Halsbandleguane (Gattung)

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Halsbandleguane
Halsbandleguan (Crotaphytus collaris)
Wüstenhalsbandleguan (Crotaphytus bicinctores)

Systematik
Reich: Tiere (Animalia)
Stamm: Chordatiere (Chordata)
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Kriechtiere (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Halsbandleguane (Crotaphytidae)
Gattung: Halsbandleguane
Wissenschaftlicher Name
Crotaphytus
Holbrook, 1842

Halsbandleguane (Crotaphytus) zählen innerhalb der Ordnung der Eigentlichen Schuppenkriechtiere (Squamata) zur gleichnamigen Familie der Halsbandleguane (Crotaphytidae). Im Englischen werden Halsbandleguane Collared lizards genannt. Erstmals beschrieben wurde die Gattung im Jahr 1842 von dem amerikanischen Zoologen John Edwards Holbrook.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Halsbandleguane erreichen je nach Art eine Gesamtlänge von bis zu 45 Zentimetern, wobei die Weibchen stets kleiner bleiben als die Männchen. Die größte Art ist mit diesen 45 Zentimetern der Genetzte Halsbandleguan (Crotaphytus reticulatus). Mit einer Gesamtlänge von lediglich 28 Zentimetern ist der Grismers Halsbandleguan (Crotaphytus grismeri) der kleinste Vertreter der Gattung der Halsbandleguane (Crotaphytus). Unabhängig von Art und Größe entfallen je zwei Drittel der Gesamtlänge auf den Schwanz. Die Färbung der samtartigen Beschuppung reicht von schlichtem braun oder grau bei den meisten Arten bis hin zum Blau des Dickersons Halsbandleguans (Crotaphytus dickersonae) oder dem Grün des Halsbandleguans (Crotaphytus collaris), der Bauch jedoch ist bei allen Arten fast weis. Die Zeichnung besteht aus weisen Punkten,
Männchen des Westlichen Halsbandleguans (Crotaphytus collaris baileyi) in Utah
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Männchen des Westlichen Halsbandleguans (Crotaphytus collaris baileyi) in Utah
Flecken oder einer weißen Netzzeichnung wie beim Genetzten Halsbandleguan (Crotaphytus reticulatus). Bei einigen Arten treten orangene oder gelbe Querbindenaufhellungen auf. Die Beine können bei einigen Arten eine gelbliche Färbung aufweisen. Die Kehle ist bei allen Arten blau bis schwarz gefärbt, lediglich die des Halsbandleguans (Crotaphytus collaris) kann je nach Unterart auch gelb gefärbt sein. Die Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt als die Männchen, auch ihre Kehle weist keine Färbung auf, sie ist wie der Bauch weis gefärbt. Das namensgebende Halsband, das aus zwei schwarzen Bändern mit hellem Zwischenraum besteht, zieht sich bei allen Arten um den Hals, ist jedoch bei einigen mehr, bei anderen Arten weniger stark ausgeprägt. Im Bereich der Hinterbeine sind bei den Männchen je nach Art mehr oder weniger stark ausgeprägte schwarze Flecken an der Bauchseite zu finden, sogenannte Inguinalflecken. Der Kopf ist bei allen Arten im Verhältnis zum Körper relativ groß, die Kopfform variiert jedoch von Art zu Art. So ist beispielsweise der Kopf des Halsbandleguans (Crotaphytus collaris) sehr breit und kurz im Vergleich zum eher schmalen und längeren Kopf des Wüstenhalsbandleguans (Crotaphytus bicinctores). Die Kopfoberseite, die im Vergleich zur übrigen Beschuppen aus sehr großen Schuppen besteht, ist bei allen Arten in grau oder braun gefärbt. Lediglich beim Halsbandleguans (Crotaphytus collaris) kommt es vor, dass auch die Kopfoberseite schwarze Punkte aufweist und in gelb oder leichtem grün gefärbt ist. Bei einigen Arten ist der Rachen leicht bis stark schwarz oder braun gefärbt, was als orales Melanin bezeichnet wird. Die Hinterbeine und deren Zehen sind im Vergleich zum Körper sehr lang, worauf die Lauf- und Sprungstärke der Halsbandleguane zurückzuführen ist. Der normalerweise runde Schwanz ist bei den Männchen einiger Arten lateral abgeflacht.

