Großer Brachvogel

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Großer Brachvogel
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae)
Gattung: Brachvögel (Numenius)
Art: Großer Brachvogel
Wissenschaftlicher Name
Numenius arquata
Linnaeus, 1758
Verbreitungsgebiet

Der Große Brachvogel (Numenius arquata) gehört zur Familie der Schnepfenvögel (Scolopacidae) sowie zur Gattung der Brachvögel (Numenius). Der Große Brachvogel wurde zum Vogel des Jahres 1982 gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Große Brachvogel erreicht eine Körperlänge von 53 bis 58 cm, eine Flügelspannweite von 80 bis 95 cm sowie ein Gewicht von 600 bis 1.000 Gramm. Männchen bleiben etwas kleiner als Weibchen. Außer in der Größe zeigt sich keine nennenswerte Geschlechtsdismorphismus. Das Gefieder ist überwiegend graubraun und weist eine dichte dunkle Streifung auf. Der Bürzel ist weiß, die Bauchseite ist deutlich heller wie das Restgefieder. Markant ist der lange, sichelartige Schnabel, der leicht nach unten gebogen ist. Der Schnabel kann eine Länge von zehn bis fünfzehn cm erreichen.

In Mittel- und Nordeuropa ist der Große Brachvogel ein Zugvogel, der meist in Südeuropa überwintert. Sie sind meist an den Küsten des Mittelmeeres oder des Atlantiks zu finden, wo sie sich im Watt aufhalten. Trotz der rückläufigen Bestände, wird der Große Brachvogel noch nicht in der Roten Liste des IUCN geführt.

Verbreitung

Der Große Brachvogel ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Er bewohnt gemäßigte Klimazonen, die sich von Südeuropa bis nach Skandinavien, im Osten bis nach China erstrecken können. In Deutschland gibt es in Bayern und einigen norddeutschen Bundesländern Restbestände dieser schönen Vögel. Insgesamt sind die Populationen in allen Verbreitungsgebieten rückläufig, da immer mehr Habitate trocken gelegt oder in Agrarflächen umgewandelt werden. Neben küstennahen Gegenden kommt der Große Brachvogel auch im Hinterland in Mooren und Heiden vor. Gebirgige Gebiete werden strikt gemieden.

Nahrung

Brachvögel ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Käfern, Spinnentieren, Tausendfüßern, Schnecken und wirbellosen Tieren, die sie stochernd aus dem Erdreich picken. Dabei ist ihnen ihr langer, gekrümmter Schnabel sehr hilfreich. Selten werden auch kleinere Amphibien und Reptilien sowie die Brut anderer Vögel und Kleinsäuger gefressen.

Fortpflanzung

Der Große Brachvogel trifft aus seinen südlichen Überwinterungsgebieten gegen Ende Februar in seinen Brutgebieten ein. Die Brutgebiete sind in der Regel Feuchtwiesen, Moore und Heiden. Nach der Balz beginnt der Nestbau und die Eiablage ab April. Das Nest ist eine einfache flache Bodenmulde und wird meist in niedriger Vegetation angelegt. Das Weibchen legt meist drei oder vier, selten fünf Eier, die über einen Zeitraum von 27 bis 29 Tagen bebrütet werden. Bei Gelegeverlusten sind durchaus Nachgelege zu beobachten. Die Jungvögel sind nach rund 35 Tagen flügge, bleiben aber noch einmal 35 Tage bei den Eltern und werden auch weiterhin von ihnen gefüttert. Der Große Brachvogel kann ein Alter von 25 bis 30 Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072
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