Grunion

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Grunion

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Zwischenklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Stachelflosser (Acanthopterygii)
Ordnung: Ährenfischartige (Atheriniformes)
Unterordnung: Ährenfischverwandte (Atherinoidei)
Familie: Neuweltliche Ährenfische (Atherinopsidae)
Unterfamilie: Atherinopsinae
Tribus: Atherinopsini
Gattung: Leuresthes
Art: Grunion
Wissenschaftlicher Name
Leuresthes tenuis
(Ayres, 1860)

Der Grunion (Leuresthes tenuis), auch unter den Synonymen Atherinopsis tenuis und Leuresthes crameri bekannt, zählt innerhalb der Familie der Neuweltlichen Ährenfische (Atherinopsidae) zur Gattung Leuresthes. Im Englischen wird der Grunion california grunion genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Grunion erreicht eine Körperlänge von etwa 19,0 bis 20,0 Zentimeter. Der Körper ist länglich, sehr dünn und etwas komprimiert. Der Kopf ist nach vorn zugespitzt. Der Mund ist ziemlich klein und der Obverkiefer überragt den Unterkiefer. Die Farbe ist oben grün und braun. An den Seiten und am Bauch zeigt sich eine silbrige Färbung. Des Weiteren zeigt sich ein silbriges Band, dass sich vom Kopf bis zur Schwanzflosse erstreckt. Die Brustflossen, die Rückenflossen und die Schwanzflosse weisen eine schwarzbraune Färbung auf. Die erste Rückenflosse ist sehr klein. Die zweite Rückenflosse ist trapezförmig, wobei der hintere Rand etwas mehr als halb so hoch ist als die vordere Rückenflosse. Die Analflosse ist länglich geformt. Die Brustflossen sind spitz und die Bauchflossen erscheinen abgerundet. Die Schwanzflosse ist etwas tief gegabelt. Der Grunion weist insgesamt 4 bis 8 Rückenflossenstacheln, insgesamt 8 bis 10 Rückenflossen-Weichstrahlen, 1 Afterflossenstachel, 20 bis 24 Afterflossen-Weichstrahlen, 47 bis 50 Wirbel und 6 Kiemenhautstrahlen auf.

Lebensweise

Die Erwachsenen bewohnen Gewässer an den offenen Küsten und in Buchten. In der Regel halten sie sich nahe der Oberfläche auf. Das Weibchen legt die Eier in der Nacht im Sand ab. Die Larven leben planktonisch. In den mondhellen Nächten von März, April, Mai bis Juni ist der Grunion während der Laichzeit auf den langen Sandstränden in Kalifornien zu finden. Mit den Wellen wird der Grunion bis zum Strand gespült und für einen Moment liegt er glitzernd im schwachen Mondlicht am Strand und wird dann nach dem Ablaichen mit der nächsten Welle wieder ins Wasser zurückgespült. Insbesondere jagen Menschen während der Laichzeit die Fische. Ferner haben es Asseln, Fliegen, Sandwürmer und einige Käfer auf die Eier dieser Art abgesehen. Einige Küstenvögel wie Seidenreiher machen ebenfalls Jagd auf den Grunion, vor allem wenn der Fisch während der Laichzeit sich am Strand aufhält.
Felsenbarsch
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Felsenbarsch
Zu den weiteren Prädatoren zählen unter anderem Möwen, Seelöwen und Sandhaie. Die Reduktion der Laichgebiete ist aufgrund von Strand-Erosion sowie Hafenbau und Verschmutzung zurückzuführen.

Verbreitung

Der Grunion wird entlang der Pazifikküste von Point Conception, Kalifornien, nach Punta Abreojos, Baja California Sur gefunden und hält sich nur selten zwischen San Francisco im Norden und San Juanico Bay, Baja California Sur im Süden auf.

Ernährung

Die Ernährungsgewohnheiten dieser Art sind nicht bekannt. Der Grunion besitzt keine Zähne und ernährt sich von kleinen Organismen wie Plankton. Hauptsächlich ernähren sich die Erwachsenen von Salzkrebschen (Artemia).

Fortpflanzung

Der Grunion laicht an den Stränden von Kalifornien zwei bis sechs Nächte nach Voll- und Neumond für mehrere Stunden. Mit einer Welle lassen sich Männchen und Weibchen an den Strand spülen. Auf dem Sandstrand gelandet, wölbt das Weibchen den Körper und während sie den Kopf nach oben hält gräbt sie sich im halbflüssigen Sand mit dem Schwanz voran bis zu den Brustflossen im Sand ein. Nachdem das Weibchen eine Mulde gegraben hat, versuchen bis zu acht Männchen sich mit dem Weibchen zu paaren. Gleichzeitig werden Eier und Sperma etwa zehn Zentimeter unter der Oberfläche abgesetzt.
Grunion
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Grunion
Dabei fließt das Sperma am Körper des Weibchens bis zu den Eiern und werden dann befruchtet. Nach dem Laichen ziehen sich die Männchen und Weibchen mit der nächsten Welle in Richung Meer zurück. Das ganze Procedere passiert in 30 Sekunden, aber einige Fischen bleiben für einige Minuten am Strand. Das Laichen kann von März bis August dauern, gelegentlich laichen einige Fische auch noch im Februar und im September. Allerdings sind die Spitzenzeit von Ende März bis Anfang Juni. Voll ausgereifte Weibchen können während der aufeinanderfolgenden Laichzeiten bei etwa 15-tägigen Abständen laichen. Die meisten Weibchen laichen etwa sechsmal während der Saison. Ein Weibchen kann etwa 1.660 bis 3.600 Eier produzieren, größere Weibchen können noch mehr Eier produzieren. Ein Weibchen kann bis zu 18.000 Eier über eine komplette Saison legen. Die Milz der Männchen enthält etwa eine Million Spermien. Die Eier inkubieren ein paar Zentimeter tief im Sand über dem Niveau der Wellen. Sie sind nicht im Seewasser eingetaucht, werden aber feucht gehalten, indem das Restwasser langsam in den Sand sickert. Während der Inkubation unterliegen die Eier einer Plünderung durch Küstenvögel und durch sandbewohnende wirbellose Tiere. Unter normalen Bedingungen schlüpfen die Larven nach 10 oder mehr Tagen und werden mit der nächsten Flut ins Meer gespült.

Anhang

Literatur und Quellen

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