Lebensweise

Männchen des Niederkalifornischen Halsbandleguans (Crotaphytus vestigium)
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Männchen des Niederkalifornischen Halsbandleguans (Crotaphytus vestigium)

Halsbandleguane sind streng Felsen bewohnende Tiere, die die meiste Zeit des Tages damit verbringen, auf einem Stein zu sitzen und die Umgebung zu beobachten, sowie nach Fressfeinden und auch nach Beute Ausschau zu halten. Die Tiere sitzen die meiste Zeit des Tages, vor allem aber in den Morgenstunden, auf ihren Sonnenplätzen, um ihren Körper auf Vorzugstemperatur zu bringen. Während sie sich früh morgens noch flach auf einen Felsen legen um möglichst viel Sonne und dadurch auch Wärme abzubekommen, stehen sie bei größer werdender Hitze im Verlauf des Tages lediglich auf den Fußballen um durch Abstand zu dem heißen Untergrund eine nicht zu hohe Körpertemperatur zu erhalten. Die Körpertemperatur hat auch Auswirkung auf die Färbung der Halsbandleguane. Während sie in den kühlen Morgen- und Abendstunden noch farblos und dunkel erscheinen um möglichst viel Sonnenlicht zu reflektieren und somit Wärme aufnehmen zu können, beginnen sie mit steigender Körpertemperatur in ihrer jeweiligen Färbung zu schimmern. Bei Gefahr ziehen sich die Tiere erst im letzten Augenblick in eine Höhle oder Felsspalte zurück, wobei sie fast ausschließlich auf den Hinterbeinen laufen und den Schwanz dazu nutzen das Gleichgewicht zu halten. Hierbei sind auch Sprünge von bis zu einem Meter keine Seltenheit. Halsbandleguane leben meist einzelgängerisch und gehen Artgenossen außerhalb der Paarungszeit aus dem Weg. Die Männchen sind sehr territorial, die Grenzen der Territorien verschieben sich allerdings immer wieder, da sich bei dem Territorium nicht um einen bestimmten Bereich sondern mehr um den Umkreis um das einzelne Tier handelt. Die Territorien der Männchen sind wesentlich größer, als die der Weibchen. So liegen mehrere weibliche Territorien innerhalb dessen eines Männchens, wobei sich auch die Weibchen untereinander ziemlich territorial verhalten. Während der je nach Verbreitungsgebiet etwa 2 bis 4 Monate dauernden Winterruhe ziehen sich die Tiere in faustgroße Höhlen zurück, wobei jedes Tier eine eigene Höhle nutzt. Die Nahrungsaufnahme wird schon einige Zeit vor der Winterruhe eingestellt und erst bei Erwachen im Frühjahr wieder aufgenommen. Mit eingerolltem Schwanz liegen sie während dieser Zeit in ihrer Höhle flach auf dem Boden und bewegen sich nur minimal. Bei zu hoher Feuchtigkeit stellen sich die Halsbandleguane jedoch instinktiv auf alle 4 Beine um etwa bei eindringendem Wasser nicht zu ertrinken. Der Stoffwechsel, die Atmung und auch der Herzschlag werden in dieser Phase auf ein Minimum herabgesetzt, so dass während der gesamten Winterruhe beinahe kein Körperabbau bemerkbar ist.

Taxonomie der Gattung Halsbandleguane

Männchen des Wüstenhalsbandleguans (Crotaphytus bicinctores)
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Männchen des Wüstenhalsbandleguans (Crotaphytus bicinctores)

Gattung: Halsbandleguane (Crotaphytus)

Art: Coahuila-Halsbandleguan (Crotaphytus antiquus)
Art: Wüstenhalsbandleguan (Crotaphytus bicinctores)
Art: Halsbandleguan (Crotaphytus collaris)
Unterart: Westlicher Halsbandleguan (Crotaphytus collaris baileyi)
Unterart: Östlicher Halsbandleguan (Crotaphytus collaris collaris)
Unterart: Chihuahua-Halsbandleguan (Crotaphytus collaris fuscus)
Art: Dickersons Halsbandleguan (Crotaphytus dickersonae)
Art: Grismers Halsbandleguan (Crotaphytus grismeri)
Art: Angel de la Guarda-Halsbandleguan (Crotaphytus insularis)
Art: Sonora-Halsbandleguan (Crotaphytus nebrius)
Art: Genetzter Halsbandleguan (Crotaphytus reticulatus)
Art: Niederkalifornischer Halsbandleguan (Crotaphytus vestigium)

