte Fell weist im Sommer eine dunkelbraune Färbung auf, zum Winter hin hell das Fell deutlich auf und es zeigt sich eine überwiegend gräuliche Färbung. Horizontale Streifen in unterschiedliche Größe und meist in einer dunklen oder hellen Färbung überziehen den Körper. Die Streifen setzen sich auch an den Extremitäten und im Gesichtsfeld fort. Der lange und buschige Schwanz weist mehrere, meist um die fünf, dunkelbraune bis schwarzbraune Bänder auf. Die Ohren sitzen weit hinten leicht seitlich am Schädel und sind meist gelblichbraun gefärbt und kurz behaart. Ihre Länge beträgt etwa 2 Zentimeter. Aufgrund der ungastlichen Lebensräume zeigt sich zwischen den Zehen und auf der Lauffläche eine dichte Behaarung, die die Füße vor Kälte schützt.

Lebensweise

Insgesamt ist über die Lebensweise dieser Katzen nur wenig bekannt. Dies liegt vor allem an der verschwiegenen Lebensweise. Graukatzen leben einzelgängerisch und sind hauptsächlich in der Nacht aktiv. Hin und wieder, vor allem im Frühjahr und Sommer, kann man sie gelegentlich auch in der Dämmerung beobachten. Die Geschlechter treffen nur während der Paarungszeit aufeinander und trennen sich kurz nach der Kopulation wieder. Um die Aufzucht des Nachwuchses kümmert sich ausschließlich das Weibchen. Während der Ruhephase halten sich Graukatzen in Erdbauten auf. Hier bringen Weibchen auch ihren Nachwuchs zur Welt.

Unterarten

Verbreitung

Graukatzen sind in einer kleinen Region im westlichen bis zentralen China, nördlich des Himalaya endemisch. Diese Region liegt in der chinesischen Provinz Qīnghǎi (Qinghai , "Blaues Meer") und im südlichen Gansu. Kleinere Populationen sind auch aus dem nördlichen Sìchuān (Sichuan, "Vier Flüsse") bekannt. Felsige Regionen, Hochlandsavannen, alpine Wiesen. Lichte Nadelwälder und die Ränder von Wüsten und Steppen gehören zu den natürlichen Lebensräumen. In Höhenlagen sind die Tiere in Hochgebirgen bis in Höhen von nahezu 4.000 Metern anzutreffen. Die Lebensräume sind durch einen spärlichen Pflanzenbewuchs gekennzeichnet.

Ernährung

Auf der Speisekarte der Graukatze stehen hauptsächlich verschiedene Nagetiere (Rodentia) wie beispielsweise Pfeifhasen (Ochotonidae), Blindmulle (Myospalax) und Wühlmäuse (Arvicolinae). Hin und wieder werden auch mittelgroße bis große Vögel (Aves) erbeutet. Nagetiere werden nicht nur an der Erdoberfläche gejagt, sondern auch aktiv aus den Nagerbauten gegraben. Die Orientierung bei der Nahrungssuche erfolgt hauptsächlich über das Gehör.

Fortpflanzung

Über das Paarungsverhalten in Freiheit ist sehr wenig bekannt. Graukatzen sind standorttreue Einzelgänger. Die Geschlechter beansprucht ein sehr großes Revier, das sich mit anderen Artgenossen überschneiden kann, wobei sich die Geschlechter nur während der Paarungszeit begegnen. Die Graukatze markiert ihr Territorium mit Duftmarken und Kratzspuren an Bäumen und Sträuchern. Die Paarungszeit erstreckt sich von Januar bis in den März hinein. Während der Ranzzeit kann es zwischen den Männchen, die um die Gunst des Weibchen werben, zu erbitterten Kämpfen kommen. Nach der Paarung trennen sich die beiden Partner und die Aufzucht der Jungen übernimmt ausschließlich das Weibchen. Ein Weibchen bringt in ihrem Erdbau nach einer Tragezeit von etwa 68 Tagen zwischen Mai und Juni zwei bis vier blinde, behaarte Junge zur Welt. Die Jungen werden auch als Welpen bezeichnet. Ihre Augen öffnen die Jungtiere im Alter von zehn bis zwölf Tagen. Die Welpen werden etwa vier Monate lang gesäugt. Danach werden sie langsam an feste Nahrung wie Mäusen gewöhnt. Mit etwa sieben bis acht Monaten sind die jungen Katzen selbstständig und suchen sich ein eigenes Revier. Die Lebenserwartung der Graukatzen ist unbekannt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass sie eine Lebenserwartung ähnlich den Wildkatzen haben. Dies ist in der Wildnis 10 bis 16 Jahre.

Gefährdung und Schutz

Die Graukatze gilt heute als gefährdet. Daher wird die Art als solches in der Roten Liste der IUCN geführt. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Graukatze in Anhang II unter Schutz. In weiten Teilen des Verbreitungsgebietes stellt der Mensch den Katzen wegen des Felles nach. In der Regel werden die Katzen mit Giftködern erlegt. In der Vergangenheit sind viele Graukatzen ums Leben gekommen, da sie vergiftete Pfeifhasen (Ochotonidae) gefressen hatten. Pfeifhasen stellen sich als Plage heraus und wurden mit Gift bekämpft. Dadurch gelangte das Gift auch in die Graukatzen. Als Gift wurde insbesondere das hochtoxische Zinkphosphid eingesetzt. Im Jahre 1978 wurde der Einsatz von Zinkphosphid untersagt, da erkannt wurde, dass das Gift auch andere Tiere wie Vögel, andere Säugetiere und Fische tötet. Bis heute hat sich die Art davon nicht erholt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Links

'Persönliche Werkzeuge