Großohriger Sonnenbarsch

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Großohriger Sonnenbarsch

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Echte Barsche (Percoidei)
Familie: Sonnenbarsche (Centrarchidae)
Gattung: Lepomis
Art: Großohriger Sonnenbarsch
Wissenschaftlicher Name
Lepomis megalotis
(Rafinesque, 1820)

Der Großohrige Sonnenbarsch (Lepomis megalotis), auch unter dem Synonym Icthelis megalotis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Sonnenbarsche (Centrarchidae) zur Gattung Lepomis. Im Englischen wird der Großohrige Sonnenbarsch longear sunfish genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der relativ kleine Großohrige Sonnenbarsch erreicht eine Körperlänge von etwa 24,0 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 790,0 Gramm. Der Rücken wirkt ziemlich gewölbt und die Seiten sind stark komprimiert. Die Rückenflosse besteht aus zwei miteinander verbundenen Flossen. Die vordere Rückenflosse ist mit 10 Hartstrahlen besetzt und die hintere Rückenflosse mit 10 bis 11 Weichstrahlen versehen. Besonderes Merkmal dieser Art sind die sehr langen schwarzen ohrähnlichen Fortsätze an den Kiemen, die einen rosafarbenen bis gelblichen Rand aufweisen. Der Körper weist eine dunkel olivfarbene bis braune Färbung auf. Der Rücken ist etwa rötlich gefärbt und die Seiten sowie die Brust weisen eine gelbe bis orange Tönung auf. Des Weiteren zeigen sich zusätzlich auf dem Rücken gelbe, orange, blaue und blaugrüne Flecken. Während der Laichzeit hat das Männchen eine grünlich gefärbte Oberseite und eine leuchtend orange Unterseite. Die Bauchflossen weisen eine braun-orange Färbung auf, während die Afterflosse mehr blau-schwarz gefärbt ist.

Lebensweise

Großohriger Sonnenbarsch
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Großohriger Sonnenbarsch

Der Großohrige Sonnenbarsch lebt hauptsächlich in Flüssen mit klarem, nicht zu kaltem Wasser mit Stein- oder Kies-Boden. Er kann aber auch in Seen und Talsperren auftreten. Ferner bevorzugt er Bereiche mit Wasserpflanzen. Der Großohrige Sonnenbarsch ist ein aktiver Fisch, vor allem um die Mittagszeit. Seine Nahrung sucht er an der Wasseroberfläche während der mondhellen Sommernächte. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, wirbellosen Tieren, Fischen, Eiern und Jungfischen von größeren Individuen. Des Weiteren ernährt sich der Großohrige Sonnenbarsch auch von Algen. Normalerweise wird er nicht viel älter als vier Jahre, aber es wurde auch schon ein Alter von 9 Jahren dokumentiert.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet umfaßt den Südosten von Kanada (Ontario und Quebec) und den Osten von Minnesota sowie von New York. Des Weiteren findet man den Großohrigen Sonnenbarsch im Süden von Texas sowie im Süden von Floria und im Nordosten von Mexiko.

Ernährung

Großohrige Sonnenbarsche sind Allesfresser und leben räuberisch. Neben Insektenlarven, dem Laich von Fischen fressen sie auch Würmer und Krebstiere. Als tagaktive Fische gehen sie nur am Tage im Schutz der Unterwasservegetation auf Nahrungssuche. Die Larven ernähren sich von Kleinstlebewesen.

Fortpflanzung

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Großohriger Sonnenbarsch

Der Großohrige Sonnenbarsch erreicht die Geschlechtsreife mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt im zeitigen Frühjahr und kann sich bis in den August erstrecken. Vor allem die Männchen sind während der Paarungszeit ausgesprochen territorial und verteidigen ihr Revier vehement. Im Zentrum ihres Revieres legen die Männchen eine flache Laichgrube an. Hat sich ein Weibchen anlocken lassen, so legt das Weibchen in diese Grube zwischen 1.000 und 3.000 Eier, die vom Männchen befruchtet werden. Die Eier weisen eine Länge von gut einem Millimeter auf. Bis zum Schlupf dauert es rund vier bis neun Tage. Während dieser Zeit wird das Gelege von beiden Geschlechtern beschützt. Nach dem Schlupf halten sich die Larven die ersten Tage im Nest auf und ernähren sich hier vom Eidotter. Nach etwa zwei Wochen schwimmen sie frei. Sie ernähren sich fortan von Kleinstlebewesen. In Freiheit können Gemeine Sonnenbarsche ein Alter von sechs bis acht Jahren erreichen, in Gefangenschaft auch bis zwölf Jahre.

Gefährdung und Schutz

Der Großohrige Sonnenbarsch ist in der Roten Liste der IUCN nicht gelistet. In den meisten Teilen seines Bereiches gilt der Großohrige Sonnenbarsch nach der nordamerikanischen Terminologie als gefährdet (vulnerable), insbesondere in Ontario. In Quebec und Wisconsin gilt er ebenfalls als gefährdet und in New York sowie in Pennsylvania als kritisch gefährdet. In Iowa und North Carolina ist der Großohrige Sonnenbarsch schon ausgestorben.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
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