Verbreitung

Vorkommen

Halsbandleguane kommen in den mittleren und südwestlichen USA, sowie in den nördlichen Bundesstaaten des Staates Mexiko vor. Die einzelnen Arten begegnen sich nur teilweise an den Grenzen der jeweiligen Verbreitungsgebiete. Lediglich das Verbreitungsgebiet des Coahuila-Halsbandleguan (Crotaphytus antiquus) überschneidet sich mit dem des Halsbandleguans (Crotaphytus collaris). Das größte Verbreitungsgebiet bewohnt der Halsbandleguan (Crotaphytus collaris). Es erstreckt sich in den USA von Arizona im Westen bis nach Missouri und Arkansas im Osten und südlich bis in den mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosí. Der Halsbandleguan ist somit die am weiten im Osten und Süden vorkommende Art. Im Westen grenzt sein Verbreitungsgebiet an das des Wüstenhalsbandleguans (Crotaphytus bicinctores). Dieser ist die am weitesten nach Norden vordringende Art, bis nach Idaho und Oregon. Nach Süden dringt der Wüstenhalsbandleguan bis an die mexikanische Grenze vor. Die Ostküste mexikanischen Halbinsel Baja California, sowie ein kleiner Teil Südkaliforniens, werden vom Niederkalifornischen Halsbandleguan (Crotaphytus vestigium) bewohnt. Der Angel de la Guarda-Halsbandleguan (Crotaphytus insularis) kommt lediglich auf der Insel Isla Angel de La Guarda im Golf von Kalifornien vor. Der Grismers Halsbandleguan (Crotaphytus grismeri) und der Dickersons Halsbandleguan (Crotaphytus dickersonae) sind ebenfalls nur in sehr kleinen Gebieten nördlich beziehungsweise östlich des Golfs von Kalifornien anzutreffen. Der Genetzte Halsbandleguan (Crotaphytus reticulatus) lebt im Süden des amerikanischen Bundesstaates Texas sowie im Norden der mexikanischen Bundesstaaten Coahuila, Nuevo Leon und Tamaulipas.
Männchen der gelbköpfigen Varienate des Westlichen Halsbandleguans (Crotaphytus collaris baileyi "auriceps") in Onion Creek in Utah
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Männchen der gelbköpfigen Varienate des Westlichen Halsbandleguans (Crotaphytus collaris baileyi "auriceps") in Onion Creek in Utah
Der Sonora-Halsbandleguan (Crotaphytus nebrius) bewohnt wie schon der Name sagt die Sonorawüste im gleichnamigen mexikansichen Bundesstaat, die sich bin nach Südarizona in den USA erstreckt. Das kleinste Verbreitungsgebiet aller Halsbandleguane besitzt der Coahuila-Halsbandleguan (Crotaphytus antiquus). Er bewohnt nach bisherigen Erkenntnissen nur einige wenige Gebirgszüge innerhalb der Chihuahua Wüste im mexikanischen Bundesstaat Coahuila. Diesem Herkunftsgebiet verdankt er auch seinen Namen.

Lebensräume

Halsbandleguane bewohnen steinige und felsige Gebiete in den vegetationsarmen Wüsten, Halbwüsten und Steppen Nordamerikas. Die Tiere sind an diese felsige Umgebung gebunden, da sie dort ausreichend Sonnen- und Aussichtsplätze zum erspähen von Beute und Fressfeinden vorfinden. Durch die spärliche Vegetation sind die Tiere in der Lage, auch bei tief stehender Sonne am Morgen und am Abend, das Sonnenlicht möglichst Lange auszunützen. Auch ist so ein guter Überblick in der Umgebung gewährleistet. Die Temperaturen können in manchen Verbreitungsgebieten tagsüber auf bis zu 50°C steigen, wobei sich die Felsen deutlich höher erhitzen. Auch muss ein großes Vorkommen von Nahrung gewährleistet sein, damit die Halsbandleguane ausreichend Futter finden. Halsbandleguane sind auch in äußerst trockenen Gebieten mit einem jährlichen Niederschlag von lediglich wenigen Millimetern pro Jahr anzutreffen. Während der Winterruhe können die Temperaturen in den nördlichen Verbreitungsgebieten deutlich unter 0°C fallen. Während die meisten Arten des Halbandleguans bis zu einer Höhe von maximal 1.000 m über NN anzutreffen sind, ist der Wüstenhalsbandleguan (Crotaphytus bicinctores) als einzige Art auch noch auf einer Höhe von 2.000 m über NN vorkommt.

Ernährung

Männchen des Wüstenhalsbandleguans (Crotaphytus bicinctores) beim Fressen einer Rennechse (Cnemidophorus)
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Männchen des Wüstenhalsbandleguans (Crotaphytus bicinctores) beim Fressen einer Rennechse (Cnemidophorus)

Nahrung

Halsbandleguane ernähren sich von fast allen Tieren, die sie finden und überwältigen können, vor allem aber von Insekten (Insecta), wie Käfern (Coleoptera), Fliegen (Brachycera) oder Heuschrecken (Orthoptera) und Spinnentieren (Arachnida). Bei Gelegenheit fressen sie auch kleine Säuger (Mammalia) wie junge Mäuse (Sigmodontinae). Auch andere Leguane (Iguanidae), wie zum Beispiel junge Stachelleguane (Sceloporus) oder Krötenechsen (Phrynosomatinae), aber auch die eigenen Jungtiere stehen auf der Speisekarte. Hier und da nehmen sie auch Früchte und Blüten zu sich.

