Höhlenpilzmücke

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Höhlenpilzmücke

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Mücken (Nematocera)
Familie: Pilzmücken (Mycetophilidae)
Gattung: Speolepta
Art: Höhlenpilzmücke
Wissenschaftlicher Name
Speolepta leptogaster
Winnertz, 1863

Die Höhlenpilzmücke (Speolepta leptogaster), auch unter dem Synonym Polylepta leptogaster bekannt, zählt innerhalb der Familie der Pilzmücken (Mycetophilidae) zur Gattung Speolepta. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Für das Jahr 2013 wird die Höhlenpilzmücke vom Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e. V. in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) zum Höhlentier des Jahres gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Höhlenpilzmücke erreicht eine Körperlänge von etwa 5,0 bis 6,0 Millimeter. Sie weist lange Hüften und Beine auf. Oft findet man die Höhlenpilzmücke an den Höhlenwänden an einem Bein hängend. Des Weiteren besitzt die Höhlenpilzmücke keinen Stechrüssel. Der Kopf und die Fühler sind braun gefärbt, an der Basis etwas heller, die Geißelglieder sind bedeutend länger als breit. Der Mittel- und der sehr verlängerte Hinterleib weisen ebenfals eine braune Färbung auf. Die Hüften und die Schenkel sind von einer gelben Farbe. Die Schienen sind bräunlich gefärbt. Ebenfalls weisen die Tarsen eine braune Färbung auf. Die Flügel erscheinen fast glashell. Die Costa ragt über den Cubitus hinaus und reicht bis zur Flügelspitze. Mediastinalis unvollständig, kurz hinter der weit vor der Subcostalzelle befindet sich eine stehende Querader. Diese ist nicht ganz zweimal so lang als breit. Die Basis der Untergabel liegt jenseits der Subcostalzelle. Die Analis ist unvollständig.

Die Larve ist schlank und ähnelt eher einem Wurm. Sie weist eine Körperlänge von etwa 15,0 Millimeter auf. Die Haut ist weich, glänzend und frei von Haaren mit Ausnahme der sechs Gruppen von Sinneshärchen, die die Überreste der Beine darstellen. Der Kopf ist langgestreckt und weist eine konische Form auf, am breitesten in der Mitte und am schmalsten vorn. Die Frontplatte erreicht am hinteren Ende der Antennen die maximale Breite und verjüngt sich nach hinten zu einem Punkt. Ventral zeigt jede Platte zwei chitinöse zungenförmige Vorsprünge, die superior und inferior mit den Kondylen des Unterkiefers artikulieren. Die Antennen sind konvex und haben zwischen den zwei tragenden chitinösen Bändern Papillen. Die Augen liegen hinter den Antennen. Jedes Auge besteht aus einer transparenten Membran mit einer Schicht von pigmentierten Zellen.

Das Labrum (Oberlippe) ist fleischig, welches in der Mitte etwas chitinös wirkt. Die dorsale Oberfläche trägt sechs Paar Sinnes-Papillen verschiedener Formen. Der Unterkiefer ist mit fünf Zähnchen versehen. Die Superior-Lamellen tragen zwei kleinere Zähne mit einer gut entwickelten Prostheca (fingerartiger Fortsatz), bestehend aus mehreren flachen Härchen mit Flimmerepithel und gut entwickelten freien Rändern. Der innere cultriforme Lappen des Oberkiefers trägt zehn Zähnchen auf dem inneren Rand und endet in einen kurzen chitinösen Stab. Der äußere Lappen zeigt vorn eine kreisförmige Fläche, die mit transparentem Chitin bedeckt ist und trägt eine zylindrische Papille und vier kreisförmige Papillen. Die obere Platte ist viereckig geformt und ist stark chitinös. Jede Oberkiefer-Platte trägt drei Sinneshärchen. Das Labium ist zu einer kleinen halbrunden chitinösen Platte reduziert.

Lebensweise

Karstgebiet
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Karstgebiet

Die Höhlenpilzmücke führt eine versteckte Lebensweise und ist selten im Freien anzutreffen. Die Paarung der Höhlenpilzmücke erfolgt im Dunkel einer Höhle und alle Entwicklungsstadien finden auch in der dunklen Höhle statt, und zwar Ei, Larve, Puppe und Fluginsekt. Die Larven sind farblos und halten sich in dunklen feuchten Höhlen auf. Sie bewegen sich an den Höhlenwänden in klebrigen Gespinstfäden bzw. orientieren sich anhand von Schleimfäden. An den Wänden findet sich dort, wo von außen her noch etwas, wenn auch noch so wenig Licht eindringt, ein zarter Algenbelag, der von den Larven abgeweidet wird. Sie treten massenhaft und ganzjährig auf. Die Puppe hängt frei außerhalb des Gespinstes mit dem Kopf nach unten.

Verbreitung

Die Höhlenpilzmücke kommt in der gesamten Paläarktis vor in unterirdischen Hohlräumen vor. In Mitteleuropa ist die Höhlenpilzmücke im Bergland zu finden wie zum Beispiel in Karstgebieten der Fränkischen oder der Schwäbischen Alb. Des Weiteren hält sich die Höhlenpilzmücke auch in alten Bergbaugebieten mit verlassenen Stollenanlagen auf, die für die Entwicklungsstadien dieser Art einen optimalen Lebensraum bieten. Die Höhlenpilzmücke kann ganzjährig in Naturhöhlen, Bergwerksstollen sowie in Felsenkellern auftreten. Die Larven halten sich tief an den dunklen Höhlenwänden in einem klebrigen Gespinst auf.

Ernährung

An den Wänden findet sich dort, wo von außen her noch etwas, wenn auch noch so wenig Licht eindringt, ein zarter Algenbelag, der von den Larven abgeweidet wird.

Fortpflanzung

Die Paarung der Höhlenpilzmücke erfolgt im Dunkel einer Höhle und alle Entwicklungsstadien finden auch in der dunklen Höhle statt, und zwar Ei, Larve, Puppe und Fluginsekt. Die Larven sind farblos und halten sich in dunklen feuchten Höhlen auf. Sie bewegen sich an den Höhlenwänden in klebrigen Gespinstfäden bzw. orientieren sich anhand von Schleimfäden.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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