Haubenskunk

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Haubenskunk
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Skunks (Mephitidae)
Gattung: Mephitis
Art: Haubenskunk
Wissenschaftlicher Name
Mephitis macroura
Lichtenstein, 1832

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Haubenskunk (Mephitis macroura) gehört zur Familie der Skunks (Mephitidae) sowie zur Gattung der Mephitis. Im Englischen wird der Haubenskunk Hooded Skunk genannt. Es sind 4 Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossile Funde stammen aus dem späten Pleistozän und dem frühen Holozän. Die Funde stammen aus Deadman Cave im südlichen Arizona.

Erkennung und Unterschiede

Haubenskunks lassen sich vom Streifenskunk (Mephitis mephitis) durch die vorhandene Halskrause und die deutlich längeren Haare im Bereich des Nackens und des Kopfes. Diese verlängerten Haare waren für die Art namensgebend. In der inneren Anatomie ist die größere Gehörkapsel des Haubenskunks ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Haubenskunk erreicht je nach Unterart und Geschlecht eine Schulterhöhe von etwa 200 mm, eine Gesamtlänge von 558 bis 790 mm, eine Schwanzlänge von 275 bis 435 mm, eine Hinterfußlänge von 58 bis 73 mm sowie ein Gewicht von 700 bis 2.700 (900) g. Gewichte von mehr als 1.500 g sind jedoch eher selten. Weibchen bleiben rund 15% kleiner als Männchen. Das Fell ist zweifarbig. Dorsal verlaufen zwei schmale und weit auseinander liegend weiße Streifen vom Kopf bis zum Schwanzansatz. Das restliche Fell ist schwarz gefärbt. Der Schädel ist stark gewölbt. Der Haubenskunk erreicht eine Schädellänge von 56,1 bis 60,3 mm und eine Jochbeinbreite von 39,0 bis 41,0 mm. Weibchen verfügen über 5 Paar Zitzen, wobei 2 Paare in der Leistenregion liegen, 2 Paar im Bereich der Brust und ein Paar am Bauch. Die Hoden der Männchen erreichen eine Länge von gut 19 mm. Das Gebiss besteht aus 34 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c 1/1, p 3/3, m1/2.

Lebensweise

Die einzelgängerisch lebenden Haubenskunks sind hauptsächlich in der Nacht aktiv. Eher selten kommen auch mehrere Tiere zusammen. Dies ist meist während der Nahrungssuche der Fall. Zu Aggressionen kommt es für gewöhnlich nicht. Die Nahrung wird bei der Suche über die gut entwickelten Geruchssinn ermittelt. Unabläßlich schnüffeln die Tiere am Boden. In den Ruhephasen halten sich die Tiere in der Regel in geschützten Höhlen, Felsspalten oder an ähnlich geschützten Stellen auf. Fühlt sich ein Haubenskunk bedroht, so setzt er ein übel riechendes Sekret als analen Drüsen zur Verteidigung ein.

Unterarten

Nach Wilson & Reeder, 2005, sind mehrere Unterarten bekannt. Dies sind im Einzelnen:

Verbreitung

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Haubenskunks kommen im Südwesten der USA und in Mexiko vor. Im Süden reicht das Verbreitungsgebiet bis in den Nordwesten von Costa Rica. Nach Angaben der IUCN kommt die Art in El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua und in den Vereinigten Staaten vor. In den USA gilt der Haubenskunk im südwestlichen Texas, im südwestlichen New Mexico und Südosten von Arizona als nachgewiesen. Als Lebensraum dienen für gewöhnlich Trockengebiete des Tieflandes. Aber auch lichte Wälder, Waldränder, Agrarfläche, Vorstädte sowie felsige Schluchten werden lokal besiedelt. Je nach Vorkommen beanspruchen die Tiere zwischen 2,8 und 5,0 km². In Höhenlagen sind Haubenskunks bis in Höhen von gut 2.620 m über NN anzutreffen. Bevorzugter Lebensraum ist jedoch in den Ebenen zu finden.