Jagdverhalten

Die Tiere sitzen unbeweglich auf einem erhöhten Punkt und halten nach potenziellen Beutetieren Ausschau. Diese erkennen sie aber nur, wenn sie sich durch eine Bewegung verraten. Wenn der Halsbandleguan ein Beutetier entdeckt hat, wartet er bis es nahe genug herangekommen ist und sprintet dann zielsicher auf das Tier zu. Beutetiere werden meistens am Kopf gepackt und sofort tot gebissen, um anschließend als Ganzes verschlungen zu werden, da die Zähne des Halsbandleguans lediglich zum Festhalten der Beute dienen. Oftmals fangen die Tiere so auch Fliegen aus der Luft, wenn diese nah genug über dem Boden fliegen. Das Beutetier wird, meist mit dem Kopf voraus, ganz hinunter geschluckt, da die kleinen Zähne der Halsbandleguane lediglich zum festhalten und töten der Beute, nicht aber zum abbeißen dienen, große Beutetiere werden lediglich etwas zerkaut, um besser verschlungen werden zu können.

Fortpflanzung

Halsbandleguan (Crotaphytus collaris) an der Grenze zwischen Arizona und Utah
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Halsbandleguan (Crotaphytus collaris) an der Grenze zwischen Arizona und Utah

Halsbandleguane beginnen in der Regel nach der Winterruhe mit der Balz und kurze Zeit darauf mit der Paarung. Während der Paarungszeit kann es unter den territorialen Männchen zu Kämpfen um die Weibchen kommen. Um ein Weibchen auf sich aufmerksam zu machen, führt das Männchen eine Art Tanz vor. Nach ständigem Kopfnicken und starkem Werbeverhalten mit schlängelndem Schwanz und ständigem Umkreisen des Weibchens, versucht das Männchen von hinten auf das Weibchen aufzureiten und sich bei diesem am Nacken festzubeißen. Wenn das Weibchen nicht paarungsbereit ist, presst es sich flach auf den Boden und versucht das Männchen mit den Hinterbeinen abzuschütteln. Wenn das Weibchen paarungsbereit ist und die Paarung erfolgreich war, zeigt das Weibchen bereits nach wenigen Tagen die typische Trächtigkeitsfärbung, die orangenen bis roten Trächtigkeitsstreifen. Nach etwa 3 bis 4 Wochen fängt es dann an, eine für die Eiablage geeignete Höhle zu graben. Das Weibchen gräbt sich nachdem es einen geeigneten Platz gefunden hat für bis zu drei Tage unter der Erde ein. In dieser Zeit legt es je nach Art zwischen 3 Eiern, wie der Niederkalifornische Halsbandleguan (Crotaphytus vestigium) und der Sonora-Halsbandleguan (Crotaphytus nebrius), bis zu 10 Eiern wie der Wüstenhalsbandleguan (Crotaphytus bicinctores) oder der Halsbandleguan (Crotaphytus collaris) ab. Anschließend kommt das nun ausgehungerte und abgemagerte Weibchen wieder an die Oberfläche. Je nach Art schlüpfen nach etwa 1 bis 2 Monaten die voll entwickelte Jungtiere, die sofort nach der Geburt selbstständig sind. Die Jungtiere zehren in den ersten 2 bis 3 Tagen nach dem Schlupf noch von ihrem Dottersack bevor sie dann beginnen nach kleinen Insekten zu jagen. Die Jungtiere wachsen mit etwa einem Millimeter am Tag sehr schnell. Je nach Verbreitungsgebiet und Art kann es zu bis zu 4 Eiablagen im Jahr kommen.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Halsbandleguane gehören der Wegekuckuck (Geococcyx californianus), der den Tieren auf dem Boden nachstellt, wobei auch ausgewachsene Tiere von ihm nicht verschmäht werden. Greifvögel (Falconiformes) wie der Rotschwanzbussard (Buteo jamaicensis) oder der Präriefalke (Falco mexicanus) lauern den Tieren, während sie sich auf ihren erhöhten Sonnenplätzen befinden, auf. Aber nicht nur Vögel, auch Schlangen (Serpentes), wie etwa Klapperschlangen (Crotalus) oder die Schwarznatter (Coluber constrictor) stellen den Halsbandleguanen nach. Diese erbeuten die Tiere vorwiegend in der Nacht, während diese in ihren Höhlen schlafen, da die flinken Halsbandleguane so leichter zu erbeuten sind als am Tag. Anders als viele andere Leguanarten (Iguanidae) können Halsbandleguane ihren Schwanz nicht abwerfen wenn sie ergriffen werden. Wenn sie sich bedroht fühlen, oder von einem Fressfeind bedroht werden und sich ihnen keine Fluchtmöglichkeit bietet, blähen die Tiere ihre Kehle auf, stellen sich buckelig auf alle vier Beine und fauchen. Wenn sie von einem Fressfeind ergriffen wurden beißen sie mit ihren spitzen Zähnen solange zu, dass ihr Feind sie für einen Moment los lässt. Diese Möglichkeit zur Flucht in eine Felsspalte oder in einen Nagetierbau, in dem sich der Halsbandleguan solange versteckt bis der Feind verschwunden ist, wird sofort genutzt.

