Große Königslibelle

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Große Königslibelle

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Dicondylia
Teilklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Odonatoptera
Ordnung: Libellen (Odonata)
Unterordnung: Epiprocta
Teilordnung: Großlibellen (Anisoptera)
Überfamilie: Aeshnoidea
Familie: Edellibellen (Aeshnidae)
Gattung: Königslibellen (Anax)
Art: Große Königslibelle
Wissenschaftlicher Name
Anax imperator
(Leach, 1815)

Die Große Königslibelle (Anax imperator) gehört als Großlibellenart innerhalb der Familie der Edellibellen (Aeshnidae) zur Gattung der Königslibellen (Anax).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Große Königslibelle gehört zu den größten einheimischen Libellenarten und erreicht eine Körperlänge von bis 80 bis 85 Millimeter sowie eine Flügelspannweite von 90 bis 110 Millimeter. Der Abdomen des Männchens ist überwiegend bläulich gefärbt und weist schwarze Linien oder Muster auf. Diese Markierungen fehlen beim Weibchen völlig. Zudem ist der hintere Abdomen der Weibchen leicht bräunlich statt bläulich gefärbt. Sie verfügt im Gegensatz zum Männchen über eine kräftig ausgebildete Legeröhre. Der Thorax ist bei beiden Geschlechtern leicht grünlich bis blaugrün gefärbt und weist keine weiteren Muster auf. Das Pterostigma, also das Flügelmal, ist bei beiden Geschlechtern schwach bräunlich ausgeprägt und sitzt am äußeren Ende der Flügel. Die Flügel sind mit kleinen Äderchen durchzogen, die ihnen die nötige Stabilität verleihen. Die Flügelpaare sitzen wie die Beinpaare am Brustsegment. Die Große Königslibelle ist aufgrund der Tatsache, daß sie die Flügelpaare unabhängig von einander bewegen kann, zu abrupten Richtungswechseln in der Lage. Sie bewegt ihre Flügel bis zu 30 mal pro Sekunde. Im Fluge wirkt die Libelle meist hecktisch.

Der große Kopf setzt sich deutlich vom Brustsegment ab. Die riesigen Facettenaugen bestehen aus annähernd 30.000 Einzelaugen, den sogenannten Ommatidien. Die Beisswerkzeuge, insbesondere die Mandibeln sind kräftig ausgebildet und verfügen über eine Vielzahl kleiner zahnartiger Auswüchse. Im Vorderen Mundbereich liegt der Labrum, also die Oberlippe sowie an den Maxillen die Unterlippe, der sogenannte Labium. Der Thorax, wie der Brustbereich wissenschaftlich genannt wird, besteht aus drei Segmenten. Der sehr lange Abdomen, der eine gewisse Stabilität im Fluge erzeugt, ist für Libellen typischerweise in acht beweglichen Elementen unterteilt und endet beim Männchen in einer Greifzange, mit der er sich während der Paarung am Weibchen festhalten kann. Die Beine, die der Libelle als Fangapparat dienen, sind kräftig ausgebildet.

Lebensweise

Die Große Königslibelle ist äußerst revierverbunden und vertreibt Artgenossen und auch andere Großlibellen energisch. Nicht selten enden andere Libellen auch als Mahlzeit. Die Flugzeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten zwischen Juni und August.

Verbreitung

Die Große Königslibelle ist in weiten Teilen Europas, insbesondere in Mitteleuropa, verbreitet. Darüber hinaus kommt sie auch im vorderen Orient vor. Sie bevorzugt dabei stehende Gewässer wie Teiche und Tümpel sowie kleinere Seen mit entsprechender Vegetation. Fliessende Gewässer hingegen werden gemieden.

Ernährung

Die Große Königslibelle ernährt sich räuberisch von Insekten wie Mücken, Fliegen und anderen Geflügelten Insekten. Dabei sucht sie ihre Beute nicht von einer Ansitzwarte aus, sondern erbeutet sie mit ihren Fängen im aktiven Flug. Nicht selten erbeutet sie auch andere Libellenarten. Die Larven ernähren sich im Wasser von Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Königslibelle erstreckt sich über die Monate Juli bis August. Die eigentliche Paarung dieser Libellenart beginnt im Fluge und wird meist am Boden fortgesetzt. Der Flug wirkt dabei rüttelartig. Die Paarung kann zwischen einigen Minuten und bis zu zehn Minuten dauern. Die Eiablage erfolgt durch das Weibchen alleine. Mit ihrem Legestachel sticht sie Pflanzenteile knapp unter der Wasseroberfläche an und legt ihre Eier in die geschaffenen Ritzen. Insgesamt werden so um die 20 bis 30 Eier gelegt. Nach vier Wochen schlüpfen die Larven, die fortan am Grund des Gewässern leben. Die Larven ernähren sich räuberisch von Kleinstlebewesen im Wasser. Mit ihrer Fangmaske erbeuten sie ihre Nahrung und zerteilen sie mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen. Die Atmung erfolgt unter Wasser über ein spezielles Gewebe im Enddarm, den sogenannten Rektalkiemen. Die Larven weisen gegen Ende ihrer Entwicklung eine Länge von deutlich über 50 Millimeter auf. Nach einer Entwicklungszeit von knapp zehn bis elf Monaten schlüpfen die Junglibellen im Juni des Folgejahres.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Dreyer & Gerstenberg, Die Libellen, Gerstenberg Gebrueder Verlag, 1986 ISBN 3806720223
  • Heiko Bellmann, Libellen beobachten, bestimmen, Naturbuch Verlag, Augsburg, 1986 ISBN 3894401079
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