Biozönose

Sympatrie

Im natürlichen Verbreitungsgebiet lebt der Haubenskunk sympatrisch mit Ferkelnasenskunks der Gattung Conepatus. Ferkelnasenskunks lassen sich von den Haubenskunks leicht unterscheiden. Sie sind größer, haben eine längere Schnauze, kürzere Schwänze und ein deutlich gröberes Fell.

Prädatoren und Mortalität

Zu den natürlichen Feinden der Haubenskunks gehören insbesondere Kojoten (Canis latrans) und der Virginia-Uhu (Bubo virginianus). Der Verlust in den Populationen durch natürliche Feinde hält sich jedoch in Grenzen und wirkt sich nicht nennenswert auf den Bestand aus. Weit schwerwiegender wiegt das Nachstellen durch den Menschen. Das Fleisch gilt lokal als Delikatesse. Das Fell hingegen hat keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung. In den südlichen Regionen des Verbreitungsgebietes, insbesondere in Guatemala, wird in der volkstümlichen Medizin die Sekrete der Duftdrüsen verwendet. Ähnliches gilt für das Fett im Nackenbereich in einigen Regionen von Mexiko. Haubenskunks sind leicht zu fangen und bieten kaum Widerstand, wenn sie in einer Falle sitzen.

Krankheiten und Parasiten

Haubenskunks werden von zahlreichen Ekto- und Endoparasiten heimgesucht. Hier sind insbesondere Fadenwürmer (Nematoda) wie Physaloptera Maxillaria oder Physaloptera Maxillaria. Störungen in der anatomischen Struktur des Schädels lassen darauf schließen, dass der Fadenwurm Skrjabingylus chiwoodorum sein Unwesen treibt. An Ektoparasiten konnten verschiedene Flöhe (Siphonaptera) nachgewiesen werden. Tollwut konnte unter den Haubenskunks nicht nachgewiesen werden, jedoch starben einige Individuen an der Panleukopenie, einer infektiöse Enteritis. Die Panleukopenie ist auch unter dem deutschen Synonym Katzenseuche bekannt.

Ernährung

Die Ernährungsweise der Haubenskunks kann als opportunistisch bezeichnet werden. Auf der Speisekarte der Allesfresser steht sowohl tierische als auch pflanzliche Kost. Gefressen werden neben kleinen Wirbeltieren (Vertebrata) auch Krebstiere (Crustacea), Insekten (Insecta) und Vogeleier. Je nach Saison werden auch Früchte, Nüsse und Sämereien verzehrt.

Fortpflanzung

Die Paarungszeit der Haubenskunks erstreckt sich über das zeitige Frühjahr von Mitte Februar bis Ende März. Ein Weibchen bringt nach einer Tragezeit von bis zu 80 Tagen zwischen 3 und 8 Jungtiere zur Welt. In der Tragezeit kann je nach Witterung eine Keimruhe enthalten sein. Der Nachwuchs ist nackt und blind. Die Augen öffnen sich Ende der dritten Lebenswoche. Entwöhnt werden die Jungen Mitte des dritten Lebensmonats.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Haubenskunks gehören noch nicht zu den bedrohten Arten und werden daher in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Die Tiere haben sich an die Nähe des Menschen gewöhnt und besiedeln daher auch Agrarflächen und Vorstädte. Die Nähe zum Menschen ist in einigen Regionen jedoch auch ein Nachteil für die Art. In Guatemala und Mexiko wird der Haubenskunk wegen des Fleisches oder bestimmter Körperteile gejagt.

Synonyme

Nach Wilson & Reeder, 2005, ist der Haubenskunk unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind concolor, Gray (1865), edulis, Coues (1877), intermedia, Gray (1869), longicaudata, Tomes (1862), mexicana, Gray (1837 und vittata, Lichtenstein (1832). Alle geannnten Synonyme sind ungültig.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Skunks (Mephitidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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