Parasiten

Unter den Parasiten lassen sich bei Halsbandleguanen häufig Rote Milben (Odontacarus arizonensis) feststellen, die in den Kehlfalten und den Milbentaschen im Bereich seitlich der Vorderbeine und an den Hinterbeinansätzen zu finden sind. Zecken (Ixodida) setzen sich am ganzen Körper des Halsbandleguans fest, vor allem aber an den Beinansätzen, der Kehlfalte und im Bereich der Ohröffnung. Zu den Innenparasiten der Halsbandleguane gehört unter anderem der Fadenwurm (Cosmocercoides dukae), der eine Körperlänge von 3 bis 4 Millimeter erreicht und für das Tier sehr unangenehm werden und sogar zum Tod führen kann.

Gefährdung und Schutz

Weibchen des Wüstenhalsbandleguans (Crotaphytus bicinctores)
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Weibchen des Wüstenhalsbandleguans (Crotaphytus bicinctores)

Von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) wird der Genetzte Halsbandleguan (Crotaphytus reticulatus) als gefährdet (Vulnerable (VU)) geführt, da sich die Gesamtzahl der Tiere lediglich auf geschätzte 10.000 beläuft. Aber auch durch die zunehmnde Zerstörung des Lebensraumes durch den Menschen und im Hinblick auf die geringe Verbreitungsdichte sind die Bestände rückläufig. Maßnahmen zum Schutz des Genetzten Halsbandleguans gibt es keine, jedoch wäre ein Schutz des Lebensraumes vor dessen Zerstörung von Nöten um den Rückgang der Art zu stoppen.

Der Coahuila-Halsbandleguan (Crotaphytus antiquus) wird von der IUCN wegen der geringen Fläche des Verbreitungsgebiets von lediglich 5.000 km² als stark gefährdet (Endangered (EN)) geführt. Jedoch ist auch hier ein kontinuierlicher Rückgang in der Größe des Verbreitungsgebietes und der Anzahl der Tiere bemerkbar. Maßnahmen zum Schutz des Coahuila-Halsbandleguans gibt es keine und die Art lebt auch nicht in einem Naturschutzgebiet. Zur Arterhaltung wäre der Schutz des Lebensraumes sowie eine Überwachung der Population notwendig. Alle anderen Halsbandlegaunarten werden als nicht gefährdet (Least Concern (LC)) geführt, da der Bestand der Tiere nicht bedroht ist und auch in Zukunft als stabil eingestuft wird. Bedroht werden jedoch auch diese Tiere von ihren natürlichen Prädatoren. Einige Arten, wie zum Beispiel der Halsbandleguan (Crotaphytus collaris), werden durch das Einsammeln von Wildtieren für den Terraristikbedarf durch den Menschen zusätzlich bedroht. Diese Faktoren stellen aber keine langfristige Bedrohung der Gesamtpopulation dar.

Anhang

Jungtier des Westlichen Halsbandleguans (Crotaphytus collaris baileyi) in Colorado
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Jungtier des Westlichen Halsbandleguans (Crotaphytus collaris baileyi) in Colorado

Lesenswerte Einzelartikel

Literatur und Quellen

  • Robert Schumacher: Halsbandleguane, Herpeton Verlag, 2002, ISBN 3-936180-00-8
  • Jürgen Lipfert: Halsbandleguane: Die Gattung Crotaphytus, Natur und Tier - Verlag GmbH, 2006, ISBN 3-937285-15-6
  • Oliver Drewes: Terrarientiere von A bis Z, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2004 ISBN 3-7742-6316-7

Links

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