Große Heidelibelle

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Große Heidelibelle

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Libellen (Odonata)
Teilordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Familie: Segellibellen (Libellulidae)
Gattung: Heidelibellen (Sympetrum)
Art: Große Heidelibelle
Wissenschaftlicher Name
Sympetrum striolatum
(Charpentier, 1840)

Die Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum) gehört als Großlibellenart innerhalb der Familie der Segellibellen (Libellulidae) zur Gattung der Heidelibellen (Sympetrum). Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Große Heidelibelle erreicht eine Körperlänge von 40 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von 60 bis 70 Millimeter. Sie ist leicht mit der Blutroten Heidelibelle und der Gemeinen Heidelibelle zu verwechseln. Dennoch zeigen sich deutliche Unterschiede. Der Kopf, der Thorax und das Abdomen weisen beim Männchen eine rötliche Färbung auf. Das Weibchen ist gelbgold bis zu einem gelblichen Braun gefärbt. Die Färbung ist bei ihr mit schwarzen Markierungen durchzogen. Die hinteren Abdomenelemente weisen bei beiden Geschlechtern eine schwarze Markierung auf. Die Beine, und hier unterscheiden sie sich zu den oben genannten Heidelibellen, sind an den oberen Schienen mit gelblichen Längsstreifen versehen.

Lebensweise

Die Männchen sind ausgesprochen territorial. Sie verteidigen aber kein direktes Revier, sondern vielmehr ihren Ansitz. Dabei verjagen sie insbesondere andere Groß- und Segellibellen. Die Flugzeit erstreckt sich meist von Juli bis Oktober.

Verbreitung

Große Heidelibelle - Weibchen
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Große Heidelibelle - Weibchen

Die Große Heidelibelle ist hauptsächlich in Südeuropa verbreitet. Sie tritt aber auch im südlichen Mitteleuropa auf. Die Große Heidelibelle bevorzugt vegetationsreiche stehende Gewässer wie Seen, Tümpel und Fischteiche. Hier und da ist sie auch in Mooren und Sumpfgebieten anzutreffen. Sie kommt nur im Tiefland vor, in Höhenlagen ist sie nicht anzutreffen. Die Flugzeit dieser tagaktiven Libellenart erstreckt sich über die Monate Juli bis Oktober.

Ernährung

Als Ansitzjägerin wartet die Große Heidelibelle an sonniger, exponierter Stelle auf ihre Beute. Sie erbeutet kleine Insekten aus dieser Ansitzwarte im Flug. Die Jagd auf Beutetiere scheint an keine bestimmte Tageszeit gebunden zu sein, jedoch kommt es am Vormittag und am späteren Nachmittag vermehrt zu Beutezügen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife tritt nach der Reifezeit ein. Die Paarungszeit erstreckt sich über den Spätsommer. Sowohl die eigentliche Paarung als auch die Eiablage erfolgen im Flug. Die Partner fliegen dabei in einer Tandemstellung über das Wasser oder feuchte Untergründe. Durch wippende Bewegungen des Abdomens werden die Eier auf der Wasseroberfläche abgesetzt. Hat die Eiablage begonnen, so trennen sich die Geschlechter und das Weibchen beendet die Eiablage alleine. In der Regel überwintern die Eier, nur selten schlüpfen die Larven noch im gleichen Jahr. In diesem Fall kommt es zu einer zweiten Generation. Nach der Diapause schlüpfen im späten Frühjahr die Larven, die sich am Boden räuberisch ernähren. Sie halten sich dabei meist in geringer Wassertiefe zwischen Wasserpflanzen auf. Das Heranreifen der Larven ist nach 14 bis 16 Wochen abgeschlossen und es erfolgt meist im Juli oder im August der Schlupf der Junglibelle. Diese reift dann in vier bis sechs Wochen zum vollentwickelten und geschlechtsreifen Tier heran.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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